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Englische Standards lassen Halbfinal-Traum platzen

Deutschland gegen Großbritannien Bild vergrößern
Deutschland vs. Großbritannien © Ralf Kuckuck / BSBerlin

Ein Unentschieden hätte den deutschen Blindenfußballern zum ersehnten Einzug ins Halbfinale gereicht, doch Titelfavorit England verhinderte mit einer abgezockten Leistung schwarz-rot-goldenen Jubel auf den vollbesetzten Rängen in der Arena am Anhalter Bahnhof. Durch die am Ende zu hoch ausgefallene 0:3 (0:1)-Niederlage hat das deutsche Team von Cheftrainer Ulrich Pfisterer den anvisierten Sprung in die Runde der letzten Vier bei der Heim-Europameisterschaft in Berlin verpasst.

Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den deutschen Spielern nach dem Schlusspfiff. Mit vielen guten Chancen und einem kämpferischen Auftritt war es wohl die beste Leistung der Gastgeber in diesem Turnier. Allerdings wartete mit den ungeschlagenen Engländern auch der stärkste Gruppengegner, der noch kein Gegentor kassiert hatte. Da Frankreich deutlich mit 7:0 gegen Italien gewonnen hatte, war bereits vor dem Anpfiff klar, dass die Mannschaft mindestens einen Punkt zum Weiterkommen benötigt. Doch kurz nach dem Beginn direkt die kalte Dusche: Freistoß England, 1:0-Führungstreffer (3.). „Damit war unsere Taktik über den Haufen geworfen“, seufzte Teammanager Rolf Husmann. Die Deutschen ließen sich davon dennoch nicht entmutigen und hatten Pech. Taime Kuttig schoss kurz nach dem 0:1 einen tollen Freistoß ans Lattenkreuz. Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der das deutsche Team sogar die Initiative übernahm. Erneut Kuttig, Jonathan Tönsing an den Pfosten, Alexander Fangmann und Ali Pektas hatten den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterten allerdings am starken englischen Torhüter. Auf der Gegenseite parierte Sebastian Themel einen fragwürdigen Sechsmeter.

Nach dem Seitenwechsel erspielte sich das deutsche Team weitere Chancen gegen die gut organisierte Verteidigung der Engländer und musste gleichzeitig auf Konter aufpassen. Für die Vorentscheidung sorgte jedoch erneut eine Standardsituation. Wieder verwandelten die Engländer einen Freistoß – 2:0 (34.). Deutschland warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, fing sich aber den dritten Gegentreffer (38.) – aus der Traum vom Halbfinale. „Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Bis auf die Standards hatten wir die Engländer sehr gut im Griff“, sagte Torhüter Themel. Ausschlaggebend sei jedoch nicht die Partie gegen England gewesen, sondern die 1:2-Niederlage gegen Frankreich im zweiten Spiel, als das deutsche Team sich in einer Minute beide Gegentore fing.

„Die Mannschaft hat eine exzellente kämpferische Leistung gezeigt. Leider haben uns die Standards und unsere eigenen vergebenen Chancen das Genick gebrochen. Zudem hat uns das frühe Gegentor natürlich nicht in die Karten gespielt. Danach waren wir manchmal zu hektisch und haben es zu sehr mit der Brechstange versucht gegen Turnierfavorit England, der clever verteidigt hat“, resümierte Teammanager Rolf Husmann.

Doch die positive Nachricht folgte wenige Stunden nach der Niederlage gegen England. Denn am Freitag um 19.30 Uhr steht für die deutsche Mannschaft noch ein „Endspiel“ auf dem Programm. Dann geht es gegen die Türkei nicht nur um Platz fünf, sondern auch um die Qualifikation für die WM 2018. Da Gastgeber Spanien am Abend den Sprung ins Halbfinale schaffte, reicht auch der fünfte Platz für eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr. Das Finale der EM steigt dann zum Abschluss am Samstag. Alle Infos gibt es unter www.euro2017.berlin.

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