Aktuelles aus London 2012

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen hat in der paralympische Vorrunde ihre weiße Weste gewahrt und mit einem souveränen 68:28 (10:5/34:19/53:24)-Kantersieg über Mexiko diese auf Platz eins abgeschlossen. Im Viertelfinale trifft die Mannschaft von Bundestrainer Holger Glinicki nun auf Gastgeber Großbritannien.

Erneut überzeugten die deutschen Reiterinnen die Jury und gewannen zwei Medaillen im Dessurreiten. Britta Näpel (Wonsheim, Rheinland-Pfalz) und ihr Pferd Aquilina 3 erreichten mit 77,4 % die Silbermedaille. Bronze mit 76,15 % ging erneut an Dr. Angelika Trabert (Dreieich, Hessen)auf Ariva Avanti. Die Goldmedaille errang die Britin Natasha Baker, die einen hervorragenden Punktestand von 82,8 % erritt.

 

Holger Nikelis (RSC Köln) streckte nach dem verwandelten Matchball die Faust in die Höhe. Der letzte Punkt zum verdienten 3:1-Sieg (11:4, 11:6, 3:11, 11:6) gegen den Franzosen Jean-Francois Ducay bedeutete für den Kölner Gold – zum zweiten Mal nach 2004 in Athen. Mit Nikelis und Ducay trafen in der Wettkampfklasse 1 die beiden Rollstuhl-Tischtennisspieler aufeinander, die sich den Platz an der Spitze der Weltrangliste teilen.

„Ich habe mir einen Traum erfüllt“, jubelte Sebastian Dietz, nachdem er in der Startklasse T35/36 die Goldmedaille gewann. Bereits vom ersten Versuch an war der Athlet vom SV Ahle auf Goldkurs, und von diesem ließ er sich nicht einmal durch den Chinesen Wenbo Wang beirren, der im zweiten Versuch 28 Zentimeter weiter warf. „Ich habe im Verlaufe des Wettkampfs gemerkt, dass ich meinem Traum immer näher komme. Das hat mich schon ein bisschen nervös gemacht“, gestand Sebastian Dietz.

In einem packenden Kugelstoß-Wettkampf hat Michaela Floeth in der Startklasse F42/44 mit Saisonbestleistung die Bronzemedaille gewonnen. Und das, nachdem sie nach einer Schulter-Operation im vergangenen Herbst erst im März dieses Jahres zum ersten Mal wieder eine Kugel in die Hand genommen hatte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt über zwölf Meter stoßen kann“, sagte sie erleichtert.

Der dritte Wettkampftag der Leichtathleten stand unter keinem guten Stern. Medaillenhoffnungen erfüllten sich nicht, traurige Athleten verließen das Olympic Stadium. Besonders Maria Seifert und Katrin Green waren nach ihren Finalläufen über 100 m untröstlich. Jeweils ein vierter Platz kam am Ende heraus und zerstörte alle Hoffnungen auf Edelmetall.

Er hat wieder zugeschlagen: Tischtennisspieler Jochen Wollmert (BS Solingen) hat in der Wettkampfklasse 7 zum dritten Mal nach Sidney 2000 und Peking 2008 Paralympics-Gold im Einzel gewonnen. Vor einer sensationellen Kulisse in der Excel-Arena bezwang der 47-Jährige den Londoner Lokalmatadoren William Bayley mit kühlem Kopf und einer beeindruckenden Vorstellung.