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Para Judo-WM: Auf Enttäuschung folgt neue Angriffslust
Ohne Medaillen ist die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft von den Weltmeisterschaften im georgischen Tbilisi zurückgekehrt. Die beste Platzierung gelang der verletzungsgeschwächten Isabell Thal mit Rang sieben. Bei den Heim-Europameisterschaften in Heidelberg hatte Thal noch Silber gewonnen, ebenso wie Daniel Goral, für den diesmal in der ersten Runde Endstation war. Doch Bundestrainerin Carmen Bruckmann und ihr Team haben nach dem enttäuschenden Abschneiden bereits Pläne geschmiedet, um schnell wieder in die Erfolgsspur zu kommen.
„Natürlich ist das Abschneiden frustrierend und die Enttäuschung war zunächst groß“, sagt Carmen Bruckmann und fügt an: „Wir haben die Kämpfe analysiert und wissen, wie wir es wieder besser machen können. Daher sind wir nicht hoffnungslos, sondern haben konkrete Ideen und Lösungswege. Unser Team ist jung und lernwillig“, betont die Para Judo-Bundestrainerin.
„Es lief nicht rund für uns“
Für das beste deutsche Resultat im internationalen Kräftemessen sorgte Isabell Thal. Die Dortmunderin, die bei der EM Mitte August Silber gewann, trat geschwächt an und konnte in den vergangenen Wochen aufgrund einer Verletzung kaum trainieren. In der ersten Runde unterlag die 27-jährige Essenerin der Silbermedaillengewinnerin der Paralympics in Paris, Kumushkon Khodjaeva aus Usbekistan, die später Bronze holte. Über die Trostrunde landete Thal schließlich auf dem siebten Platz der Startklasse JL2 bis 60 Kilogramm. „Isabell ist eine super Athletin, die total professionell ist. Leider konnte sie nicht die nötige Kraft aufbauen. Wenn sie fit ist, hätte sie um die Medaillen mitkämpfen können“, sagt Carmen Bruckmann.
Für die drei männlichen Athleten war die WM hingegen bereits nach einem Kampf vorbei. Am größten war die Enttäuschung bei EM-Silbermedaillengewinner Daniel Goral. „Er hat einfach einen ärgerlichen Fehler gemacht und ist dadurch direkt ausgeschieden. So schnell kann es im Judo gehen. Es lief nicht rund für uns. Teilweise fehlt uns auch einfach noch die Routine“, resümiert die Bundestrainerin. Beim ersten Wettkampf im neuen Qualifikations-Zyklus für die Paralympics in Los Angeles 2028 waren international zahlreiche neue Gesichter dabei, insbesondere China, Russland, Kasachstan oder Brasilien stellten große Teams und sammelten zahlreiche Punkte. Bruckmann: „Wir werden unsere Schlüsse ziehen – und greifen wieder an.“
Fokus auf die anstehenden Wettkämpfe
Weiter geht’s mit einem internationalen Jugendturnier am Bundesstützpunkt in Heidelberg im Oktober sowie mit einem Weltcup Mitte November in Ägypten. In 2027 stehen gleich zwei Großveranstaltungen im Wettkampfkalender: Die IBSA Games vom 26. Mai bis 6. Juni in Usbekistans Hauptstadt Taschkent sowie die European Para Championships vom 2. bis 15. August 2027 in Genf (Schweiz).
Text: Kevin Müller / DBS
Das deutsche Aufgebot für die Para Judo-WM in Tbilisi:
Daniel-Rafael Goral (Alter: 26 / Verein: SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg e.V. / Geburtsort: Hamburg), Béla Bel Heinze (21 / 1. Mannheimer JC / Braunschweig), Samuel van Melle (19 / TSV München-Großhadern von 1926 e.V. / Oberschleißheim), Isabell Thal (27 / Budoka Höntrop e.V. / Essen)
