Ohne Stock geht es nicht mehr. „Die neue Prothese“, sagt Annemie Schneider und schaut verächtlich hinab, „die ist furchtbar“. Ein Moment des Schweigens verstreicht. Früher, da ging es noch ohne Stock und ohne Humpeln. Da merkte man Schneider im zivilen Leben kaum an, dass sie mit 17 Jahren bei einem Zugunglück ihr linkes Bein verloren hatte. Auf der Piste dagegen ist das immer offensichtlich gewesen. Weil sich die Oberschenkelamputierte auf einem Ski den Berg hinunterstürzte. Je steiler und eisiger, desto erfolgreicher. Fünf Rennen gewann sie allein bei Paralympischen Spielen. Der erste Goldlauf jährt sich in diesen Tagen zum 40. Mal.