Aktuelles von Mailand & Cortina 2026
FAQ Paralympics 2026: Die wichtigsten Fragen auf dem Weg nach Mailand und Cortina
Am 6. März 2026 beginnen in Mailand und Cortina d’Ampezzo die 14. Paralympischen Winterspiele. Für zehn Tage werden sich in Norditalien die besten Para Wintersportler*innen der Welt messen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und das Team Deutschland Paralympics freuen sich auf spannende und emotionale Wettkämpfe, die vor der traumhaften Kulisse der Dolomiten ausgetragen werden. Um auf dieses einmalige Event bestens vorbereitet zu sein, gibt es hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Winter-Paralympics 2026.
Wann genau geht’s los?
Die Paralympischen Winterspiele werden am 6. März 2026 feierlich im römischen Amphitheater von Verona, das im Vorfeld barrierefrei umgebaut wurde, eröffnet. In den neun darauffolgenden Tagen finden dann insgesamt 79 Medaillenentscheidungen in sechs verschiedenen Sportarten statt, bevor die Abschlussfeier am 15. März 2026 in Cortina d’Ampezzo die Spiele beendet. Außerdem gibt es ein Jubiläum zu feiern: 2026 ist die erste Austragung von Paralympischen Winterspielen 50 Jahre her!
Welche Disziplinen gibt es?
Die etwa 650 teilnehmenden Athlet*innen aus der ganzen Welt messen sich in sechs verschiedenen Sportarten: Para Eishockey, Para Biathlon, Para Skilanglauf, Para Ski alpin, Para Snowboard und Rollstuhlcurling. Erstmalig wird es beim Rollstuhlcurling auch einen Wettbewerb im Mixed Double geben. Davon abgesehen werden alle Wettkämpfe, die auch 2022 bei den Paralympics in Peking ausgetragen wurden, erneut stattfinden.
Wer ist dabei?
Bis auf die Wettbewerbe im Rollstuhlcurling werden in allen Disziplinen deutsche Athlet*innen vertreten sein. Besonders freuen darf sich die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft, die sich das erste Mal seit 20 Jahren wieder für die Paralympics qualifizieren konnte. Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport beim DBS und Chef de Mission, sagt: „Ein erstes Ziel haben wir schon erreicht, da wir mit Para Ski alpin, Para Biathlon, Para Skilanglauf, Para Eishockey und Para Snowboard in fünf Sportarten dabei sind. Das sind so viele wie nie zuvor bei Winter-Paralympics. Zudem ist unser Team so groß wie seit vielen Jahren nicht mehr, es ist die drittgrößte deutsche Mannschaft bei Paralympischen Winterspielen. Beides stimmt uns bereits im Vorfeld sehr positiv."
Wer sind die deutschen Medaillenhoffnungen?
Besonders in den alpinen und nordischen Disziplinen sind die Athlet*innen des Team D Paralympics stark aufgestellt. Die Monoskifahrerin und vierfache Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster steht beispielsweise seit über zehn Jahren an der Weltspitze ihres Sports und will auch bei ihren vierten Paralympischen Spielen um die Medaillen fahren. Ebenso schielt Anna-Maria Rieder nach Bronze vor vier Jahren erneut Richtung Podium. Für Para Biathletin und Para Langläuferin Anja Wicker bedeuten die Spiele in den Dolomiten ebenfalls bereits die vierte Paralympics-Teilnahme. Die Stuttgarterin sorgte mit ihrem eindrucksvollen Gewinn von sieben Medaillen bei den letztjährigen Weltmeisterschaften für Vorfreude auf die Wettkämpfe in Italien.
Es werden aber auch einige vielversprechende junge Sportlerinnen an den Start gehen, die schon in den vergangenen Jahren überzeugt haben. Sowohl Linn Kazmaier als auch Leonie Walter dürfen sich seit den Spielen 2022 in Peking Paralympics-Siegerinnen nennen. Auch die 24-jährige Para Sportlerin des Jahres 2025, Johanna Recktenwald, hat sich hohe Ziele gesteckt und will in Tesero ihre erste paralympische Medaille gewinnen.
Bei den Männern könnten beispielsweise Marco Maier, Sebastian Marburger, Nico Messinger oder Lennart Volkert (alle Para Ski nordisch) um die Medaillen mitfahren. Para Ski alpin-Athlet Christoph Glötzner wurde in der vergangenen Saison außerdem bester einbeiniger Skifahrer und Siebter bei den Weltmeisterschaften. Er hofft im Slalom darauf, möglichst in den Kampf um die begehrten Podiumsplätze eingreifen zu können.
Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport beim DBS und Chef de Mission, betont: „Das Team D Paralympics besteht aus einem guten Mix aus erfahrenen Athlet*innen, die ihre bereits erzielten Medaillengewinne zu gerne wiederholen möchten, sowie zahlreichen Newcomern, die in Italien ihr Debüt erleben werden. Es ist eine Mannschaft mit vielen spannenden Charakteren und Geschichten, gleichzeitig ist es eine Mannschaft mit Potenzial und Perspektive. Mit Blick auf die Anzahl an Gesamtmedaillen wollen wir es unter die besten sechs Nationen schaffen.“
Wie groß ist die Vorfreude?
Nach 20 Jahren wieder Paralympische Winterspiele in den europäischen Alpen – da ist die Freude natürlich groß. Freund*innen und Familien der Athlet*innen können live bei den Wettbewerben dabei sein und anfeuern, das gibt den ein oder anderen Teilnehmenden vielleicht das kleine Extraquäntchen Kraft für die sportlichen Duelle. Auch die deutschen Medien können ohne Zeitverschiebung von den Wettbewerben berichten und die Zuschauenden zu Hause ohne Verzögerung informieren.
Warum sind die Paralympics wichtig?
Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des DBS, sagt: „Paralympics sind weit mehr als sportliche Wettkämpfe. Sie sind ein Motor für Inklusion, sie schaffen Sichtbarkeit für den Sport von Menschen mit Behinderung, sie überwinden Barrieren und setzen Impulse für gelebte Teilhabe. Sie verdeutlichen, was Para Sport für unsere Gesellschaft bedeutet: Mut, Exzellenz, Zusammenhalt und die Entschlossenheit, über sich hinauszuwachsen. Die Athletinnen und Athleten sind dabei Vorbilder für uns alle und für unsere gesamte Gesellschaft – mit ihrer Leistung, ihrer Haltung und ihrem Einsatz.“
Wo sind die Paralympics zu sehen?
ARD und ZDF werden umfassend von den Paralympics berichten. ARD zeigt am 11. März (14-17 Uhr) und 13. März (9-15 Uhr) die Wettkämpfe live im linearen Fernsehen, dazu sind die Paralympics am 12. und 14. März in die Wintersport-Berichterstattung des Senders eingebunden. Julia Scharf wird moderieren, die ehemalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber kommentiert als Expertin die Wettkämpfe. Im ZDF sind die Spiele am 9. und 10. März (jeweils 12-14 Uhr) zu sehen sowie am 7. und 8. März im Wintersport-Verbund mit Highlights der Eröffnungsfeier. Florian Zschiedrich als Moderator und Denise Schindler als Expertin kommentieren die Spiele. Neben der Ausstrahlung im linearen Fernsehen bieten beide Sender hundert weitere Stunden im Livestreaming an.
Darüber hinaus berichtet Eurosport erstmalig von den Paralympics und zeigt täglich Highlights der Wettkämpfe auf seinem TV-Sender und im Streaming.
Bereits im Vorfeld der Paralympics wird das ZDF einige der deutschen Athlet*innen vorstellen. Im Rahmen der Reihe „einfach mensch“ werden Para Snowboarder Christian Schmiedt (14.02., 12 Uhr), Para Ski nordisch-Sportlerin Anna-Maria Rieder (21.02., 12 Uhr) und Para Biathletin Johanna Recktenwald (28.02., 12 Uhr) portraitiert. Am 6. März (14.05 Uhr) wird die Doku „Paralympische Heldinnen“ ausgestrahlt über Para Ski alpin-Fahrerin Anna-Lena Forster und die amerikanische Para Snowboarderin Brenna Huckaby.
Wie komme ich an Tickets?
Tickets für die verschiedenen Wettbewerbe sowie für die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie sind auf der offiziellen Homepage der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 zu erhalten: Milano Cortina 2026 Official Ticketing – Olympic and Paralympic Winter Games
Gibt es wieder ein Deutsches Haus?
Selbstverständlich wird es wieder ein Deutsches Haus geben, wo die Athlet*innen ihre Erfolge feiern und miteinander und mit Vertreter*innen aus Sport, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik ins Gespräch kommen können. 2026 wird das Deutsche Haus im Golfclub von Cortina d´Ampezzo, einem idyllischen Holzbau mit Blick auf die Dolomiten, einziehen.
Wie sind die Sportarten auf die verschiedenen Standorte verteilt?
Die Paralympics werden nicht an nur einem Ort in Norditalien stattfinden, sondern sind gleich auf mehrere Standorte in den Alpen verteilt. So können nachhaltige Spiele gewährleistet werden, die die idealen Bedingungen für die verschiedenen Sportarten bieten. In Cortina d´Ampezzo werden die Wettbewerbe im Rollstuhlcurling, Para Snowboard und Para Ski alpin ausgetragen, die Para Ski nordisch-Athlet*innen treten in Tesero gegeneinander an und die Para Eishockey-Mannschaften spielen in Mailand um Siege und Medaillen.
Wird es einen Fackellauf geben?
Ja, es wird einen paralympischen Fackellauf geben. Die Paralympische Fackel wird in Stoke Mandeville, dem Geburtsort der Paralympics, hergestellt und dann nach Italien geflogen. Unmittelbar nach der Schlussfeier der Olympischen Spiele am 24. Februar beginnt die elftägige Reise der Paralympischen Fackel durch ganz Italien. 501 Menschen werden die Flamme auf einer Strecke von 2.000 Kilometern tragen. Das Feuer wird dabei in den Städten Rom, Bari, Neapel und Bologna Halt machen, bevor sie rechtzeitig zur Eröffnungsfeier der Paralympics nach Verona zurückkehrt. Die Reise soll die Gelegenheit bieten die wunderschönen Landschaften sowie das reiche kulturelle und historische Erbe Italiens kennenzulernen.
Was hat es mit den Maskottchen auf sich?
Mittlerweile ist es Tradition – zu den Olympischen und Paralympischen Spielen gibt es offizielle Maskottchen. Bei den Winterspielen in Norditalien werden die zwei Hermeline Tina und Milo die Athlet*innen neben der Piste oder dem Eis anfeuern. Die Namen der zwei Geschwister leiten sich aus den Austragungsorten ab: Milo für Mailand und Tina für Cortina. Tina repräsentiert außerdem die olympischen Sportler*innen, während Milo, der selbst nur ein Bein hat, für die paralympischen Athlet*innen steht.
Cortina d’Ampezzo – kennt man den Namen nicht irgendwoher?
Die Stadt mit nur etwa 5.400 Einwohnern ist bekannt als „Königin der Dolomiten“ und ist ein in aller Welt bekannter Ort des Wintersports. 1956 fanden dort bereits Olympische Winterspiele statt und spätestens seit dieser Austragung ist das Dorf ein beliebtes Reiseziel in den italienischen Alpen. Sogar im Kino war der Bergort schon zu sehen: der James Bond Klassiker „In tödlicher Mission“ von 1981 spielt ebenfalls in Cortina d’Ampezzo.
Wie werden die Medaillen aussehen?
Das Design der Medaillen steht fest! Die 137 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die in Milano/Cortina verliehen werden, tragen das Olympics- bzw. Paralympics-Logo in der Mitte und sind ansonsten schlicht gehalten. Eine schräge Linie trennt das runde Metall optisch, sodass die Medaillen aus zwei Hälften bestehen. Diese stehen für die zwei verschiedenen Austragungsorte und für die sportlichen Gemeinsamkeiten der Olympischen und Paralympischen Winterspiele.
