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Para Judo-EM: Drei Medaillen beim Heimspiel in Heidelberg
Erfolgreiche Europameisterschaften für die deutsche Para Judo-Nationalmannschaft: Das Team von Bundestrainerin Carmen Bruckmann beendet die Titelkämpfe in Heidelberg mit drei Medaillen – eine gelungene Ausbeute bei insgesamt fünf Athlet*innen. Nun richtet sich der Fokus schon auf den nächsten Saisonhöhepunkt.
„Das war für uns eine sehr besondere Europameisterschaft. Unsere Athletinnen und Athleten hatten ihre Familien und Freunde vor Ort, das ist bei Austragungen in anderen Ländern normalerweise natürlich nicht üblich. Das sorgt für eine gute Stimmung, es macht unseren Sportlerinnen und Sportler dann einfach noch mehr Spaß zu kämpfen. Heidelberg ist für uns ein besonderer Ort“, zeigte sich Bundestrainerin Carmen Bruckmann begeistert von den Wettbewerben in der Stadt am Neckar.
Für die Begeisterung sorgten in erster Linie die Athletinnen und Athleten der deutschen Nationalmannschaft. Das kleine Team um zwei Sportlerinnen und drei Sportler sorgte im SNP dome für Furore. Fünf Einzelstarts, drei Medaillen – eine starke Bilanz. In Abwesenheit von Lennart Sass durften Isabell Thal und Daniel Goral jubeln. Thal habe laut Bruckmann eine enorme Entwicklung genommen. Die sehbehinderte Athletin aus Essen startete in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm und musste sich lediglich der Weltmeisterin Daria Stakanova geschlagen geben. Die zweite Silbermedaille gehört dem 26-jährigen Goral, der im entscheidenden Kampf den Spanier Inigo Gerboles Lopes durch Ippon besiegte.
Auch Vanessa Wagner sorgte für einen starken Auftakt. Die 24-Jährige hatte nach einer längeren Wettkampfpause rechtzeitig zur Heim-EM zurück auf die Matte gefunden und in der Klasse J1 bis 52 Kilogramm überraschend Bronze gewonnen. „Ich bin wahnsinnig glücklich, weil ich mit allem gerechnet habe, aber nicht damit, hier in Heidelberg eine Medaille zu gewinnen“, sagte Wagner. Béla Bel Heinze verpasste hingegen in der Klasse J2 bis 81 Kilogramm nur knapp das Podium. Nach starken Auftritten in der Trostrunde erreichte der Nachwuchsathlet den Kampf um Bronze, musste sich dort jedoch geschlagen geben und belegte Rang fünf. Samuel van Melle kam in derselben Gewichtsklasse auf Rang sieben. Für van Melle war insbesondere der Auftritt vor heimischem Publikum etwas Besonderes: „Die Unterstützung der Zuschauer war genial.“
Auch aus sportlicher Sicht zog Carmen Bruckmann zog ein positives Fazit: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden bei dieser Europameisterschaft. Wir haben gesehen, dass wir international konkurrenzfähig sind, und haben gleichzeitig erlebt, wie unsere jungen Athletinnen und Athleten an solchen Aufgaben wachsen.“
Heidelberg hat sich als Mittelpunkt des Para Judos in Deutschland etabliert. Bereits vor zwei Jahren überzeugte die Stadt mit einem tollen Grand Prix, nun folgten herausragende Europameisterschaften in Baden-Württemberg. Das sieht auch Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport im DBS, so: „Die Europameisterschaften haben eindrucksvoll bestätigt, was wir nach dem Grand Prix 2024 bereits gespürt haben: Heidelberg und die Rhein-Neckar-Region können Para Judo – und sie können Europameisterschaften. Wir haben hier nicht nur hochklassigen Sport erlebt, sondern auch eine besondere Atmosphäre und eine große Begeisterung für unsere Sportlerinnen und Sportler geschaffen.“ Er fügt an: „Mein Dank gilt allen, die diese EM mit so viel Professionalität, Leidenschaft und Engagement möglich gemacht haben. Heidelberg war ein großartiger Gastgeber und hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Standort für die weitere Entwicklung des Para Judo auf nationaler und internationaler Ebene steckt.“
Rund 120 Athletinnen und Athleten aus 23 Nationen kämpften in Heidelberg um die Medaillen. Nun liegt der Fokus bereits auf dem eigentlichen Saisonhöhepunkt für die deutschen Para Judoka. Vom 25. bis 27. September finden in Georgien die Weltmeisterschaften statt. „Auch dort fahren wir hin, um Medaillen zu gewinnen“, blickte Carmen Bruckmann voraus.
Das Aufgebot:
Der Kader der Herren:
Daniel-Rafael Goral (Alter: 26 / Verein: SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg e.V. / Geburtsort: Hamburg), Béla Bel Heinze (21 / 1. Mannheimer JC / Braunschweig), Samuel van Melle (18 / TSV München-Großhadern von 1926 e.V. / Oberschleißheim)
Der Kader der Damen:
Isabell Thal (27 / Budoka Höntrop e.V. / Essen), Vanessa Wagner (24 / 1. Mannheimer JC / Görlitz)
Wissenswertes rund um die Sportart Para Judo gibt es auf parasport.de.
