Aktuelles aus dem Bereich Medizin

Sonderpublikation „Multiple Sklerose“ beigelegt in der Zeitung „Die Welt“ am 29. Mai 2013

Heute am 29. Mai 2013 erscheint zusammen mit der Zeitung "Die Welt" eine Sonderpublikation „Multiple Sklerose“, die ein Produkt des  Verlages Mediaplanet ist. Diese Themenzeitung Informiert Interessierte umfangreich über die Erkrankung. U. a. ist „Sport bei Multipler Sklerose“ ein Thema. Neben einem Interview mit dem Radsportler Andreas Beseler, der selbst MS hat, wurde ein Beitrag von der leitenden Ärztin des DBS Frau Dr. Vera Jaron zum Thema „Teilhabe durch Bewegung, Spiel und Sport“ publiziert, der im Folgenden zu lesen ist:

 

Teilhabe durch Bewegung, Spiel und Sport

Ein Beitrag von Dr. Vera Jaron, leitende Ärztin für Breiten-, Präventions- und Rehabilitationssport sowie Bildung /Lehre im Deutschen Behindertensportverband und aktive Übungsleiterin im Rehabilitationssport und Therapeutischen Reiten.

Teilhabe durch Bewegung, Spiel und Sport, das hat sich der Deutsche Behindertensportverband e.V. (DBS) auch für Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind, auf die Fahnen geschrieben.

Als zuständiger Spitzenverband für Rehabilitations‐, Breiten‐, Präventions- und Leistungssport für Menschen mit Behinderung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bildet der DBS Fachübungsleiter aus, die diese Sportangebote vermitteln. Ziel des Rehabilitations- und Breitensportes ist es, einerseits Beweglichkeit und Koordination zu erhalten, beziehungsweise zu verbessern, andererseits aber auch neue soziale Kontakte zu knüpfen und damit Rückzugstendenzen zu vermeiden, die für viele Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen häufig  drohen, weil es ihnen schwerfällt, ihre Erkrankung anzunehmen und auch öffentlich darüber zu sprechen.

Verbesserung der Alltagskompetenz

Rehabilitationssport- oder auch Breitensportangebote, wie beispielsweise therapeutisches Reiten, wie sie von den Vereinen in den Landesbehindertensportverbänden des DBS angeboten werden, bedeuten für MS-Patientinnen und -Patienten eine Verbesserung ihrer Alltagskompetenz und Lebensqualität und sind damit wichtige Bausteine in der Rehabilitationskette sowie Hilfe zur Selbsthilfe. Die Angebote in festen Gruppen bieten neben dem Sport auch die Möglichkeit des Austausches mit Gleichgesinnten und die Teilnahme an Freizeitangeboten der Vereine. Gelebte Inklusion heißt, jedem Menschen den Zugang in die Strukturen eines Sportvereines zu ermöglichen. Dieses bedeutet nicht nur die gleichberechtigte Teilhabe, sondern ermöglicht auch den nichtbehinderten Mitgliedern eines Vereins, einen ungezwungenen Umgang mit Menschen mit oder mit drohender Behinderung, sowie chronischer Erkrankung zu erlernen. Letztendlich ist es eine Win-win-Situation für alle.

Positive Beeinflussung der Begleiterscheinungen

Spezielle Zielsetzungen für MS-Erkrankte sind Erhalt beziehungsweise Verbesserung von Koordination, Gleichgewicht und Kraft. Die Verkrampfung der Muskulatur und abnorme Ermüdbarkeit können durch gezieltes Training positiv beeinflusst und die Sturzneigung verringert werden. Beim therapeutischen Reiten beispielsweise wirkt sich die dreidimensionale Bewegung des Pferderückens krampflösend aus, sodass viele Patientinnen und Patienten direkt nach dem Reiten eine Verbesserung der Gehfähigkeit und Entspannung bemerken. Letztendlich verbessert regelmäßiges Training auch die Immunabwehr und trägt zur Vermeidung von Infekten bei.

Daher sollten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen und Patienten Mut machen, von den oben genannten Sportangeboten Gebrauch zu machen.

Informationen für Betroffene

Weitere Informationen für Interessierte sowie für Ärztinnen und Ärzte zum Rehabilitationssport sind auf der Internetseite des DBS bereitgestellt: http://www.dbs-npc.de/sportentwicklung-aktuelles.html. Auch die jeweiligen DBS-Landessportverbände, deren Kontaktdaten der DBS-Internetseite entnommen werden können, und die Vereine vor Ort können Informationen zum Rehabilitationssport und weiteren Sportangeboten für Menschen mit MS geben.“