Aktuelles aus dem Bereich Sportentwicklung
„Laufen, wie du willst“: Der MaxCamp Inklusionslauf setzt starkes Zeichen in der SportWoche für Alle
Inklusion erlebbar machen, ohne Leistungsdruck und mit viel gemeinsamer Energie: Mit dem 1. MaxCamp Inklusionslauf in Solingen liefert der Verein MaxCamp e.V. ein Musterbeispiel für die Werte, die, die SportWoche für Alle des DBS vermitteln will. Bundesweit öffnen vom 20. bis 27. September 375 Angebote ihre Türen – kostenlos, offen, zum Ausprobieren. Genau so ist auch der Inklusionslauf gedacht. „Wir gestalten das Event so offen, dass möglichst viele Menschen teilnehmen können“, sagt Markus Sonnenberg, Inklusionsbeauftragter des MaxCamp.
Statt starrer Kilometer gibt es drei verschiedene Laufzeiten – 15, 30 oder 45 Minuten. „Du kannst so schnell laufen, wie du willst. Du kannst auf die Art und Weise mitmachen, wie du willst“, erklärt Sonnenberg. Gedacht ist das Format ausdrücklich auch für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator. „Wir haben uns die grundsätzliche Frage gestellt: Wie erreichen wir möglichst viele Menschen?“ Die Antwort: offen gestalten, Druck rausnehmen – und am Ende bekommt jede*r eine Urkunde. „Es gibt also nur Gewinner“, fasst er zusammen.
„Barrieren sind oft im Kopf“ – Haltung statt Hürde
Für MaxCamp Gründer, Max Ramota, ist der Lauf gelebte Vereinsphilosophie: „Die Barrieren sind meist im Kopf. Wir haben angefangen, es auszuprobieren – durchs Loslegen gemerkt: Es geht.“ Wichtig sei, professionell zu organisieren, ohne den Leistungsgedanken in den Mittelpunkt zu stellen: „Vieles ist möglich, obwohl man es am Anfang vielleicht nicht für möglich hält.“
Ramota bringt die Erfahrung eines früheren Handball Bundesliga-Profis mit, er war unter anderem für den VfL Gummersbach, den Bergischen HC und den TBV Lemgo aktiv – seine ersten Schritte machte er beim TuS Königsdorf in Frechen. Diese Prägung fließt in die heutige inklusive Vereinsarbeit ein: „Es ist ein ehrlicher, wertschätzender Sport – und genau so wollen wir auch mit dem MaxCamp Teilhabe ermöglichen.“
Sport als Werkzeug für mehr Teilhabe
„Wir sehen Sport als Werkzeug, um Inklusion in der Gesellschaft voranzubringen“, sagt Sonnenberg. Sportvereine seien dafür „prädestiniert“, weil sie niedrigschwellige Begegnungsräume schaffen können. Entscheidend sei das Grundgefühl: „Ich bin hier willkommen, so wie ich bin – unabhängig von Behinderung, Religion oder Herkunft.“ Diese Haltung hat sich in der Region herumgesprochen: „Die Leute wissen, MaxCamp ist ein inklusiver Sportverein – ich kann mich einfach anmelden, und es wird möglich gemacht.“
Rund um die Strecke für den Inklusionslauf wird das Stadion zur Mitmach-Meile: Rollstuhl-Parcours, Spiel-Stationen, Hüpfburg, Musik & Moderation, Snacks & Getränke und ein Eisstand – ein Come-Together für Familien, Teams und Freundeskreise. „Wir schaffen eine Bühne, auf der Bewegung Spaß macht – vom Kinderschminken bis zum Basketball-Side-Event“, sagt Ramota.
Sichtbarkeit, die bleibt – im Geist der SportWoche für Alle
Durch die Teilnahme an der SportWoche erhofft man sich beim MaxCamp Sichtbarkeit – und Wirkung: „Da geht es darum, gesehen zu werden, neue Mitglieder zu gewinnen oder für weitere inklusive Angebote zu begeistern“, berichtet Ramota. Schon im ersten Jahr sei über die Aktionswoche eine neue Spielerin zum inklusiven Handballteam gestoßen – „mittlerweile ist sie immer dabei“. In diesem Jahr passt der Inklusionslauf „perfekt in die Woche“, zusätzlich gibt es ein Schnuppertraining für Handball INKLUSIV. „Gemeinsam mit einem Sportverband wie dem DBS erreichen wir eine starke Reichweite – das hilft, das gemeinsame, Ziele von mehr Teilhabe und Inklusion im Sport umzusetzen.“
„Wir kämpfen mit dieser Veranstaltung dafür, die Lücke im System zu schließen: inklusive Angebote sichtbarer machen – und zwar als Normalität“, sagt Ramota. Umso wichtiger sei ein Event wie die SportWoche, das Strahlkraft entfaltet.
Hier gibt es eine Übersicht aller Termine während der SportWoche für Alle
Text: Moritz Jonas / DBS
