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Para Judo-WM: Den Schwung der Heim-EM mitnehmen
Sechs Wochen ist es her, dass die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft bei den Heim-Europameisterschaften in Heidelberg kämpfte und dabei über zweimal Silber und einmal Bronze jubelte. Mit Isabell Thal und Daniel Goral gehören die beiden EM-Silbermedaillengewinner zum vierköpfigen deutschen Aufgebot für die Weltmeisterschaften, die vom 25. bis 27. September im georgischen Tbilisi stattfinden.
„Es sind riesengroße Weltmeisterschaften mit zahlreichen Teilnehmenden und auch vielen neuen Gesichtern, da mit diesem Turnier auch der neue Qualifikations-Zyklus für die Paralympics in zwei Jahren eingeleitet wird. Daher wird es eine Standortbestimmung auf dem Weg nach Los Angeles und wir können auch auf neue Konkurrenz treffen, die wir bisher noch nicht kannten“, sagt Carmen Bruckmann. Die langjährige Bundestrainerin lässt sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und blickt vor allem auf ihr eigenes Team.
Die Entwicklung ihrer Athletinnen und Athleten stimmt sie sehr zuversichtlich. Isabell Thal und Daniel Goral haben inzwischen schon mehrfach bewiesen, dass sie zur Weltspitze in ihren Startklassen gehören. „Wir hoffen, dass sie wieder um die Medaillen kämpfen können“, sagt Bruckmann. Sehr angetan ist sie auch von ihren „Investitionen in die Zukunft“, wie sie ihre beiden Nachwuchsathleten Béla Heinze (21) und Samuel van Melle (19) nennt. Heinze klopfte in Heidelberg bereits an die europäische Spitze an und landete auf einem starken fünften Platz. „Béla hat einen richtig großen Schritt gemacht. Er hat eine tolle Lernkurve und entwickelt sich wahnsinnig gut am Stützpunkt in Heidelberg“, lobt die Bundestrainerin. Dort trainiert seit August auch Samuel van Melle, der in Heidelberg parallel zum Sport ein Jura-Studium beginnt. „Sein Weg ist noch etwas weiter, aber er bringt beste Voraussetzungen mit und der Schritt in die Professionalität wird ihn in seiner Entwicklung stärken“, betont Bruckmann.
Nicht auf der Matte aktiv sein werden EM-Bronzemedaillengewinnerin Vanessa Wagner sowie Lennart Sass. Der Paralympics-Dritte von Paris 2024 durfte aufgrund einer nicht abgeschlossenen Klassifizierung schon nicht an der Heim-EM in Heidelberg teilnehmen – dieser Status gilt unverändert. Abgesehen von diesem Wermutstropfen sei die Stimmung im Team sehr gut und die Vorfreude groß. Dass zwei Highlights in so wenigen Wochen anstehen, sei laut Carmen Bruckmann im Para Judo keine Seltenheit. „Damit gehen wir ganz routiniert um. Wir konnten aus der Heim-EM viel Positives herausziehen und wollen diesen Schwung jetzt mitnehmen“, sagt die Bundestrainerin und fügt an: „Das Feedback der anderen Nationen war richtig gut, da können wir sehr stolz drauf sein.“
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Internationalen Verbandes.
Wissenswertes rund um die Sportart Para Judo gibt es auf parasport.de.
Text: Kevin Müller / DBS
Das deutsche Aufgebot für die Para Judo-WM in Tbilisi:
Daniel-Rafael Goral (Alter: 26 / Verein: SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg e.V. / Geburtsort: Hamburg), Béla Bel Heinze (21 / 1. Mannheimer JC / Braunschweig), Samuel van Melle (19 / TSV München-Großhadern von 1926 e.V. / Oberschleißheim), Isabell Thal (27 / Budoka Höntrop e.V. / Essen)
