Aktuelles von Mailand & Cortina 2026
Glötzner wird zum Paralympics-Ende Siebter im Slalom
Der viele Neuschnee in Cortina d‘Ampezzo und Nebel machten den Slalom der Herren zu einer Herausforderung. Der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner wurde Siebter, Alexander Rauen fuhr mit Guide Jeremias Wilke auf Platz neun. Monoskifahrer Leon Gensert verpasste ein Tor und schied im 2. Durchgang aus. Damit beendet das deutsche Para Ski alpin-Team die Paralympics mit zwei Gold- und einer Silbermedaille durch Anna-Lena Forster.
Nach dem vielen Neuschnee, der von Samstag auf Sonntag in Cortina d’Ampezzo vom Himmel kam, wurde der Slalom-Wettbewerb der Herren von 9 auf 10 Uhr verschoben. „Ich dachte schon, das Rennen fällt flach, aber Gott sei Dank hat es stattgefunden“, sagte der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner, der aus deutscher Sicht die besten Chancen hatte: „Ich finde es krass, dass die es innerhalb von einer Stunde so hinbekommen haben.“
Nach Rang neun nach dem ersten Durchgang und etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand aufs Podest war der Traum von der Medaille schon fast geplatzt, immerhin fuhr der 22-Jährige vom ASV 1860 Neumarkt noch auf Platz sieben: „Eigentlich war schon das große Ziel eine Medaille, vor allem hier im Slalom. Aber gerade mit den Umständen und den zwei Ausscheidern davor ist es schon ein Ergebnis, mit dem man leben kann. Mein erstes Finish bei Paralympics ist ein Teilerfolg, auch wenn das große Ganze nicht erreicht worden ist."
In Peking 2022 war Glötzner beim Einfahren zum Riesenslalom, seinem Paralympics-Debüt, gestürzt und musste ins Krankenhaus, beim Slalom fuhr er falsch herum um das letzte Tor. Nach Stürzen bei schwierigen Bedingungen im Super G und der Super-Kombination in Cortina d’Ampezzo hatte er auch im Hinterkopf, unbedingt ins Ziel kommen zu wollen. „Wäre ich vielleicht wieder im ersten Durchgang ausgeschieden, wird das ja nicht besser für die nächsten Spiele. Deswegen ist es nicht schlecht, einfach mal ein Ergebnis zu haben und darauf kann man aufbauen.“
Sein Paralympics-Fazit fällt positiv aus: „In der Super-Kombi und Riesenslalom war ich sehr zufrieden mit meinem Skifahren, auch wenn ich ausgeschieden bin. Darauf kann ich aufbauen und mit vollem Selbstbewusstsein in die neue Saison gehen.“
Rauen mit „positivem Gefühl“ nach Paralympics-Premiere
Alexander Rauen und Guide Jeremias Wilke wurden nach drei Elften Plätzen Neunte im Slalom. „Es war mehr drin, ich wollte in die Top 8. Ich habe Zeit liegen lassen, das ärgert mich ein bisschen. Die zwei, drei vor mir wären schon machbar gewesen“, sagte der 24-Jährige vom TSV Kareth-Lappersdorf, der im dichten Nebel fahren musste. Wenngleich Guide Jeremias Wilke sagte, dass man die zwei, drei Tore sehen konnte, die man brauche, so meinte Rauen: „Für mich war es schwieriger, mir ist Sonne deutlich lieber.“
Mit Platz elf im Super G, Super-Kombination und Riesenslalom sowie Rang neun im Slalom verlässt Rauen seine ersten Winterspiele „zum Großteil mit einem positiven Gefühl. Nicht alles ist mir gelungen auf der Piste, aber ich hatte auch meine guten Läufe, die probiere ich mitzunehmen und rein von der Atmosphäre und allem drumherum: Es hat tierisch Spaß gemacht, ich freue mich, wenn es in vier Jahren wieder so weit ist.“ Dem stimmte auch Wilke zu: „Es war geil, es zeigt, wohin es gehen kann, die Stimmung ist mega. In vier Jahren wird es noch besser.“
Nachdem er im Riesenslalom bei schwierigen Bedingungen gestürzt war, lag Leon Gensert nach dem ersten Lauf im Slalom auf Rang 19 und hatte erstmals die Ziellinie überquert. Im zweiten musste er dann seiner „hohen Startnummer Tribut zollen“, wie Bundestrainer Justus Wolf sagte und schied aus. „Natürlich fühlt sich das nicht gut an, aber es war trotzdem ein schöner Tag“, sagte der 21-Jährige vom RSC Frankfurt, der in Dortmund geboren ist: „Ich bin enttäuscht, aber es waren jetzt schon tiefe Spuren in der Piste, da bin ich hängen geblieben und einfach nicht mehr vom Ski gekommen.“
Als ihm im Ziel sein Fanclub zujubelte, war das Lachen aber schon wieder zurück. „Es war schon der Hammer, dass da so viele Leute waren, die mich angefeuert haben, ich habe es auch die ganze Zeit gehört, das war cool“, sagte der Paralympics-Debütant, der bilanzierte: „Es braucht noch viel Training. Ich nehme viel Motivation mit, um es in vier Jahren besser zu machen und mich sicherer zu fühlen.“
Damit beendet das deutsche Para Ski alpin-Team die Paralympics in Cortina d'Ampezzo mit drei Medaillen: Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hatte in der Abfahrt und im Riesenslalom Gold gewonnen, in der Super-Kombination holte sie Silber. Bei den Alpinen gilt: Vor den Paralympics ist nach den Paralympics. Schließlich liefert das nächste Highlight schon einen großen Vorgeschmack auf die kommenden Winterspiele: Vom 7.-19. März 2027 wird die Para Ski alpin-WM im französischen Tignes stattfinden – dem alpinen Austragungsort der Paralympics 2030.
