Aktuelles aus den Mitgliedsverbänden des DBS
BBS-Jubiläumsveranstaltung: Ein Wochenende voller Sport, Emotionen und gelebter Inklusion
Seit 75 Jahren gibt es den Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V. (BBS) bereits. Das Jubiläum im Juli war Anlass zu feiern - mit einem inklusiven Sportwochenende. Unter dem Motto „Behindertensport LIVE erleben“ hatte der Verband die barrierefreie Sportschule Baden-Baden Steinbach für ein Wochenende gebucht und bot einen bunten Mix aus Mitmachaktionen, sportlichen Wettkämpfen und gelebter Inklusion an.
Zahlreiche Besucher*innen mit und ohne Behinderung nutzten das Wochenende um verschiedene Sportarten hautnah zu erleben und selbst aktiv zu werden. Dazu zählten unter anderem Para Tischtennis, Sitzvolleyball, Powerchair Hockey (im E-Rollstuhl), Rollstuhlbasketball und ein Perspektivwechsel-Parcours zum Thema Blindheit und Sehbehinderung mit einer Blinden-Biathlon-Schießanlage.
Das Wochenende in der Sportschule stand laut BBS-Präsidentin Prof. Dr. Anja Hirschmüller stellvertretend für die Ziele und Aufgaben des Verbands. In ihrer Ansprache betonte Hirschmüller, dass sich der BBS nicht nur für die Förderung des Sports für Menschen mit Behinderung einsetzt, sondern diesen gleichzeitig auch sichtbar machen möchte, um zu sensibilisieren und Inklusion im Sport weiter voranzutreiben.
Ein weiteres Beispiel für gelebte Inklusion war das Angebot, für Menschen mit und ohne Behinderung, das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben. Acht motivierte Teilnehmer*innen zwischen 6 und 18 Jahren stellten sich der Herausforderung und legten am Vormittag das Sportabzeichen zunächst im angrenzenden Steinbacher Freibad (Schwimmnachweis) und im Anschluss im Stadion der Sportschule erfolgreich ab. Auch die Kinder-Rallye, die Kinder und Familien über das ganze Gelände und zu allen Sportstätten und Angeboten führte, fand großen Anklang.
Ein besonderer Höhepunkt war das „Laufen für den guten Zweck“: mit jeder gelaufenen Runde sammelten die Teilnehmenden Spenden zur Finanzierung neuer Sportrollstühle für die SRH Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd. Über 1200 Runden kamen am Ende zusammen, sodass zwei neue Sportrollstühle an das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung übergeben werden konnten.
Über das gesamte Wochenende lieferten sich beim internationalen, hochkarätig besetzen Rollstuhlhandball-Turnier sechs Mannschaften aus ganz Europa spannende Spiele. Teams aus Norwegen (Elverum und Oslo), Frankreich (Sélestat und Canteleu), den Niederlanden (Vaassen) und der BSG Offenburg, machten das Turnier bereits im Vorfeld zum bisher größten internationalen Rollstuhlhandballwettkampf in Deutschland überhaupt. Samstags wurden zunächst die Vorrunden- und Halbfinalspiele sowie das Spiel um Platz 5 ausgetragen, das am Ende Lokalmatador BSG Offenburg, gegen Nordtsrand IF Oslo aus Norwegen gewann. Am Sonntagvormittag wurden die Finals um Platz 3 und Platz 1 ausgespielt. In zwei spannenden und hochklassigen Begegnungen zeigten die europäischen Top-Teams ihr ganzes Können. Im Endspiel setzte sich das Team HBC Canteleu aus Frankreich gegen den CVO Vassen aus den Niederlanden durch. Platz 3 ging an den elsässischen Vertreter Sélestat.
„Die Rückmeldungen der teilnehmenden Mannschaften und der Besucherinnen und Besucher waren ausnahmslos positiv und teilweise fast schon euphorisch. Nicht nur einmal bekamen wir die Frage nach einer Neuauflage der Veranstaltung im nächsten Jahr gestellt“, freute sich BBS-Geschäftsführer Michael Eisele.
Auch das Fußballturnier für Menschen mit geistiger Behinderung sorgte am Samstagvormittag auf dem Rasenplatz mit mitreißenden Spielen für Begeisterung. In einem packenden 9-Meter-Schießen (Kleinfeld) sicherten sich die „Unzähmbaren Löwen“ des FV Muggensturm den Turniersieg und machten den Platz kurzzeitig zur Tanzfläche.
Den Abschluss des Wochenendes bildete das Walking Football-Turnier am Sonntagmittag und sorgte für einen sportlichen und zugleich geselligen Ausklang. Die südbadischen Mannschaften aus Breisach, Heimbach, Sandweier und Rotenfels waren der Einladung des BBS gefolgt, um eine weitere inklusive Form des Fußballs zu präsentieren – am Ende durfte sich der FV Bad Rotenfels über den Turniersieg freuen.
Christian Reinschmidt, Leiter der Sportschule, sprach anerkennende Worte gegenüber dem BBS aus: „Eine Sportschule für alle, das war unser Ziel. Und ich kann heute sagen: Wir haben unser Ziel erreicht!“
Text: BBS / DBS
