Aktuelles aus dem Bereich Leistungssport

Zwei Parakanuten im Kanu
© Sandra Müller

Die großen Höhepunkte 2016 der Parakanuten werfen ihre Schatten voraus. Um bei den Heimweltmeisterschaften im Mai in Duisburg und vor allem bei den Paralympics in Rio den Kampf um die Medaillen aufnehmen zu können, sind die deutschen Parakanuten zum Trainingslager in den Süden gereist.

Vivian Hösch mit ihrem Guide Florian Schillinger beim Langlauf
Vivian Hösch mit ihrem Guide Florian Schillinger © DBS/Benjamin Schieler

Martin Fleig und Vivian Hösch, beide vom Ring der Körperbehinderten Freiburg, haben am ersten Renntag des Ski-Nordisch-Weltcups für Sportler mit Behinderung dem deutschen Team zwei Medaillen beschert. Im Biathlon-Sprint (6/7,5 Kilometer) trotzten die Breisgauer am Montag den schwierigen Wind- und Streckenbedingungen. Hösch hatte zudem noch ein technisches Problem am Schießstand zu überwinden.

Annemie Schneider beim Ski alpin
Annemie Schneider © Soak, Schieler (2)

Ohne Stock geht es nicht mehr. „Die neue Prothese“, sagt Annemie Schneider und schaut verächtlich hinab, „die ist furchtbar“. Ein Moment des Schweigens verstreicht. Früher, da ging es noch ohne Stock und ohne Humpeln. Da merkte man Schneider im zivilen Leben kaum an, dass sie mit 17 Jahren bei einem Zugunglück ihr linkes Bein verloren hatte. Auf der Piste dagegen ist das immer offensichtlich gewesen. Weil sich die Oberschenkelamputierte auf einem Ski den Berg hinunterstürzte. Je steiler und eisiger, desto erfolgreicher. Fünf Rennen gewann sie allein bei Paralympischen Spielen. Der erste Goldlauf jährt sich in diesen Tagen zum 40. Mal.

Andrea Eskau beim Ski nordisch
Andrea Eskau © Nordic Paraski Team Deutschland

Der Weltcup-Zirkus im Ski Nordisch des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) macht Halt in Deutschland. Finsterau im Bayerischen Wald ist bis zum 28. Februar 2016 Schauplatz für sechs Rennen der Langläufer und Biathleten mit Behinderung. Der Ausrichter SV Finsterau rechnet mit Startern aus 18 Nationen – und neun deutschen Athletinnen und Athleten, die beim Heimspiel besonders motiviert sein dürften. Der Startschuss für die Wettkämpfe fällt am kommenden Montag, 22. Februar 2016.

Sandra Mikolaschek beim Tischtennis spielen
Sandra Mikolaschek © Simon Fabig

Die Tischtennis-Asse Sandra Mikolaschek und Holger Nikelis haben jeweils Gold bei den Lignano Open (Italien) gewonnen und einen perfekten Start ins Paralympics-Jahr geschafft.

Markus Rehm beim Weitsprung
Enttäuscht von der IAAF: Markus Rehm © Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Anfang Dezember 2015 hatten sich der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und Weitspringer Markus Rehm an den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) gewandt mit dem Ziel, konkrete Angaben und Kriterien für die mögliche Erstellung eines Gutachtens zu erhalten. Dieses ist notwendig geworden nach einem Beschluss des IAAF, wonach Leichtathleten mit Prothesen von einer Teilnahme bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden, sofern diese nicht nachweisen können, dass ihnen die „mechanische Hilfe“ keinen Vorteil verschafft. Auf eine Antwort warten DBS und Rehm seither vergeblich. "Das ist ein weiteres bedenkliches Signal", sagt der DBS.

 

Großer Sport vor traumhafter Kulisse: 12.500 Zuschauer feierten beim ISTAF Indoor 2016 in Berlin nicht nur das Comeback von Diskus-Olympiasieger Robert Harting, sondern auch vier paralympische Sportler. Über 60 Meter duellierten sich Heinrich Popow (Bayer Leverkusen), Thomas Ulbricht, Ali Lacin (beide PSC Berlin) und der Schweizer Philipp Handler. Popow knackte dabei in seiner Startklasse sogar den deutschen Rekord.