Rehabilitationssport für die Psyche

Wer bietet Rehabilitationssport an?

Der Rehabilitationssport wird in den ca. 6.300 Vereinen (Stand 2016) des DBS mit seinen Landes- und Fachverbänden von qualifizierten Übungsleiter/innenn B Rehabilitationssport geleitet. Für den Bereich der psychischen Erkrankungen steht der Profilblock 80 "Psychiatrie" zur Verfügung. Die Umsetzung des Rehabilitationssports richtet sich nach der jeweils aktuellen Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining.

Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins insbesondere für Mädchen und Frauen mit oder mit drohender Behinderung werden als eigenständige Übungsveranstaltung angeboten. Hierbei muss mindestens einer der zwei ausgebildeten Übungsleiterinnen, die diese Übungsveranstaltung anbieten, das DBS-Weiterbildungszertifikat „Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins für Mädchen und Frauen mit oder mit drohender Behinderung (SGB IX, §64 (früher §44))“ besitzen.

Was kostet mich die Teilnahme am Rehabilitationssport?

Dr. Bodo Liese von der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) beschreibt, dass  eine stationäre oder ganztägig ambulante medizinische Rehabilitation anschließend durch Rehabilitationssport oder Funktionstraining in Gruppen ergänzt und Ihr Rehabilitationserfolg durch ein Nachsorgeprogramm in Wohnortnähe gefestigt werden kann (sog. Intensivierte Reha-Nachsorge, IRENA). Über die Notwendigkeit entscheiden die Ärzte/innen in den Rehabilitationseinrichtungen. Sie stellen auch eine entsprechende Verordnung aus, welche in der Regel bis zu 6 Monate gilt, sofern der behinderte oder von Behinderung bedrohte Mensch diese Leistungen spätestens innerhalb von 3 Monaten nach Ende der medizinischen Rehabilitation beginnt. Kostenträger ist in diesem Falle die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Es entstehen Ihnen hierfür keine Kosten.

Die Vergütung für die Teilnahme am ärztlich verordneten Rehabilitationssport im Verein ist zwischen den Vereinen und den Rehabilitationsträgern vertraglich geregelt. Die Rehabilitationsträger übernehmen den Rehabilitationssport hierbei grundsätzlich als ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation, im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Wenn Sie dem Verein, in dem Sie Rehabilitationssport machen möchten, eine durch Ihren zuständigen Rehabilitationsträger (z. B. DRV oder gesetzliche Krankenkasse) genehmigte ärztliche Verordnung vorlegen, entstehen für Sie somit ebenso keine Kosten.

Ein Ziel des Rehabilitationssports ist es, jede/n Teilnehmer/in an ein lebensbegleitendes Sporttreiben heranzuführen, um die Nachhaltigkeit zu sichern. Es kann damit die Gesundheit gestärkt oder bestehende Erkrankungen gebessert und gelindert werden. Darüber hinaus kann auch während des Verordnungszeitraums freiwillig von Ihnen eine Mitgliedschaft im Verein abgeschlossen werden, mit der Sie zusätzliche Vereinsangebote nutzen können. Somit unterstützen Sie auch die Arbeit des Vereins.

Wie kann ich mich zum/zur Übungsleiter/in für Rehabilitationssport ausbilden lassen?

Im Bereich des Rehabilitationssports werden Übungsleiter/innen für verschiedene Indikationen ausgebildet. Eine Übungsleiterlizenz im Rehabilitationssport (2. Lizenzstufe) kann in einer der sechs Profile erworben werden, darunter Orthopädie, Innere Medizin, Sensorik, Neurologie, Geistige Behinderung und Psychiatrie. Um für die Zielgruppe Menschen mit psychischer Erkrankung Rehabilitationssport anbieten zu können, ist eine „Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport Psychiatrie“ notwendig. Das Ausbildungssystem im DBS ist modular aufgebaut und beginnt mit dem Grundlagenblock 10 (insgesamt 90 Lerneinheiten) für alle Lizenzen. Erst nach erfolgreicher Teilnahme oder Anerkennung dieses Blockes ist eine Teilnahme an den Profilblöcken der jeweiligen Lizenz möglich (u. a. Profilblock 80 „Psychiatrie“ mit insgesamt 90 Lerneinheiten). Die Lizenzen sind in der Regel für vier Jahre gültig (mit Ausnahme der Übungsleiterlizenz Rehabilitationssport B Profil Innere Medizin, die auf zwei Jahre befristet ist). Um die Lizenz zu verlängern muss in dem Gültigkeitszeitraum eine Fortbildung mit mindestens 15 Lerneinheiten absolviert werden.

Die Ausbildungen im DBS richten sich an alle interessierten und sportaktiven Vereinsmitglieder, die mindestens 18 Jahre alt sind und in ihrem Verein Sport für Menschen mit oder mit drohender Behinderung sowie mit chronischer Erkrankung anbieten möchten.

Die gesamte Angebotspalette der Aus-, Fort- und Weiterbildung des DBS können im jährlich erscheinenden DBS-Lehrgangplan nachgelesen werden. Der DBS-Lehrgangsplan steht als E-Paper auf der Homepage des DBS zur Verfügung. Bei Fragen zu den Bildungsangeboten können Sie gerne die Landes- und Fachverbände, die DBS-Akademie sowie den DBS kontaktieren.