Aktuelles von Mailand & Cortina 2026
Mailand und Cortina 2026: Zahlen, Daten, Fakten zum Team D Paralympics
Vom 6. bis 15. März werden Mailand, Cortina, Tesero und Verona zu den Austragungsorten der 14. Winter-Paralympics. Zum ersten Mal seit 20 Jahren finden diese wieder in den europäischen Alpen statt. Insgesamt reisen 40 Sportler*innen und acht Guides als Team Deutschland Paralympics nach Italien. Damit wird es die zweitgrößte deutsche Mannschaft in der Geschichte der Paralympics sein – nur in Lillehammer 1994 waren noch drei Athlet*innen mehr dabei. Hinzu kommen 49 Personen aus dem Funktionsteam. Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zum Team gibt es hier.
Debütant*innen und Routiniers
Zwanzig Sportler*innen feiern ihr Debüt bei den Paralympics, das ist exakt die Hälfte des deutschen Teams. Allein 13 davon entfallen auf die Para Eishockey-Nationalmannschaft, die sich zuletzt 2006 für die Spiele qualifizierte. Vier Spieler waren schon vor zwanzig Jahren dabei und zählen auch in Mailand und Cortina zum Kader: Sebastian Disveld, Frank Rennhack, Sven Stumpe und Jörg Wedde.
Besonderheiten bringen auch Andrea Rothfuss und Andrea Eskau mit. Die meisten Teilnahmen an Winter-Paralympics kann Rothfuss vorweisen, die 36-Jährige macht sich auf den Weg zu ihren sechsten Spielen seit 2006. Eskau verpasste seit 2008 nur die Spiele 2022 in Peking, zudem trat sie noch im Para Radsport bei den Paralympischen Sommerspielen an. Insgesamt kommt sie somit auf bislang acht Teilnahmen bei den Paralympics, fünf im Sommer und drei im Winter.
Bemerkenswert zudem: Merle Menje und Kathrin Marchand sind zwar zum ersten Mal bei den Winter-Paralympics, haben aber bereits Erfahrungen bei Sommerspielen gesammelt. Menje in der Para Leichtathletik und Marchand im Para Rudern. Marchand wird damit zur ersten Sportlerin weltweit, die bei Olympia (Rudern) sowie Sommer- und Winter-Paralympics gestartet ist.
Die Ältesten und Jüngsten in Italien
Jörg Wedde ist mit 60 Jahren der älteste männliche Sportler im Kader. Der Jüngste ist ebenfalls Teil der Para Eishockey-Nationalmannschaft: Jano Bußmann feiert während der Spiele seinen 19. Geburtstag – und war bei der letzten deutschen Teilnahme im Para Eishockey 2006 noch gar nicht auf der Welt. Die älteste Paralympics-Teilnehmerin ist Andrea Eskau (Para Ski nordisch) mit 54 Jahren, die jüngste Athletin im Team ist Maya Fügenschuh (Para Ski alpin) mit 17 Jahren. Insgesamt sind 17 deutsche Sportler*innen und Guides sind nach dem Jahr 2000 geboren.
Die erfolgreichsten Medaillensammlerinnen
Andrea Eskau und Andrea Rothfuss waren nicht nur oft bei den Paralympics dabei, sie haben auch zahlreiche Medaillen gesammelt. Rothfuss hat in Para Ski alpin-Wettbewerben 14 Medaillen geholt (1x Gold, 9x Silber, 4x Bronze), Eskau gewann im Para Ski nordisch neun Edelmetalle (4x Gold, 3x Silber, 2x Bronze). Anna-Lena Forster (Para Ski alpin) stand ebenfalls schon neunmal auf dem Podium (4x Gold, 4x Silber, 1x Bronze). Insgesamt stehen zehn paralympische Medaillengewinner*innen im deutschen Kader, die zusammen 49 Medaillen (12x Gold, 22x Silber, 15x Bronze) auf sich vereinen.
Die Aufteilung auf die Sportarten
In fünf von sechs Sportarten ist Team D Paralympics in Mailand und Cortina vertreten – ein neuer Rekord. Die größte Gruppe stellt die Para Eishockey-Nationalmannschaft mit 17 Personen. Nur knapp dahinter liegt das Para Ski nordisch-Team mit 15 Sportler*innen. Zählt man noch die sechs Guides dazu, ist es die größte Teil-Mannschaft in Italien. Sieben Para Ski alpin-Fahrer*innen (plus zwei Guides) und Para Snowboarder Christian Schmiedt komplettieren den deutschen Kader. Nur im Rollstuhlcurling sind die deutschen Farben nicht vertreten.
Wer woher aus Deutschland kommt
Wenig überraschend sind im Para Wintersport die süddeutschen Bundesländer dominant. Die meisten Athlet*innen im Team D Paralympics starten für Vereine aus Baden-Württemberg mit 16 Personen, gefolgt von Bayern mit elf Aktiven und NRW mit achten Sportler*innen, die Hälfte davon spielt Para Eishockey beim TuS Wiehl. Niedersachsen und Sachsen stellen je fünf Sportler*innen, Sachsen-Anhalt, das Saarland, Berlin und Bremen sind die Heimatverbände von jeweils einem Kadermitglied.
Der ewige Medaillenspiegel
Noch steht Deutschland ganz oben im Medaillenspiegel der Winter-Paralympics – der Vorsprung ist jedoch denkbar knapp. Mit 141 ersten Plätzen hat Deutschland nur eine Goldmedaille mehr als Norwegen gesammelt. Bei der Gesamtanzahl an Edelmetall ist der Abstand dafür deutlich größer: Deutsche Para Sportler*innen gewannen 384 Medaillen (141x Gold, 130x Silber, 113x Bronze), das norwegische Team kommt dagegen „nur“ auf 334 Podiumsplätze (140x Gold, 108x Silber, 86x Bronze). Rang drei belegen zurzeit die USA (117x Gold, 130x Silber, 88x Bronze).
Die besonderen Geschichten
Manche Familien wurden einfach mit besonders viel Sporttalent gesegnet. Im Para Ski nordisch-Wettbewerb tritt der sehbehinderte Theo Bold mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Jakob Bold als Guide an. Für beide ist es das Paralympics-Debüt, erste internationale Erfahrungen sammelten sie bereits bei der WM 2025.
Die Bold-Brüder sind nicht die einzige spannende Guide-Athleten-Kombination. Maya Fügenschuh – die Jüngste im deutschen Kader – fährt mit Johanna Holzmann die Piste herunter. Die 31-Jährige war bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking dabei und erreichte einen 15. Platz im Ski Cross.
Mit Anna-Lena Forster ist die „Para Wintersportlerin des Jahres 2025“ Teil des Kaders. Die 30-Jährige erhielt den „Para Sport Award 2025“ vom IPC. Mit der alle zwei Jahre verliehenen Auszeichnung werden herausragende Leistungen und Beiträge zur Paralympischen Bewegung gewürdigt. Deutschlands Para Sportlerin des Jahres 2025 fährt ebenfalls mit zu den Paralympics: Para Biathletin Johanna Recktenwald wird mit Guide Emily Weiss in Mailand und Cortina an den Start gehen.
Para Ski nordisch-Athletin Linn Kazmaier, die in ihrer Freizeit auch gerne auf dem Einrad fährt, darf sich „Thru Hikerin“ nennen, da sie mehr als 1000 Kilometer am Stück gewandert ist. Bei dieser Königsdisziplin des Wandersports wird ein extrem langer Wanderweg in zwölf Monaten absolviert .
Der paralympische Fackellauf
Viel Tradition steckt im Fackellauf der Paralympics. Die Paralympische Fackel wird in Stoke Mandeville, dem Geburtsort der Paralympics, hergestellt und dann nach Italien geflogen. Unmittelbar nach der Schlussfeier der Olympischen Spiele am 24. Februar beginnt die elftägige Reise der Paralympischen Fackel durch ganz Italien. 501 Menschen werden die Flamme auf einer Strecke von 2.000 Kilometern tragen. Die Ehre haben auch drei bekannte, deutsche Namen im Para Sport: DBS-Ehrenpräsident Friedhelm Julius Beucher, der langjährige DBS-Sportdirektor Frank-Thomas Hartleb und der mehrfache Paralympics-Sieger im Weitsprung Markus Rehm werden die Fackel am Eröffnungstag zwischen Venedig und Verona tragen.
Die Paralympics 2026 im Fernsehen
ARD und ZDF werden umfassend von den Paralympics berichten, sowohl mit exklusiven Live-Übertragungen als auch eingebunden in die generelle Wintersportberichterstattung. Julia Scharf wird für die ARD moderieren, die ehemalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber kommentiert als Expertin die Wettkämpfe. Im ZDF übernimmt Florian Zschiedrich die Moderation und führt wie in Paris 2024 gemeinsam mit der langjährigen Para Radsportlerin Denise Schindler durch die Spiele. Neben der Ausstrahlung im linearen Fernsehen bieten beide Sender hundert weitere Stunden im Livestreaming an. Die genauen TV-Zeiten gibt es hier.
Darüber hinaus berichtet Eurosport erstmalig von den Paralympics und zeigt täglich Highlights der Wettkämpfe aus europäischer Sicht auf seinem TV-Sender und im Streaming.
Bereits im Vorfeld der Paralympics hat das ZDF einige der deutschen Athlet*innen vorgestellt. Im Rahmen der Reihe „einfach mensch“ wurden Para Snowboarder Christian Schmiedt, Para Ski alpin-Sportlerin Anna-Maria Rieder und Para Ski nordisch-Fahrerin Johanna Recktenwald portraitiert. Die Doku „Paralympische Heldinnen“ begleitete Para Ski alpin-Fahrerin Anna-Lena Forster und die amerikanische Para Snowboarderin Brenna Huckaby. Alle Sendungen gibt es in der ZDF-Mediathek.
Das Deutsche Haus
Das Deutsche Haus ist von den Olympischen und Paralympischen Spielen inzwischen nicht mehr wegzudenken. Hier feiern Athlet*innen ihre Erfolge miteinander und kommen mit Vertreter*innen aus Sport, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik ins Gespräch. 2026 wird das Deutsche Haus im Golfclub von Cortina d´Ampezzo, einem idyllischen Holzbau mit Blick auf die Dolomiten, einziehen.
Alles rund um das Gastgeberland
Zum dritten Mal richtet Italien die Paralympics aus. Die Sommerspiele 1960 in Rom gelten sogar als erste Ausgabe der Paralympics, auch wenn der Begriff erst nachträglich ab 1988 offiziell verwendet wurde. Winter-Paralympics fanden erstmals 2006 in Italien statt, damals war Turin Austragungsort.
In diesem Jahr sind die Wettkämpfe auf mehrere Orte verteilt. In Verona findet die Eröffnungsfeier statt, die dafür genutzte Arena ist über 2.000 Jahre alt und wurde einst für Gladiatorenkämpfe gebaut. Im traditionsreichen Wintersportort Tesero tragen die Para Biathlet*innen und Para Ski-Langläufer*innen ihre Wettbewerbe aus. 15.000 Zuschauer können dort die Entscheidungen live vor spektakulärer Kulisse verfolgen.
Para Eishockey wird in Mailand gespielt, die Para Ski alpin-Fahrer*innen rasen im Tofane Alpine Skiing Centre in Cortina die Piste herunter. Die steilste Stelle dort weist 64 Prozent Gefälle auf.
Das besondere Jubiläum
Es sind nicht nur die ersten Paralympics in den europäischen Alpen seit 20 Jahren, sondern auch das 50-Jährige Jubiläum der Spiele. 1976 fand die erste Ausgabe im schwedischen Örnsköldsvik statt. Wie sich die Winter-Paralympics seitdem entwickelt haben, lesen Sie hier.
