Aktuelles von der Para Leichtathletik

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Johannes Floors wurde mit einem Gendefekt geboren, der seine Beine verkrümmt wachsen ließ. Nach 15 Minuten Laufen zwangen ihn die Schmerzen immer zu einer Pause. Mit 17 entschied er sich für eine freiwillige Amputation beider Füße oberhalb des Knöchels - um ein besseres Leben zu haben! Im Oktober, keine vier Jahre später, startet er als drittschnellster 400-Meter-Läufer mit Prothesen der Welt bei der Paralympics-WM in Doha. "Galileo" zeigt die ungewöhnliche Erfolgsgeschichte.

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Staffel-Gold
Staffel-Gold © Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Es war der goldene Lauf, das erhoffte Highlight zum Abschluss: In einem sensationellen 4x100-Meter-Rennen legten Markus Rehm, David Behre und Felix Streng stark vor für Schlussläufer Johannes Floors. Schließlich musste sich dieser gegen den überragenden Amerikaner Richard Browne behaupten, der bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) zweimal Gold mit Weltrekord (100 und 200 Meter) holte. Doch die Amerikaner leisteten sich eine Nachlässigkeit beim letzten Wechsel – und Floors ließ sich diese Chance nicht nehmen und lief nach 41,86 Sekunden souverän als Erster über die Ziellinie. Was folgte, war grenzenloser Jubel beim siegreichen Quartett und auch beim deutschen Team auf den Rängen. WM-Titel, Staffel-Gold – und das sogar mit Europarekord.

Vanessa Low
Vanessa Low © DBS / Jörg Frischmann

Nach dem Weitsprung-Finale hatte es im Duell mit der italienischen Dauerrivalin Martina Caironi noch 1:0 für Vanessa Low gestanden. Die 25-Jährige sicherte sich bei der Leichtathletik-WM in Doha (Katar) ihr erstes internationales Gold ihrer Karriere – mit Weltrekord. Und hatte Blut geleckt. Auch über die 100 Meter wollte sich die doppelseitig amputierte Low in der Startklasse T42 nicht kampflos geschlagen geben, hatte allerdings gegen die schnelle Italienerin trotz neuer persönlicher Bestzeit und deutschem Rekord das Nachsehen. Mit 15,41 Sekunden lief die Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen als Zweitschnellste über die Ziellinie, während Caironi mit 14,61 Sekunden einen neuen Fabel-Weltrekord aufstellte und ihre Bestzeit aus dem Vorlauf noch einmal um vier Zehntel unterbot. Knapp an Bronze vorbeigelaufen ist Jana Schmidt als Vierte, der nur acht Hundertstel fehlten.

Martina Willing
Martina Willing © DBS / Jörg Frischmann

Souveräner kann man den WM-Titel nicht gewinnen: Speerwerferin Martina Willing (56, Brandenburg, BPRSV Cottbus) hat am achten Wettkampftag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) die insgesamt siebte Goldmedaille für das deutsche Team gewonnen – und zwar mit unglaublicher Dominanz. Jeder ihrer sechs Würfe flog über die 20-Meter-Marke und war damit weiter als die Versuche der Konkurrentinnen. Was für eine Show der 56-jährigen Brandenburgerin, die ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht wurde. Auf den Bronzerang schaffte es zudem noch Frances Herrmann mit dem Speer (26, Lübbenau/Brandenburg, BPRSV Cottbus), während Felix Streng, Thomas Ulbricht und Juliane Mogge das Treppchen knapp verpassten.

 

Was für ein grandioser siebter Wettkampftag aus deutscher Sicht. Einmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze lautet die stolze Ausbeute der deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten bei den Weltmeisterschaften in Doha (Katar). Dabei hat Marianne Buggenhagen (62, Berlin, PSC Berlin) auch im Diskus zugeschlagen und nach Gold im Kugelstoßen ihren zweiten WM-Titel geholt – welch ein Erfolg für die älteste weibliche Teilnehmerin bei dieser WM, die sich von den deutlich jüngeren Konkurrentinnen in der Startklasse F54/55 einfach nicht bezwingen lässt. Im gleichen Wettbewerb gewann Marie Hawkeswood Bronze (49, PSC Berlin). Zudem sprang Franziska Liebhardt auf Platz zwei (Weitsprung), während Irmgard Bensusan ebenfalls auf den Silberrang sprintete (400 Meter). Frederike Koleiski rundete das tolle deutsche Abschneiden mit Bronze im Kugelstoßen ab.

David Behre Jubel
David Behre Jubel © Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Was für ein phänomenales Rennen: Mit einem unnachahmlichen Schlussspurt ist David Behre (29, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen) über 400 Meter all seinen Konkurrenten in der Startklasse T44 davongerast und hat sich bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) die Goldmedaille geschnappt. Zudem siegte der 29-jährige Leverkusener mit Weltmeisterschafts-Bestzeit und holte sich seinen Europarekord zurück (48,42 Sekunden). Herausragender Dritter wurde bei seinem WM-Debüt Teamkollege und Newcomer Johannes Floors (20, Leverkusen, TSV Bayer 04 Leverkusen). Ebenfalls Bronze holte Claudia Nicoleitzik (25, Völklingen/Saarland, TV Püttlingen) über 100 Meter, nach Silber über 200 Meter ihre zweite Medaille bei dieser WM.

Léon Schäfer
Léon Schäfer © Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Das war knapp: Nur 9 bzw. 15 Zentimeter fehlten den deutschen Weitspringer (Startklasse T42) zum Sprung aufs Treppchen. So wurde Léon Schäfer (18, Bremen, TSV Bayer 04 Leverkusen) Vierter und sein Teamkollege Philipp Waßenberg (17, Alfter/NRW, TSV Bayer 04 Leverkusen) landete auf dem fünften Rang. Die beiden Newcomer feiern in Doha (Katar) ihre WM-Premiere und überzeugten in Abwesenheit des verletzten Heinrich Popow mit guten Leistungen. Einen neuen deutschen Rekord stellte die sehbehinderte Katrin Müller-Rottgardt mit ihrem Guide Sebastian Fricke über 200 Meter auf und wurde damit gute Fünfte. Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé belegte im 5000-Meter-Finale Platz neun in einem starken Teilnehmerfeld.