Aktuelles vom Deutschen Behindertensportverband

Stefan Kiefer, Friedhelm Julius Beucher und Hans-Jörg Michels
Stefan Kiefer, Friedhelm Julius Beucher und Hans-Jörg Michels © picture alliance / DBS

Wegweisend und denkwürdig war der 19. Verbandstag des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Im Scandic Hotel in Berlin wurden die Weichen für die Zukunft des Bundesverbandes gestellt und zahlreiche Neuerungen beschlossen. Friedhelm Julius Beucher trat nach 16 Jahren an der Spitze des DBS nicht mehr zur Wiederwahl an, bleibt dem Verband jedoch als Ehrenpräsident erhalten. Neuer Präsident ist Hans-Jörg Michels. Zudem stimmte der Verbandstag für eine neue Satzung. Dadurch werden Verantwortlichkeiten neu verteilt und Entscheidungsprozesse beschleunigt. Das Ziel: eine effiziente und zukunftsfähige Ausrichtung.

Friedhelm Julius Beucher mit Deutschlandfahne auf der Tribüne bei den Paralympics in Paris
Friedhelm Julius Beucher © Florian Schwarzbach / DBS

16 Jahre „exzessives Ehrenamt“ und schier unerschöpfliches Herzblut für den Sport von Menschen mit Behinderungen. 16 Jahre Botschafter, Kümmerer, Kämpfer, Netzwerker und gleichzeitig einer der größten Fans der deutschen Para Sportler*innen. Friedhelm Julius Beucher hat den Behindertensport in Deutschland geprägt wie kaum ein anderer. Nun endet eine Ära nach mehr als anderthalb Jahrzehnten. Beim 19. Verbandstag des Deutschen Behindertensportverbandes in Berlin ist der 78-jährige Bergneustädter nicht mehr zur Wiederwahl angetreten, sondern hat den Staffelstab weitergereicht. Eine Entscheidung, die er sich alles andere als leicht gemacht hat.

Die Teilnehmer*innen des Blinden- und Sehbehindertencamps beim Judo
Blinden- und Sehbehindertencamp

Ein Wochenende voller Para Sportangebote, neuer Freundschaften und einer paralympischen Bronzemedaille - all das erlebten die elf Teilnehmer*innen beim Blinden- und Sehbehindertensportcamp des DBS in Kooperation mit dem Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband. Die 6- bis 12-Jährigen nahmen an Trainingseinheiten der Sportarten Para Leichtathletik, Para Schwimmen und Para Judo teil und trafen mit Lennart Sass auf einen paralympischen Medaillengewinner.

Frank-Thomas Hartleb bei den Paralympics in PyeongChang 2018
Frank-Thomas Hartleb © Oliver Kremer / DBS

Er ist ein Urgestein des Sports von Menschen mit Behinderung in Deutschland, war der erste hauptamtliche Angestellte für den Leistungssport im Deutschen Behindertensportverband (DBS) und hat 17 Paralympische Spiele live miterlebt. Nach 35 Jahren als Sportdirektor ist nun Schluss – Frank-Thomas Hartleb verabschiedet sich in den Ruhestand.

Josia Topf © Mathias Schulz / DBS

„Wenn ein Gebäude Stufen hat, komme ich da nicht rein. Ich kann mir nicht allein die Jacke zumachen, keine Türe aufschließen, kein Brot schmieren, mir nicht die Haare kämmen und selbst für den Gang zur Toilette brauche ich Hilfe“, berichtet Paralympics-Sieger Josia Topf. Das „H“ in seinem Schwerbehindertenausweis für „hilflos“ sei daher leider gerechtfertigt. Trotzdem sagt der 22-jährige Para Schwimmer: „Ich bin zwar mit Einschränkungen auf die Welt gekommen, aber behindert werde ich.“ Um das zu ändern, ergreift er die Initiative selbst. 

Para Sportler*in des Jahres © Ralf Kuckuck / DBS

2024 war ein historisches Jahr für den Para Sport, die Paralympics in Paris ein Meilenstein. In die Geschichte der Ehrung der Para Sportler*innen des Jahres gehen allen voran die Para Schwimmer*innen und die Rollstuhlbasketballer ein. Bei der Gala des Deutschen Behindertensportverbandes im Telekom Forum in Bonn sind Elena Semechin und Taliso Engel sowie die Rollstuhlbasketball-Herren als Para Sportlerin, Para Sportler und Para Team des Jahres ausgezeichnet worden.

Para Judo-Tour 2025 © Ralf Kuckuck / DBS

Mit viel Engagement und einem starken inklusiven Gedanken ist im März die bundesweite Para Judo-Tour 2025 des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) in Kooperation mit dem Deutschen Judo-Bund (DJB) und der Aktion Mensch gestartet. Gastgeber der Auftaktveranstaltung war der Göttinger Judoclub im ASC Göttingen, es folgten Stationen in Leipzig und München. Ziel der Schnuppertage ist es, langfristig neue Angebote im Bereich des inklusiven Judo-Sports zu schaffen.