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Blindenfußball-EM: Platz fünf erreicht, Paralympics-Chance gewahrt
Happy End für Deutschlands Blindenfußballer bei der EM im französischen Straßburg: Im wichtigen Spiel um Platz fünf bezwang das Team von Martin Mania Spanien knapp mit 1:0 (1:0), nachdem Deutschland in der Gruppenphase den Einzug ins Halbfinale nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hauchdünn verpasst hatte. Damit ist die Paralympics-Chance gewahrt.
Das goldene Tor in einem umkämpften Match gegen Spanien erzielte Natan Werner mit einem wuchtigen Schuss nach schöner Vorarbeit von Rasmus Narjes Mitte der ersten Halbzeit. Über weite Strecken war die DBS-Auswahl die spielbestimmende Mannschaft, kontrollierte das Geschehen und brachte die Führung letztlich über die Zeit. Das sorgte für doppelte Freude: Denn Platz fünf berechtigt zur Teilnahme an den European Para Championships im August 2027 in Genf. Dort geht es um ein Ticket für die Paralympics in Los Angeles 2028. Bislang hat es die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft noch nie zu den Spielen geschafft.
„Wir hatten die Mission, zu zeigen, dass wir die mit Abstand stärkste Mannschaft in der Zwischenrunde sind. Das ist uns mit Siegen gegen Rumänien und Spanien gelungen“, resümierte Cheftrainer Martin Mania. In Straßburg war es ein positiver Abschluss nach einer EM mit viel Licht und wenig Schatten – in fünf Spielen feierte Deutschland drei Siege, spielte einmal Remis und unterlag nur knapp gegen Paralympics-Sieger und Gastgeber Frankreich. Nach einem gelungenen 4:0-Auftaktsieg gegen Griechenland folgte ein 1:1 gegen England, ehe die DBS-Auswahl ausgerechnet im entscheidenden Spiel gegen Frankreich ihre schwächste Turnierleistung zeigte und durch einen abgefälschten Schuss mit 0:1 verlor. Weil England sein abschließendes Gruppenspiel gegen Griechenland mit 8:0 gewann, zogen sie noch durch das bessere Torverhältnis vorbei und erreichten das Halbfinale – Deutschland musste in die Zwischenrunde.
Cheftrainer Martin Mania: „Ich glaube, wenn wir gegen Frankreich besser spielen, müssen wir gegen sie nicht verlieren. Wir können da sogar gewinnen – und dann gewinnst du sogar die Gruppe und stehst im Halbfinale.“ Auf das Aus in der Gruppenphase reagierte das Team jedoch stark: Ein 4:1 gegen Rumänien legte den Grundstein, ehe der abschließende Sieg gegen Spanien den fünften Platz und die Qualifikation für die European Para Championships 2027 in Genf sicherte. Damit lebt der Traum von der ersten deutschen Paralympics-Qualifikation im Blindenfußball.
Stimmen zum Abschneiden bei der EM:
Cheftrainer Martin Mania: "Platz fünf war das erklärte Ziel, nachdem wir das Halbfinale verpasst hatten, und das haben die Jungs umgesetzt. Mit Blick auf das gesamte Turnier haben uns hier und da ein paar Prozent und ein paar Körner gefehlt, um noch erfolgreicher zu sein. Wir wissen, wo wir die Schwerpunkte setzen müssen und haben ein Jahr Zeit, um uns weiter zu verbessern. Was uns positiv stimmt, ist, dass wir vier verschiedene Torschützen hatten, das ist bei anderen Nationen nicht der Fall. Dass mit Frankreich und England unsere Gruppengegner im Finale stehen, unterstreicht das Pech bei der Auslosung."
Nationalspieler Taime Kuttig ordnete den Turnierverlauf klar ein: „Wir wollen zu den Paralympics 2028. Dann müssen wir vorweg solche Gegner wie Frankreich oder England schlagen. Daher bin ich nicht zufrieden. Das kann man nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase auch nicht sein. Ich wäre gerne ins Halbfinale gekommen.“ Schließlich qualifizierten sich die besten drei Teams der EM für die WM 2027 in Brasilien. Kuttig blickt voraus: „Im August 2027 haben wir bei den European Para Championships die nächste Chance. Es wird davon abhängen, wie viel wir in diesem Jahr noch an unseren Schwächen arbeiten.“
Die DFB-Stiftung Sepp Herberger und der DBS sind seit 2021 Kooperationspartner der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft. Die Fußball-Stiftung wurde 1977 ins Leben gerufen und engagiert sich unter anderem mit verschiedenen Projekten und Programmen aktiv im Fußball für Menschen mit Behinderung.
Text: Jonas Bargmann / DBS
Der deutsche EM-Kader:
Torhüter: Sebastian Themel (Geburtsort: Chemnitz/Verein: SF BG blista Marburg/41 Jahre), Nils Hemmenstädt (Bad Soden am Taunus/Fortuna Düsseldorf/28)
Feldspieler: Alexander Fangmann (Osnabrück/MTV Stuttgart/41), Taime Kuttig (SF BG blista Marburg/34), Rasmus Narjes (Bispingen/FC St. Pauli/26), Ilker Öztürk (Lemgo/FC Schalke 04/31), Alican Pektas (SF BG blista Marburg/33), Mulgetha Russom (MTV Stuttgart/48), Jonathan Tönsing (Hamburg/Borussia Dortmund/27), Natan Werner (Vandsburg/FC St. Pauli/18)
