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Team-WM Tischtennis: Positive Zwischenbilanz

Marlene Reeg und Lena Kramm Bild vergrößern
Die Youngster Reeg/Kramm stehen im Halbfinale © Hannes Dosseler

Bei der Para-Team-Weltmeisterschaft in Bratislava hat die deutsche Mannschaft am dritten Wettkampftag bereits zwei Medaillen sicher. Sowohl die Silbermedaillengewinner von Rio der Wettkampfklasse 3, Thomas Brüchle und Tom Schmidberger, als auch die Youngster Lena Kramm und Marlene Reeg (WK 9-10) stehen bereits im Halbfinale. Jan Gürtler und Valentin Baus (WK 5) müssen zunächst noch ins Viertelfinale und für zwei Teams geht es im letzten Gruppenspiel noch um den Einzug ins Halbfinale. Auch für das zweite Damenteam Lisa Hentig und Sandra Mikolaschek ist in der WK 4-5 noch alles möglich.

Der Titel in der WK 4-5 der Damen wird in einer Fünfergruppe ermittelt – Bisher haben Hentig/Mikolaschek einen 2:0 Sieg gegen Taipeh und eine knappe Niederlage gegen den Gruppenkopf Serbien zu Buche stehen und somit noch alle Chancen auf Edelmetall. Für Paralympics-Teilnehmerin Mikolaschek und ihre Partnerin Hentig geht es am Freitag um alles. Morgens steht zunächst das Spiel gegen Großbritannien mit der Weltranglisten-Siebten Gilroy an, bevor sie am frühen  Nachmittag im letzten Spiel gegen die Lokalmatadoren aus der Slowakei an den Tisch müssen.

Das zweite Damenteam im Bunde sorgte in der Wetkampfklasse 9-10 in für eine faustdicke Überraschung: Lena Kramm und Marlene Reeg schlugen die favorisierten Russinnen Gorshkaleva/Litvinenko in einem wahren Krimi mit 2:1 und zogen somit als Gruppenzweite ins Halbfinale ein. Das Doppel startete vielversprechend, als die 16-jährige Reeg und die 19-jährige Kramm mit 2:0 Sätzen in Führung gingen, doch die Russinnen glichen aus. Das junge deutsche Duo ließ sich davon nicht beeindrucken und entschied den Entscheidungssatz mit 11:6 für sich. Anschließend stand Marlene Reeg der Abwehrspezialistin Olga Gorshkaleva gegenüber, mit der sie sich ein ausgeglichenes Match lieferte – das die Russin letztlich im vierten Satz knapp für sich entschied. Lena Kramm musste also beim Stand von 1:1 zum entscheidenden Spiel gegen Elena Litvinenko in die Box. Kramm legte vor und schien bei einem 2:0 auf der Siegerstraße, doch erneut startete die Russin eine Aufholjagd und schaffe den Satzausgleich.  Der fünfte Satz war an Spannung nicht zu überbieten – Kramm hatte beim Stand von 9:10 bereits einen Matchball gegen sich, doch die junge Bayerin triumphierte schließlich in der Verlängerung und machte die Sensation perfekt. Nun spielen die jungen Deutschen am Samstagvormittag gegen das Team aus der Türkei um den Einzug in das Finale.

Nichts anbrennen ließen Thomas Brüchle und Tom Schmidberger und zogen bereits am zweiten Wettkampftag ins Halbfinale ein. Die Zweitplatzierten der Paralympics von Rio gaben weder gegen Thailand noch gegen die Slowakei einen Satz ab und stehen als topgesetztest Team somit direkt im Halbfinale. Dort warten sie auf den Sieger der Begegnung zwischen Spanien und Schweden.

Jan Gürtler und Valentin Baus hingegen konnten in der WK 5 das Viertelfinale nicht umgehen. Mit einem glatten Sieg gegen Argentinien und einer 1:2 Niederlage gegen die Serben, mit dem einen Rang hinter Baus platzierten Weltranglisten-Vierten Mitar Palikuca, müssen die beiden Medaillenanwärter zunächst ins Viertelfinale. Dort begegnen sie ausgerechnet den Koreanern mit Kim Jung-Gil, der in Rio die Hoffnungen der beiden Deutschen beendete. Überraschend unterlag das koreanische Team Frankreich und wurde ebenfalls nur Gruppenzweiter – somit haben Baus und Gürtler im Viertelfinale eine große Herausforderung zu bewältigen.

Bereits früh am Morgen geht es für das deutsche Duo in der WK 6 um alles: Thomas Rau und Tim Laue spielen nach einer Niederlage gegen die topgesetzten Spanier und einem Sieg gegen Griechenland  nun gegen die Kroaten um den Einzug ins Halbfinale. Die Form stimmt auf jeden Fall, denn gegen den Weltranglisten-Ersten Alvaro Valera und seinen Partner Alberto Seone Alcazar waren die Deutschen einem Sieg gar nicht so fern – sowohl das Doppel als auch das Einzel von Rau gegen Valera gingen erst im fünften Satz an Spanien.

Genau das gleiche Schicksal ereilte Christian Kalb und Yannik Rüddenklau in der WK9: Im ersten Gruppenspiel gegen das an Position Eins gesetzte Japan führte das neu zusammengesetzte Team im Doppel bereits mit 2:1-Sätzen und konnte doch den Sack nicht zu machen. Rüddenklau hatte in seinem Spiel gegen die Nummer zwölf der Welt, Koyo Iwabuchi, dann sogar zwei Matchbälle, doch schließlich stand im Ergebnisbogen ein 2:0 für Japan. Nun gilt es im zweiten Gruppenspiel gegen Kasachstan zu siegen und als Gruppenzweiter ins Halbfinale einzuziehen.

Um Platz sieben bis elf geht es für Johannes Urban und Joshua Wagner in der WK 8. Die beiden schlossen ihre Gruppe mit einem Sieg gegen Japan und Niederlagen gegen Ungarn und Polen setzungsgemäß auf Platz 3 ab, wobei sie den in der Weltrangliste weit über ihnen platzierten Polen Grudzien/Skrzynecki einen großen Kampf lieferten. Nun treffen sie mit Großbritannien erneut auf einen starken Gegner in den Platzierungsspielen, doch Urban/Wagner wollen ihre Chancen nutzen.

"Ich habe hier bisher bereits sehr gute Leistungen meines verjüngten Teams gesehen", fasste Bundestrainer Volker Ziegler ein Zwischenfazit. "Der Halbfinal-Einzug von Lena und Marlene war so nicht zu erwarten und freut mich besonders, aber auch andere Naschwuchsspieler haben durchaus überzeugt. So darf es morgen ruhig weitergehen“, sagte Ziegler: „Leider mussten Stephanie Grebe und Corinna Hochdörfer ihren Start absagen, da Steffi kurz vor dem Abflug erkrankte. Auch sie hätten eine große Chance auf eine Medaille gehabt.“

Auf der Website des Veranstalters www.so-tabletennis.com finden Sie alle aktuellen Ergebnisse sowie einen Livestream von zwei Tischen.



Quelle: Sonja Scholten

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