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Ruderer haben erfolgreiche WM hinter sich gebracht

Die Ruder-Weltmeisterschaften fanden in diesem Jahr vom 28. August bis 4. September 2011 in Bled, Slowenien, statt. Die malerische Umgebung rund um den Bleder See, bildete die Kulisse für insgesamt 68 Nationen, die neben den Medaillen auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London kämpften. Die Rennen im Handicap-Rudern, die traditionell in die Weltmeisterschaften der Ruderer integriert sind, wurden in den vier paralympischen Bootsklassen ausgetragen. Neben dem TA-Mixed 2x (trunc– arms/ Oberkörper + Arme gemischt) und dem AS W 1x (arms – shoulders / Arme + Schultern weiblich), die nicht nominiert werden konnten, stellte sich erstmalig Johannes Schmidt im AS M 1x dem starken Feld der Konkurrenz. Der LTA- Mixed 4+ (legs – trunc – arms/ Beine + Oberkörper + Arme gemischt) konnte von Bereichstrainer Thomas Böhme in derselben Besetzung wie 2010 nominiert werden.

Erstmalig für den deutschen Ruderverband am Start, konnte sich der Vierer der geistig behinderten Sportler (ID LTA 4+) über einen erfolgreichen zweiten Platz und die Silbermedaille freuen. Thomas Böhme ist mit diesem Auftakt sehr zufrieden: „Gerade in Hinsicht auf die paralympischen Spiele 2016, ist dies ein bedeutender Erfolg. Auch wenn diese Bootsklasse in London nicht ausgeschrieben sein wird, liegt ein entsprechender Antrag dem Paralympischen Komitee bereits vor“. Die Entscheidung wird nach der Austragung 2012 erwartet. Die Besetzung, des von Monika Tampe trainierten reinen Vereinsvierer des BRC Hevella, wird mit Clara von der Grün, Paula Hamann, Fabian Neitzel, Maximilian-Rudolph Kunze, Steuermann Florian Schäfer und Ersatzmann Florian Wall auch in der Zukunft weiterhin zusammen trainieren.

Johannes Schmidt, der im Halbfinale mit nur 4 Hundertstel den Einzug in das A- Finale und die sicher Qualifikation für die paralympischen Spiele im kommenden Jahr verpasste, fuhr ein beherztes Rennen im kleinen Finale. Hier wurden weitere 2 Startplätze an die ersten beiden Boote für London vergeben. Der sechste Platz an Ende des Rennens stellte zwar einen persönlichen Erfolg für den Newcomer im Feld dar, reichte jedoch in diesem Anlauf noch nicht für die Qualifikation: Johannes hierzu: „Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, insbesondere der Vorlauf und das Halbfinale waren sehr gut und zeigen, dass unsere Arbeit in die richtige Richtung führt. Im B-Finale war dann leider der Akku leer und ich konnte mein Ziel nicht erreichen. Meine Aufgabe für die kommenden Monate ist daher klar, ich werde mir eine "Eisendiät" verordnen, in Form von Hantelstangen und Gewichten. Ich muss über den Winter an meiner Physis arbeiten, um im kommenden Jahr eines der Tickets zu lösen, die noch beim Weltcup in Belgrad vergeben werden.“

Der LTA Vierer konnte seine Leistung aus der vergangenen Saison bestätigen und wiederum mit Bronze im Gepäck die Heimreise antreten. Für Anke Molkenthin (Waginger Ruderverein), Martin Lossau (RV Tegelort), Michael Schulz (Frankfurter RG Nied 1921 e.V.), Christiane Quirin (Breisacher Ruderverein) und Stfr. Katrin Splitt (BRC Hevella) bedeutete dies auch die direkte Qualifikation für die Paralympischen Spiele.

Michael Schulz, der aufgrund einer krankheitsbedingten Umsetzung erst kurzfristig die Aufgabe des Schlagmannes übernahm, äußerte sich nach dem Rennen positiv zur Entwicklung der letzten Tage in Bled. „Ich denke, wir haben in den Tagen zwischen Vorlauf und Finale noch einmal sehr gut an unserer Abstimmung und individuellen Technik gearbeitet. Jeder Einzelne war hier extrem gefordert, auch unser Trainer, Thomas Böhme, der es in kürzester Zeit wiederum geschafft hat, ein schlagkräftiges Team zu bilden. Am Ende waren die Briten zwar weg, aber Kanada mehr als in Reichweite, was uns optimistisch für die kommende Saison stimmt. Um aber in einem Jahr ganz vorne mitmischen zu können, gilt es, die heutige individuelle Leistungsfähigkeit und Technik zu optimieren. In den noch fast 12 Monaten bis zu den paralympischen Spielen ist es daher an jedem von uns, sich durch gute Leistungen bis zur Nominierung neu zu empfehlen.“

Quelle: Katrin Splitt
Foto: Oli Quickert

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