Projekte & Modellmaßnahmen
Der Bereich Medizin (Sportentwicklung) beteiligt sich derzeit an folgenden Projekten und Modellmaßnahmen. In diesen werden verschiedene Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, die unter anderem auf die Weiterentwicklung des ärztlich verordneten Rehabilitationssport forciert sind. Nachfolgend finden Sie detaillierte Materialien zu den verschiedenen Themen:
Der DBS vertritt als langjähriger Partner in dem Projekt "Bewegung gegen Krebs" die Interessen von Menschen mit Krebserkrankungen und macht sich für den Rehabilitationssport für diese Zielgruppe stark. Initiiert wurde das Projekt durch die Deutsche Krebshilfe, den Deutschen Olympischen Sportbund und die Deutsche Sporthochschule Köln. Mehr zur Kampagne und Sport bei Krebs lesen Sie hier.
Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde das Teilprojekt "Qualifizierungsmöglichkeiten im Rehabilitationssport in der Onkologie" erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des ersten Teilprojektes wurden einheitliche Informationsmaterialien für den Rehabilitationssport in der Krebsnachsorge erarbeitet und im Rahmen von Modelllehrgängen erprobt und evaluiert.
Nach dem Abschluss des ersten Teilprojektes wurde im Juli 2025 ein weiteres Teilprojekt gestartet. Das Teilprojekt „onkoLOGISCH bewegt“ verfolgt das Ziel den onkologischen Rehasport flächendeckend auszuweiten und allen an Krebs erkrankten Personen einen Zugang zu ermöglichen. Die Maßnahmen des Teilprojektes werden vorrangig in den drei Modellstandorten des Projektes - Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen - umgesetzt.
Im ersten Projektjahr konnten im Rahmen dieses Teilprojektes auf diverse Kontakte aufgebaut, verschiedene Ärzt*innen, Institutionen, Vereine, Betroffene und Übungsleiter*innen erreicht, Informationen und Materialien erstellt und weitergegeben werden. Eine Informations- und Austauschplattform wurde eingerichtet sowie die Lehr- und Lernmaterialien an den aktuellen Stand der Forschung angepasst. Weiter wurde ein Video über eine Übungsleiter*in gedreht und veröffentlicht.
Der onkologische Rehasport besitzt das Potential Menschen in Bewegung zu bringen und langfristig zum Sporttreiben zu motivieren. Bei einer Krebserkrankung kann die körperliche Aktivität aufgrund vielfältiger Symptome jedoch eine große Herausforderung für die Betroffenen darstellen, obwohl die Bewegung die erkrankungs- und therapiebedingten Nebenwirkungen nachweislich mindern kann. Besonders im onkologischen Rehasport werden die Übungsleiter*innen daher aufgrund der Komplexität des Krankheitsbildes vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Umso wichtiger sind dennoch engagierte Übungsleiter*innen, die Betroffene begleiten, die individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und ihnen Mut machen aktiv zu werden und zu bleiben. Das im Rahmen des Projektes entstandene Video erzählt von Maja. Maja war 37 Jahre, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Der Rehasport hat sie zu dieser Zeit aufgefangen und war in der Zeit ihrer Erkrankung sehr wichtig für sie. Noch heute gibt sie ihre Erfahrungen als Übungsleiter*in, mit ganz viel Freude, an andere Krebsbetroffene weiter. Mehr zu Majas Geschichte und ihrem Weg in den Rehasport und zur Übungsleiterin erfahren Sie in dem untenstehenden Video.
In dem aktuellen Projektjahr soll auf die bereits erreichten Maßnahmen und Ziele aufgebaut, sowie weitere Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Die Produktion eines einmaligen Podcast zum Thema Ängste und Bedenken bei Übungsleiter*innen stellt z.B. einer der nächsten Projektschritte dar.
Fall Sie Interesse an einer Ausbildung zur*zum Übungsleiter*in haben, finden Sie Informationen unter: DBS Lehrgangsplan | Startseite.
Weitere nützliche Links:
Dein Rehasport:
Auf https://www.dein-rehasport.de/ finden Vereine, Betroffene, Angehörige und Interessierte allgemeine Informationen über den Rehasport, Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern, Praxistipps, Merkblätter und weitere Flyer und Dokumente sowie weitere Informationen rund um den Rehasport.
Die Reha-Sportsuche:
Die https://reha-sportsuche.de/ ermöglicht es ein wohnortnahes, passendes Rehasportangebote zu finden. Nach der Eingabe der Indikation und des Wohnortes werden passende Angebote angezeigt.
Blaue Ratgeber der Deutschen Krebshilfe:
Die blauen Ratgeber sind ein kostenloses Angebot der Deutschen Krebshilfe. Betroffene, Angehörige, Interessierte und Fachkreise können dort hilfreiche Materialien zu den Themen Krebstherapie, Prävention und Früherkennung finden: Infomaterial bestellen
Video 1: Bewegung gegen Krebs – Ziele des onkologischen Rehabilitationssports
Video 2: Bewegung gegen Krebs – Stundenplanung im Rehabilitationssport bei Krebserkrankungen
Kontaktdaten:
Bei Fragen zum onkologischen Rehasport, dem Ausbildungsweg zum*zur Übungsleiter*in und bei weiteren Anregungen und Fragen zum Projekt „onkoLOGISCH bewegt“ wenden Sie sich gerne an:
Kerstin Aschenbroich
aschenbroich@dbs-npc.de
02234 - 6000 – 305
Lene Stegelmann
stegelmann@dbs-npc.de
02234 - 6000 – 304
Bewegung gegen Krebs – Ziele des onkologischen Rehabilitationssports
Bewegung gegen Krebs – Stundenplanung im Rehabilitationssport bei Krebserkrankungen
Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen weisen häufig Defizite in der psychosozialen und psychomotorischen Entwicklung auf. Obwohl positive Effekte auf die körperliche, motorische und emotionale Entwicklung durch regelmäßigen Sporttreiben nachgewiesen wurden, sind die Sportangebote für diese Zielgruppe nur begrenzt vorhanden. Daher hat der DBS in Zusammenarbeit mit der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) das Projekt "Sport für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen" in 2015 ins Leben gerufen. Weitere Projektpartner sind die Kinderherzstiftung, Uniklinik und Universität zu Köln sowie der Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. Das übergeordnete Ziel ist es, mehr Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen zu Bewegung und Sport zu bringen. Das Projekt wurde mit der Durchführung einer Multiplikator*innen-Schulung im Februar 2019 erfolgreich abgeschlossen. In dem Projekt lagen die Schwerpunkte in dem Informieren über die positive Wirkung von Bewegung, Spiel und Sport auf die kognitive, physische und psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen und der Fortbildung von Übungsleiter*innen. Hierzu wurde von Expert*innen ein Curriculum als Fortbildungsmodul mit 15 Lerneinheiten entwickelt mit dem Schwerpunkt einer praxisnahen Vermittlung von Bewegungs- und Sportangeboten für diese Zielgruppe. Dieses Curriculum ist eine Handreichung für die Übungsleiter*innen konzipiert und soll den Einstieg in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen erleichtern und den Aus- und Aufbau von Gruppen im Rehabilitations- und Breitensport fördern. Zudem sollen mehr qualifizierte Angebote geschaffen werden, damit Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen davon profitieren. Das Curriculum wurde den Landes- und Fachverbänden für deren Aus- und Fortbildung zur Verfügung gestellt.
Ausführliche Projektinformationen erhalten Sie hier:
Durch die allgemein steigende Lebenserwartung und den soziodemographischen Entwicklungen gewinnt das Thema Multimorbidität in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Im allgemeinen Verständnis bedeutet Multimorbidität das gleichzeitige Auftreten mehrerer chronischer Erkrankungen und wird dadurch eine große Herausforderung hinsichtlich der Patientenversorgung. Die Erkrankungen sind dabei nicht einzeln zu betrachten, sondern greifen ineinander, interagieren und können sich gegenseitig beeinflussen. Es zeigt sich, dass 62% der über 65jährigen drei oder mehrerer Erkrankungen vorweisen, wodurch auch die steigende Anzahl der multimorbiden Teilnehmer*innen im Rehabilitationssport nicht verwundert. Dennoch tritt Multimorbidität nicht nur im höheren Lebensalter auf, sondern kommt bei Erwachsenen aller Altersgruppen ab 18 Jahren vor.
Die Komplexität von Multimorbidität bedeutet für die Übungsleiter*innen im Rehabilitationssport, dass sie über ein breites Wissen zu den medizinischen Grundlagen sowie möglicher Interaktionen der verschiedenen Erkrankungen und deren Auswirkungen auf die Funktionalität verfügen und hieraus abgeleitet geeignete rehabilitative Maßnahmen für die Teilnehmer*innen erarbeiten.
Kurz und knapp: Erklärvideo Multimorbidität
Mit dem Projekt „Multimorbidität“ hat der DBS diese Problematik aufgegriffen und zielgruppenspezifische Lehr- und Lernmaterialien für die Praxis erarbeitet. Für weitere Informationen zum Online Modul oder zum Skript „Multimorbidität Wissen in Theorie und Praxis“ (auch in gedruckter Form verfügbar), wenden Sie sich gern an Kerstin Aschenbroich (aschenbroich@dbs-npc.de).
