Aktuelles vom Para Triathlon
Para Triathlon-DM: Zwei Titel für Lena Dieter in acht Tagen
Zwei Starts, zwei Siege: Die deutschen Meisterschaften im schweizerischen Nottwill und eine Woche später in Hamburg entpuppten sich für Lena Dieter als gutes Pflaster. Sowohl über die Sprint-, als auch die olympische Distanz war die 27 alte Para Triathletin nicht zu schlagen. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse und besonderen Leistungen gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.
In Abwesenheit der meisten Bundeskaderathlet*innen hat Lena Dieter zwei starke Ausrufezeichen gesetzt und gleich zwei deutsche Meisterschaften gewonnen. Bei den Titelkämpfen in Hamburg, die im Rahmen des World Triathlon Hamburg ausgetragen wurden, war Dieter über die olympische Distanz in der Startklasse PTV nicht zu schlagen. Die Para Triathletin, die zwischen 2016 bis 2021 international an den Start ging und unter anderem einen Weltcup gewann, erreichte nach 3:03,20 Stunden das Ziel und krönte ihre erfolgreiche Woche nach ihrem Triumph über die Sprintdistanz mit dem zweiten nationalen Sieg in Folge.
Ebenfalls erfolgreich war Andrea Thamm, die in der Klasse PTS 5 mit einer Siegerzeit von 3:08,17 Stunden das Ziel erreichte. Außerdem setzten sich in Hamburg Tina Deeken (PTWC 2) und Annalena Tank (PTS 2) die Meisterkrone auf. Bei den Herren gewann Wolfgang Probst (PTS 5) in 2:29:04 Stunden und untermauerte damit seine bislang guten Leistungen in diesem Jahr. Probst war beim Weltcup im französischen Besançon mit Rang sieben eine Top-Platzierung gelungen.
„Mit Blick auf die Paralympics und die damit verbundene Vorbereitung passten die Titelkämpfe diesmal nicht in den Terminkalender der meisten Kaderathlet*innen. Umso mehr freue ich mich, dass in Abwesenheit der Arrivierten einige Talente die Gelegenheit genutzt haben, um sich zu zeigen“, sagte Bundestrainer Tom Kosmehl, der mit den potenziellen Paralympics-Teilnehmer*innen ab Freitag ins dreiwöchige Trainingslager nach Livigno (Italien) reist.
Ludwig verteidigt ihren Sprint-Titel
Eine Woche zuvor fanden zum dritten Mal die D-A-CH-Meisterschaften in der Schweiz statt, wo Vorjahressiegerin Neele Ludwig ihren Titel gegen Konkurrenz aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verteidigte. Die 33-Jährige war in der Klasse PTS 2 (1:39:48) über die 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und sieben Kilometer Laufen das Maß aller Dinge und behauptete sich vor Annalena Tank (1:59,11), die ihr erstes Rennen im Para Sport überhaupt bestritt.
Insgesamt hatten 15 deutsche Para Triathlet*innen die Chance genutzt, sich in einem deutsch-österreichisch-schweizerischen Vergleich zu messen. Darin integriert waren zum dritten Mal auch die nationalen Meisterschaften über die Sprintdistanz, die für Top-Athlet*innen wie Ludwig – vorbehaltlich ihrer Nominierung – zugleich ein wichtiger Test mit Blick auf die Paralympics in Paris waren.
In der Klasse PTWC durften sich Susanne Böhme (1:59:00), die vor Tina Deeken (2:00:16) im Ziel ankam, und Jan Froede (1:58:51; vor Thomas Rösicke) jeweils als deutsche Meister feiern lassen. In der PTS 4 triumphierte Uli Hoppe (1:26:30) vor Hans-Jürgen Westbrock (1:32,45) und Sabine Ellerbrock (1:35:47). Lena Höschen (1:24,23) war in der Klasse PTS 5 nicht zu schlagen, sie überquerte vor Sarah Steinke die Ziellinie (1:29,21). Mit der schnellsten Zeit des Tages gewann Julian Winter bei den Männern in 1:12,58 Stunden. Der sehbehinderte Athlet aus Bayern wurde bei einem Talenttag gesichtet und machte bereits im vergangenen Jahr mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Das Teilnehmerfeld des Para Wettbewerbs, der im Rahmen des Sempachersee Triathlons ausgetragen wurde, umfasste primär deutsche Aktive. Hinzu kamen sieben Para Triathletinnen und Triathleten aus der Schweiz und zwei aus Österreich.
2022 fand die erste gemeinsame Veranstaltung von Sportler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt, damals in der niederösterreichischen Landeshautstadt St. Pölten. Im Vorjahr wurden die D-A-CH Meisterschaften im bayerischen Altenkunstadt ausgetragen.
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Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Text: Stefanie Bücheler-Sandmeier / DBS mit Infos Deutsche Triathlon Union
