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Para Judo-EM: Zwei Medaillen zum Auftakt für das deutsche Team
Start nach Maß für die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Heidelberg: Am ersten Tag der Titelkämpfe hat Isabell Thal (J2 -60 kg) die Silbermedaille gewonnen, Vanessa Wagner (J1 -52 kg) sicherte sich überraschend Bronze. Für das Team von Bundestrainerin Carmen Bruckmann war es somit ein erfolgreicher Start in die Heim-EM.
Nach den anfänglichen Tränen fand Isabell Thal recht schnell wieder zu ihrem Lächeln zurück. „Über den Kampf bin ich enttäuscht, über das Ergebnis bin ich glücklich“, sagte die Para Judoka unmittelbar nach dem Gewinn ihrer EM-Silbermedaille. „Sie (Daria Stakanova, Anm. d. Red.) ist Weltmeisterin, und ich habe beim letzten Mal viel besser gegen sie gekämpft. Deswegen kommen gerade die Emotionen ein bisschen bei mir durch. Beim Judo kann es einfach so schnell vorbei sein.“ Unmittelbar nach Kampfbeginn hatte Stakanova Thal im Finale mit Ippon besiegt. Dennoch belohnte sich die gebürtige Essenerin mit der zweiten internationalen Medaille ihrer Karriere – nach Bronze bei der EM 2025 ist Silber nun der größte Erfolg ihrer Laufbahn.
Als zweite deutsche Teilnehmerin ging Vanessa Wagner an den Start, die vor der EM lange verletzt war, aber gerade rechtzeitig für die Wettbewerbe fit wurde. Die 24-Jährige setzte in der Finalrunde das erste deutsche Ausrufezeichen. Über die Trostrunde hatte sie sich bis ins „kleine Finale“ vorgearbeitet und kämpfte dort groß auf. Nach nur elf Sekunden hatte sie ihre Gegnerin besiegt. Für Wagner war es nach EM-Bronze 2022 ebenfalls die zweite internationale Medaille. „Ich bin wahnsinnig glücklich, weil ich mit allem gerechnet habe, aber nicht damit, hier in Heidelberg eine Medaille zu gewinnen. Ich könnte weinen vor Glück“, entgegnete eine überglückliche Vanessa Wagner. „Ich habe heute gar nicht groß über das Ergebnis nachgedacht, sondern einfach nur gekämpft. Ich habe das gemacht, was mir Spaß macht. Und plötzlich passieren Dinge, mit denen man gar nicht rechnet.“
Bei den Herren lag der Fokus in Abwesenheit von Lennart Sass am Freitag auf Béla Bel Heinze und Samuel van Melle. Beide Athleten gingen gemeinsam in einer Klasse (J2 -81 kg) an den Start. Van Melle belegte den siebten Rang. „Ich bin mit meinem Wettkampf zufrieden und habe meine eigenen Erwartungen erfüllt. Für mich war es etwas ganz Besonderes vor heimischer Kulisse zu kämpfen“, sagte van Melle. „Die Unterstützung der Zuschauer war genial.“ Béla Bel Heinze kämpfte sich über die Trostrunde bis in den Kampf um Bronze vor, unterlag hier seinem Kontrahenten und landete dadurch auf dem fünften Rang.
Bundestrainerin Carmen Bruckmann blickte auf einen sehr erfolgreichen Wettkampftag: „Ich freue mich sehr über die beiden Medaillen. Dazu sehen wir gerade bei jungen Athleten wie Bela, der wirklich knapp eine Medaille verpasst hat, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Darüber hinaus ist es wirklich schön, hier zu Hause in Heidelberg zu kämpfen.“
Am Samstag soll bestenfalls die erhoffte dritte Medaille folgen. Daniel Goral (J2 -95 kg) geht als letzter deutscher Starter auf die Matte. Die Wettkämpfe im Heidelberger SNP Dome beginnen um 10 Uhr, der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen und Ergebnisse gibt es auf der Webseite des internationalen Verbandes.
Darüber hinaus können die Wettkämpfe im Livestream auf Sporteurope.TV verfolgt werden.
Der Zeitplan:
Samstag, 15. August:
Ab 10 Uhr: Daniel Goral (J2, -95 kg)
Ab 15 Uhr: Finalrunde
Das Aufgebot:
Der Kader der Herren:
Daniel-Rafael Goral (Alter: 26 / Verein: SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg e.V. / Geburtsort: Hamburg), Béla Bel Heinze (21 / 1. Mannheimer JC / Braunschweig), Samuel van Melle (18 / TSV München-Großhadern von 1926 e.V. / Oberschleißheim)
Der Kader der Damen:
Isabell Thal (27 / Budoka Höntrop e.V. / Essen), Vanessa Wagner (24 / 1. Mannheimer JC / Görlitz)
Wissenswertes rund um die Sportart Para Judo gibt es auf parasport.de.
