Aktuelles vom Para Bogensport im Deutschen Behindertensportverband
Para Bogensport: Frischer Wind bei der DM
Zum dritten Mal war das nordrhein-westfälische Bergkamen Ausrichter der deutschen Meisterschaften im Para Bogensport. Neben den spannenden Wettkämpfen freuten sich die Organisatoren vor allem über die große Teilnehmerzahl, die wieder an das Niveau vor Corona anknüpfen konnte. Zudem gab es eine hohe Anzahl an neuen Klassifizierungen. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.
Kontinuierlich sind die Meldezahlen für die deutschen Meisterschaften im Para Bogensport über die letzten Jahre gewachsen. Waren es 2022 im ersten Jahr nach der Corona-Pandemie noch rund 80 Sportler*innen, die an den Wettkämpfen teilnahmen, steigerte sich der Wert in den folgenden beiden Ausgaben auf 113 bzw. 110 Teilnehmende. Nun traten 150 Bogenschütz*innen mit Behinderung in Bergkamen an, um einen Platz auf dem Treppchen zu erschießen. „Wir sind wieder bei Zahlen wie vor Corona, das freut uns“, sagt Turnierleiter Alexander Sturm. Einen Teil davon machten 16 neue Klassifizierungen aus - ein großer Erfolg, wie der ehemalige Abteilungsleiter Rainer Schemeit betont: „Da setzt sich eine sehr gute Tendenz durch positive Berichterstattung fort.“ Schon bei den Hallenmeisterschaften in Soest Anfang des Jahres gab es 19 neue Klassifizierungen, so dass der Para Bogensport insgesamt 35 neue Aktive in diesem Jahr zählt. Im nächsten Winter könnte das sogar zu einem Luxusproblem führen, wenn es darum geht, einen Veranstaltungsort zu finden, der groß genug für deutsche Meisterschaften in der Halle ist.
Im Sommer ließ sich das erhöhte Aufkommen allerdings gut stemmen für den Ausrichter aus Bergkamen, der zum dritten Mal die Meisterschaften veranstaltete. Bei gutem Wetter mit wenig Wind traten Schüler*innen, Junior*innen, Damen und Herren sowie Senior*innen gegeneinander an. Neu war die Startklasse ID (Intellectual Disability), in der sieben Bogenschütz*innen mit intellektuellen Beeinträchtigungen teilnahmen.
Einen spannenden Wettkampf lieferten sich insbesondere die Senioren beim Recurve-Bogen. Mario Oehme setzte sich knapp mit 635 zu 624 gegen Marco Breyer durch. Bei den Recurve-Damen fehlten mit Jule Lammers und Flora Kliem zwei der stärksten deutschen Para Bogenschützinnen, da sie zeitgleich beim Weltcup in Tschechien unterwegs waren. So sicherte sich Sarah Walbröhl den Titel, die wohl auch mit den beiden fehlenden Athlet*innen eine heiße Kandidatin auf einen Platz ganz vorne gewesen wäre. Weitere Titel gingen unter anderem an Jens Niemeyer (Compound Herren) und Cicek Akcakaya (Compound Damen).
Zudem wurden auch in diesem Jahr wieder einige Rekorde gebrochen: 18 auf individueller und drei auf Mannschaftsebene. So verbesserte Claudia Schäfers ihren eigenen Rekord im Blankbogen bei den Seniorinnen mit 559 Ringen. Dietrich Fiebig überbot ebenfalls die Bestmarke im Blankbogen mit 517 Ringen, wurde aber trotzdem nur Zweiter bei den Senioren, da Udo Kleinsorge diesen Rekord nochmal mit 535 Ringen übertraf. Und angesichts der vielen neuen Para Bogenschütz*innen dürften auch bei den zukünftigen deutschen Meisterschaften einige Rekorde wackeln.
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Paul Foreman / DBS
