Aktuelles von der Para Leichtathletik

Claudia Nicoleitzik
Claudia Nicoleitzik © Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Die nächsten beiden Medaillen sind auf das Konto des deutschen Teams bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) gewandert. Nach dem Doppelsieg von Marianne Buggenhagen und Marie Hawkeswood (Kugelstoßen) am Morgen ging es in der Nachmittagseinheit des vierten Wettkampftages erfolgreich weiter. So sprintete Claudia Nicoleitzik (25, Völklingen/Saarland, TV Püttlingen) mit Jahresbestleistung zu Silber über 200 Meter und Daniel Scheil (42, Kulmain/Bayern, BSV Weiden) gewann im Kugelstoßen Bronze. Trotz Europarekord ganz knapp am Podium vorbeigesprintet ist Johannes Floors (20, TSV Bayer 04 Leverkusen). In einem spektakulären Rennen über 200 Meter gegen starke Konkurrenz, darunter auch die Teamkollegen Felix Streng und David Behre, fehlten Floors am Ende nur zwei Hundertstel zu Platz drei und sieben Hundertstel zu Silber.

 

Diese Dame ist und bleibt ein Phänomen: Marianne Buggenhagen (PSC Berlin) hat wieder zugeschlagen. Im Kugelstoßen der Startklasse F55 hat die 62-jährige Berlinerin bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) ihr 22. WM-Gold eingesammelt. Was für eine unglaubliche Leistung der unbezwingbaren „Grande Dame“ des paralympischen Sports, die den nächsten Erfolg ihrer atemberaubenden Karriere feierte. Neben Buggenhagen schaffte es eine weitere Deutsche aufs Podium: Marie Hawkeswood (49, PSC Berlin) gewann Silber. Zudem gelang Niko Kappel (20, Welzheim/BW, TSF Welzheim) ein erfolgreiches WM-Debüt. Der kleinwüchsige Newcomer holte im Kugelstoßen mit neuem deutschen Rekord (12,85 Meter) Silber.

Markus Rehm beim Weitsprung
Markus Rehm © Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Er hat es wieder getan: Markus Rehm ist nicht nur seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat Gold gewonnen. Pünktlich zum Jahreshöhepunkt hat der Weitspringer sogar einen neuen Weltrekord in den Sand gesetzt. Rehm (27, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen) erwischte einen perfekten Sprung – und landete bei unglaublichen 8,40 Meter. Elf Zentimeter weiter als seine bisherige Bestmarke. Was für eine Leistung des Paralympics-Stars bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar). Für das deutsche Team war es am zweiten Wettkampftag schon die dritte Goldmedaille. Zudem gewann Franziska Liebhardt (33, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen) im Kugelstoßen mit Europarekord Silber (Startklasse F37) und Youngster Felix Streng (20, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen) sprang in derselben Klasse wie Rehm (T43/44) auf Platz fünf, nur 14 Zentimeter fehlten zum Podium. Kugelstoßerin Ilke Wyludda (46, Halle/Saale, Hallescher Leichtathletik-Freunde) hat darüber hinaus Bronze geholt.

Vanessa Low
Vanessa Low © Marcus Hartmann

Was für ein goldiger WM-Start: Nach Gold und Bronze für Sebastian Dietz und Frank Tinnemeier am Morgen haben am Abend Vanessa Low (25, Oklahoma City/USA, TSV Bayer 04 Leverkusen) und Jana Schmidt (42, Klocksin/MVP, 1. LAV Rostock) im Weitsprung der Startklasse T42 für mächtig Furore gesorgt. Vanessa Low ist nicht nur zum Titel gesprungen und damit vor ihrer italienischen Dauerrivalin Martina Caironi gelandet – die 25-Jährige hat sogar einen neuen Weltrekord aufgestellt. Während die Italienerin einen Zentimeter unter der bisherigen Bestmarke blieb, die das Duo übrigens gemeinsam aufgestellt hatte, überbot Low ihre bisherige Bestleistung gleich viermal und krönte ihre sensationelle Gala im dritten Versuch mit neuem Weltrekord auf 4,79 Meter.

Sebastian Dietz
Sebastian Dietz © Markus Hartmann

Hervorragender Auftakt für die deutschen Sportlerinnen und Sportler bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar): Sebastian Dietz (30, Hüllhorst/NRW, LAV Bünde) hat im Kugelstoßen der Startklasse F36 für einen Paukenschlag gesorgt und mit neuer persönlicher Bestleistung die Goldmedaille gewonnen. In einem spannenden Wettkampf blieb Dietz (14,87 Meter) am Ende hauchdünn mit acht Zentimetern vor dem favorisierten Weltranglistenersten aus Russland, Vladimir Sviridov. Den tollen Start rundete Dietz‘ Teamkollege Frank Tinnemeier (43, Lemgo/NRW, TSV Hillentrup) im Kugelstoßen der Klasse F42 ab – mit neuem deutschen Rekord von 14,33 Metern sicherte er sich Bronze.

Sebastian Dietz
Sebastian Dietz © Markus Hartmann

Hervorragender Auftakt für die deutschen Sportlerinnen und Sportler bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar): Sebastian Dietz (30, Hüllhorst/NRW, LAV Bünde) hat im Kugelstoßen der Startklasse F36 für einen Paukenschlag gesorgt und mit neuer persönlicher Bestleistung die Goldmedaille gewonnen. In einem spannenden Wettkampf blieb Dietz (14,87 Meter) am Ende hauchdünn mit acht Zentimetern vor dem favorisierten Weltranglistenersten aus Russland, Vladimir Sviridov. Den tollen Start rundete Dietz‘ Teamkollege Frank Tinnemeier (43, Lemgo/NRW, TSV Hillentrup) im Kugelstoßen der Klasse F42 ab – mit neuem deutschen Rekord von 14,33 Metern sicherte er sich Bronze.

Katrin Müller-Rottgardt ist die Fahnenträgerin des deutschen Teams.
Katrin Müller-Rottgardt ist die Fahnenträgerin des deutschen Teams.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) sind eröffnet. Fahnenträgerin des 30-köpfigen deutschen Teams war die sehbehinderte Katrin Müller-Rottgardt, die mit ihrem Guide Sebastian Fricke über 100 Meter, 200 Meter und im Weitsprung an den Start gehen wird. Die Wettkämpfe gehen vom 22. bis zum 31. Oktober 2015. Verletzungsbedingt verzichten muss Bundestrainer Willi Gernemann mit Birgit Kober, Mathias Mester und Heinrich Popow gleich auf drei amtierende Paralympics-Sieger. Doch auch die verbleibenden Athletinnen und Athleten möchten mit möglichst vielen neuen Bestleistungen und Medaillen heimkehren - und so auch Qualifikationsplätze für die Paralympics in Rio de Janeiro sichern.