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Unter lautem Jubel über die Ziellinie

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Quelle: pa.picture alliance

Im dritten und letzten Lauf im Snowboardcross wollte Stefan Lösler noch einmal alles zeigen. Bis rund 100 Meter vor dem Ziel war der einzige klassifizierte deutsche Para-Snowboarder wie auch schon im zweiten Durchgang schnell unterwegs. Doch dann kam er zu schnell über einen Sprung, verlor den Kontakt zum Boden und landete spektakulär im Fangzaun. Aufgegeben hat Lösler dennoch nicht. Er kämpfte sich zurück auf die Piste und beendete den Lauf unter dem lauten Jubel der zahlreichen Zuschauer im Alpin Center in Rosa Khutor. „Das Publikum konnte ich gut hören. Ich wollte unbedingt über die Ziellinie“, grinste der 29-Jährige aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) in der Mixed Zone. Vollkommen zufrieden war er mit dem 22. Platz jedoch nicht. „Es war super cool und hat richtig Spaß gemacht. Ich hätte aber gerne zwei tolle Läufe gezeigt.“

Ging Lösler im ersten Durchgang noch mit einer Portion Nervosität auf die Strecke und kam nach einem Sturz nach 1:16,35 Minuten ins Ziel, zeigte der 29-Jährige im zweiten Lauf mit 1:06,37 Minuten eine ganz starke Leistung. „Das war richtig geil“, jubelte Lösler völlig gelöst im Ziel. Chancen auf Medaillen hatte sich Lösler im Vorfeld ohnehin nicht ausgerechnet. Mit einer Knieexartikulation am linken Bein infolge eines Unfalls zählt der Baden-Württemberger zu den am meisten eingeschränkten Sportlern im Teilnehmerfeld. Ein Kategorien- oder Faktorsystem, das die jeweilige Behinderung berücksichtigt, fehlt bei der paralympischen Premiere im Snowboardcross noch. So messen sich unter anderem die Oberschenkelamputierten, zu denen auch Lösler zählt, mit den Unterschenkelamputierten. Diese sind entsprechend im Vorteil, wenn es darum geht, die technisch anspruchsvolle Strecke dreimal so schnell wie möglich herunterzujagen, wobei die beiden besten Zeiten in die Wertung fließen.

So feierten die Amerikaner Evan Strong (1:43,61), Michael Shea (1:44,18) und Keith Gabel (1:47,10) einen Dreifach-Erfolg. Zwar lag Lösler mit 2:22,72 Minuten deutlich hinter der Spitze, doch es überwog die Freude. „Es war wichtig, diese junge Sportart zu repräsentieren. Die Paralympics waren ein wunderbares Erlebnis und wir sind alle glücklich, dass es Snowboard zu den Spielen geschafft hat.“

Nun bleibt die Hoffnung, dass das System in den kommenden vier Jahren vergleichbarer wird, so dass auch der deutsche Snowboarder die Möglichkeit hat, um Medaillen mitzufahren. Das nächste große Ziel nimmt Stefan Lösler aber bereits 2016 in den Fokus. Dann will er zu den Sommer-Spielen in Rio de Janeiro – im Para-Triathlon.

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