Aktuelles vom Goalball im Deutschen Behindertensportverband
Goalball: RGC Hansa feiert deutsche Meisterschaft
Das Double ist für den RGC Hansa perfekt. Nach dem Erfolg im Ligapokal krönte sich das Rostocker Team am finalen Spieltag der Goalball-Bundesliga auch noch zum deutschen Meister. Damit blieb dem Titelverteidiger aus Chemnitz – der Ausrichter des letzten Spieltags war - nur der zweite Platz in einer in diesem Jahr besonders starken und ausgeglichenen Liga. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.
Das große Highlight kam ganz zum Schluss. Im direkten Duell trafen die beiden Dauerkonkurrenten der letzten Jahre aufeinander. Nur stand zu diesem Zeitpunkt der RGC Hansa als neuer Meister bereits fest. Der Mannschaft von Mario Turloff, Christoph Görtz und Torsten Schroiff reichte vor dem letzten Spieltag schon ein Punkt, um den ersten Platz zu sichern. Der Pokalsieger ließ in seinem ersten Spiel an diesem Tag keine Zweifel an seinen Meister-Ambitionen aufkommen und besiegte den Absteiger aus Königs Wusterhausen mit 10:0. Damit war die Meisterschaft entschieden, der Chemnitzer BC konnte trotz zwei Siegen den Konkurrenten aus Rostock nicht mehr einholen. Spannung bot das letzte Spiel dennoch, schließlich gab es für den RGC Hansa die Möglichkeit, die Saison ungeschlagen zu beenden.
Doch der Konkurrent aus Chemnitz wusste das durch einen knappen 9:7 Erfolg zu verhindern. „Die Chemnitzer haben gezeigt, dass sie durchaus auf Augenhöhe mit dem RGC Hansa sein können“, betont Goalball-Bundestrainer Stefan Weil. Der Tabellenzweite hatte in dieser Saison mit einigen Personalproblemen zu kämpfen und verlor zudem mit Phillip Schrader einen seiner wichtigsten Spieler an den RGC Hansa. Dementsprechend gelang es dem Club nicht, seine Erfolge aus der Vorsaison zu wiederholen. Dafür trumpften die Rostocker groß auf, die neben Schrader auch die Nationalspieler Fabian Diehm und Thomas Steiger in ihren Reihen haben. Eine einzige Niederlage in der Liga und der Pokalerfolg sprechen für die Dominanz des Vereins in diesem Jahr, der sich dementsprechend verdient zum dritten Mal die deutsche Meisterschaft sicherte.
Nur einen Platz hinter den beiden Spitzenteams landete der Aufsteiger BSS Ilvesheim. „Wie Ilvesheim in diesem Jahr gespielt hat, war sehr erfrischend. Der dritte Platz ist auf jeden Fall eine Überraschung“, lobt Stefan Weil. Großen Anteil am Erfolg des Neulings hatte Daniel Arendar, der auch als MVP der Saison ausgezeichnet wurde. Schon bei der diesjährigen EM hatte der Ilvesheimer mit starken Leistungen überzeugt, genau so wie einige andere Spieler aus der Liga. „Mitten in der Saison eine EM zu spielen, beeinflusst die Liga natürlich schon. Aber die Spieler*innen haben das mit ihrer Erfahrung gut hinbekommen“, sagt Stefan Weil, der die deutsche Nationalmannschaft in Finnland zu Bronze geführt hatte.
Auch im nächsten Jahr wird die Saison durch ein großes Turnier unterbrochen werden, diesmal steht sogar eine Weltmeisterschaft im Kalender. Das in diesem Jahr hohe Niveau der Liga, kommt der Nationalmannschaft laut Stefan Weil dabei nur zu gute: „Desto ausgeglichener die Liga ist, desto mehr profitieren wir auch als Trainerteam davon. Dass sich die Nationalspieler auch in der Liga zeigen, ist sehr wichtig. Insgesamt haben wir mit der Bronzemedaille bei der EM, dem EM-Sieg der U19-Nachwuchssmannschaft und der in diesem Jahr stärkeren Bundesliga eine gute Basis für die Zukunft.“
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Paul Foreman / DBS
