Aktuelles vom Para Ski nordisch

Andrea Eskau © Ralf Kuckuck/ DBS-Akademie
Andrea Eskau © Ralf Kuckuck/ DBS-Akademie

Andrea Eskau vom USC Magdeburg hat der deutschen Nationalmannschaft der Para Skilangläufer und Biathleten im ersten Weltcup der Saison gleich zwei Siege beschert. Die 46-jährige Sitzskiathletin aus dem rheinischen Elsdorf gewann im kanadischen Canmore sowohl den Langlauf-Sprint als auch die mittlere Distanz. Alexander Ehler feiert mit 48 Jahren sein Weltcup-Debüt.

Clara Klug mit Begleitläufer Martin Härtl
Clara Klug mit Guide Martin Härtl © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Das Verhältnis zwischen Athlet und Trainer ist im Leistungssport geprägt von einem hohen Maß an Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit. Der eine muss sich darauf verlassen können, dass der andere in dieselbe Richtung läuft – und beide müssen davon überzeugt sein, dass der Weg ans Ziel führt. Das gilt vor allem dann, wenn die Athletin blind ist und der Trainer gleichzeitig ihr Guide in der Loipe.

Andrea Eskau beim Ski nordisch
Andrea Eskau ©Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Die Flower Ceremony war gerade vorüber, da trafen sich im Skistadion Finsterau die Wege der Weißrussin Liudmila Vauchok und der Deutschen Andrea Eskau. Vauchok war kurz zuvor im Langlauf-Rennen über die mittlere Distanz von fünf Kilometern bei den Frauen sitzend in 14:52.2 Minuten auf dem vierten Platz gelandet, Eskau in 14:30.5 Minuten auf dem zweiten. Es war bereits das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass Vauchok das Podest und damit das Geschenk für Medaillengewinner, WM-Maskottchen Filu als Stofftier, hauchdünn verpasste. Also drückte die 45-jährige Elsdorferin vom USC Magdeburg der Konkurrentin ihren Filu in die Hand.

Anja Wicker im Biathlon beim Schießen
Zielsicher: Anja Wicker © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Schon einen Tag vor dem Ende der nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Finsterau steht fest: Das deutsche Team hat die Erwartungen weit übertroffen und zum Abschluss der Biathlon-Wettkämpfe bereits die Medaillen 11 bis 13 bei dieser WM gefeiert. Im Sprint jubelten Anja Wicker sowie Clara Klug mit Guide Martin Härtl über Silber und Martin Fleig holte mit Bronze bereits seine vierte WM-Medaille. Ohne Edelmetall blieb Andrea Eskau – die sich allerdings mit toller Geste als große Teamplayerin zeigte.

Andrea Eskau
Andrea Eskau © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Was für ein packender Zielsprint, was für eine Kämpferin: Andrea Eskau hat im Langlauf über zwölf Kilometer alles aus sich herausgeholt und ist dafür bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften im bayerischen Finsterau mit Bronze belohnt worden – mit hauchdünnem Vorsprung. Auf Platz drei schaffte es auch Martin Fleig, der nach zweimal Gold im Biathlon für ihn selbst überraschend seine dritte WM-Medaille holte.

Die deutsche Mixd-Staffel mit Andrea Eskau, Steffen Lemker, Guide Martin Hörtl, Clara Klug, Nico Messinger und Guide Christian Winker
Die deutsche Mixd-Staffel © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Sie hatten auf eine Staffel-Medaille gehofft, doch die deutschen Langläufer mussten sich bei den Ski-nordisch-Weltmeisterschaften für Sportler mit Behinderung in Finsterau mit Rang vier begnügen. Im Mixed absolvierten Clara Klug (PSV München mit Guide Martin Härtl / SK Nesselwang), Steffen Lehmker (SV Kirchzarten), Andrea Eskau (USC Magdeburg) und Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg mit Guide Christian Winker / SSV Spaichingen) die 4x2,5 Kilometer in 28:49,3 Minuten.

Martin Fleig
Martin Fleig © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Martin Fleig reckte im Ziel beide Arme zum Himmel, drehte sich zum Publikum und verbeugte sich. Wenig später hing eine Deutschland-Fahne um seine Schultern und der 27-jährige Freiburger zitterte vor lauter Emotionen. „Ich kann das gar nicht glauben und bin überglücklich“, sagte der frischgebackene Doppel-Weltmeister bei der nordischen Ski-WM in Finsterau. Im Biathlon über die Langdistanz holte er seinen zweiten Titel und jubelte damit ebenso über Gold wie die Stuttgarterin Anja Wicker. Clara Klug rundete das starke Abschneiden der deutschen Mannschaft mit Silber ab.