Aktuelles vom Sitzvolleyball im Deutschen Behindertensportverband
Sitzvolleyball-WM: Deutsche Teams im Achtelfinale
Beide deutschen Sitzvolleyball-Nationalteams haben bei den Weltmeisterschaften im chinesischen Hangzhou das Achtelfinale erreicht. Während die Männer ihre Vorrundengruppe mit zwei Siegen und einer Niederlage auf Rang zwei abschlossen, kämpften sich die Frauen mit einem Erfolg im letzten Duell noch unter die besten 16 Teams.
Männer-Bundestrainer Christoph Herzog freute sich über das erste erfolgreiche Zwischenziel und sprach von einer „spannenden und zugleich interessanten Vorrunde“. Neben zwei souveränen 3:0-Siegen gegen Kanada und Thailand gab es gegen Gastgeber China nach einem hochklassigen Schlagabtausch die erste Niederlage. Nach fünf umkämpften Sätzen musste sich das Team im entscheidenden Tiebreak mit 13:15 geschlagen geben.
Bundestrainer Christoph Herzog zeigte sich mit der Vorrunde trotz der Niederlage zufrieden: „China war der erwartet schwere Gegner. Wir wussten vorab auch nicht so richtig, wie die Chinesen drauf sind. Wir haben sie zwei Jahre nicht gesehen. Aber wir haben uns einen echten Fight geliefert und volleyballerisch auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Schade, dass wir uns dafür nicht belohnen konnten“, sagte Herzog.
Besonders die äußeren Umstände machten die Partie gegen den Gastgeber schwierig. Aufgrund eines Taifuns war der Zeitplan durcheinandergeraten, das Spiel begann erst nach 22 Uhr Ortszeit und endete weit nach Mitternacht. „Das waren ganz sicher keine optimalen Bedingungen. Trotzdem hat die Mannschaft alles auf dem Feld gelassen. Darauf können wir stolz sein.“
Mit Blick auf das Achtelfinale gegen die Ukraine (5.30 Uhr deutscher Zeit) zeigt sich der Bundestrainer selbstbewusst: „Die Ukraine wird eine anspruchsvolle Aufgabe, aber wir sind überzeugt von unserer Qualität. Wenn wir unser Niveau abrufen, haben wir beste Chancen auf das Viertelfinale.“
"Gespielt wie ein Tsunami": Knoten platzt im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande
Auch die deutschen Frauen mussten wegen des Taifuns länger auf ihre letzte Vorrundenpartie warten. Die chinesischen Behörden hatten zwischenzeitlich alle Spiele ausgesetzt, die Teams durften ihre Hotels nicht verlassen. Auswirkungen auf die Stimmung hatte das letztlich jedoch nicht. Frauen-Cheftrainer Norman Thomas sagte mit einem Augenzwinkern: „Zum Glück haben wir vom Taifun nicht viel mitbekommen. Dafür haben wir gegen die Niederlande gespielt wie ein Tsunami – endlich!“
Nach den deutlichen Niederlagen gegen die Ukraine (0:3) und die USA (0:3) stand das Team im abschließenden Gruppenspiel gegen die Niederlande unter Druck. Dort bewiesen die Deutschen große Moral: Nach einem 1:2-Satzrückstand drehten sie die Begegnung noch und gewannen den Tiebreak. Damit sicherten sich die Frauen als Gruppendritte den Einzug ins Achtelfinale, wo nun der Iran wartet. Thomas hob insbesondere die mentale Stärke seiner Mannschaft hervor: „Die Vorrunde hat Nerven gekostet. Nach den ersten beiden Spielen waren wir natürlich enttäuscht, zumal gegen die Ukraine mehr drin gewesen wäre. Leider haben wir uns zwei katastrophale erste Sätze geleistet. Und auch gegen die USA haben wir phasenweise gut dagegengehalten. Umso beeindruckender war die Reaktion gegen die Niederlande.“
Das entscheidende Spiel sei dabei sinnbildlich für das bisherige Turnier verlaufen. „Nach einer starken Phase sind wir zunächst in einen Trott geraten, in dem nichts mehr funktioniert hat. Aber in den Sätzen vier und fünf war die Mannschaft wie ausgewechselt.“ Vor dem Schlussspurt habe er seinem Team eine klare Botschaft mitgegeben: „Ich habe den Mädels gesagt: Spielt jetzt für den Kopf und vor allem für euch, damit ihr mit erhobenem Haupt vom Feld gehen könnt. Genau das haben sie gemacht.“
Für das Achtelfinale gegen den Iran (10 Uhr deutscher Zeit) sieht Thomas ebenfalls Chancen: „Wenn wir die Energie und den Mut aus den letzten beiden Sätzen gegen die Niederlande mitnehmen, dann ist gegen den Iran definitiv etwas drin.“ Mit Blick auf die bisherigen Leistungen ergänzt er selbstkritisch: „Druck scheint uns nicht besonders zu liegen. Aber vielleicht haben wir ihn jetzt endlich abgeschüttelt.“
Text: DBS / Stefanie Bücheler-Sandmeier
Weitere Informationen, den Spielplan und Ergebnisse gibt es auf der Veranstaltungs-Webseite.
Alle Spiele gibt es auch im Livestream von World ParaVolley.
