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Anja Wicker versilbert ihre Goldmedaille

Nach Gold im Biathlonwettbewerb über zehn Kilometer hat Anja WICKER ihre Medaille am Freitag versilbert und sorgte für eine weitere faustdicke Überraschung. In einem wiederum spektakulären Rennen mit einer fehlerfreien Schießleistung hat die 22-jährige Stuttgarterin beim Biathlonwettkampf über 12,5 Kilometer die Silbermedaille gewonnen. Gold ging an die Russin Svetlana KONOVALOVA. Bronze erkämpfte sich Olena IURKOVSKA aus der Ukraine. Andrea Eskau (USC Magdeburg) kam in der gleichen Klasse bei den Schlittenfahrerinnen  mit zwei Schießfehlern auf den siebten Rang.

„Die Frau ist der Hammer“, entfuhr es einem Betreuer der Deutschen Mannschaft mit funkelnden Augen. „Ohne Worte, die macht mich sprachlos“, sagte Teamchef Martin Haag (Freiburg) unmittelbar nach dem Rennen. Den Reportern bei der Übertragung aus dem Laura Cross Country Skistadion schienen an diesem frühen Morgen die Attribute auszugehen. Neidlose Anerkennung der grandiosen Leistung von Anja Wicker und Gratulation auch von den anderen Nationen.

Denn das zweite Edelmetall der Sitzskifahrerin über die lange Distanz konnte man keinesfalls erwarten. Dabei hatte der Bundestrainer die Gedanken verdrängt, „wenn sie wieder Null schießt, ist wieder alles möglich“… Und tatsächliche zeigte Anja Wicker wiederum eine glanzvolle Schießleistung. Nimmt man die vier Serien aus dem Wettkampf mit der Goldmedaille hinzu, dann blieb die symphatische Schwäbin in den Wettkämpfen in den sie Edelmetall gewann bei vierzig Schüssen ohne Fahrtkarte – eine Weltklasseleistung und der Schlüssel zum Erfolg.

So wie sich der Rennverlauf mit starker Schieß- und auch Fahrleistung der Sitzskifahrerin entwickelte, hatte man sich im deutschen Lager Bronze angefreundet. Eine wiederum eine Klasseleistung der Paralympicsiegerin aus der Landeshauptstadt, „die mit sehr viel Vorfreude an den Start gegangen war“. Doch dann zündete Anja Wicker auf langen Zielgeraden ihren Turbo, kochte dabei die noch stärker eingeschätzte Russin Nadezda Andreeva ab, gleichbedeutend mit dem Vorrücken auf Rang zwei. „Wenn man merkt, dass da noch mehr gehen kann, versucht man das rauszuholen“, gab Wicker trocken und mit einem breiten Grinsen zu Protokoll.  Und man mag es kaum glauben, „ich konnte das Rennen bis auf die letzte Runde heute richtig genießen“. Und wie beim paralympischen Gold widmete Anja auch das diesmal silber schimmernde Edelmetall ihren Eltern, „die an der Medaille genauso viel Anteil haben, wie ich“.

Mit zweimal Gold und einmal Silber ist das im Vorfeld gesteckte Medaillenziel des nordischen Skiteams bereits erfüllt, „alles was jetzt noch kommt ist einfach Zugabe“, freute sich Bundestrainer Ralf Rombach über Abschneiden seiner Schützlinge.  

Im gleichen Wettbewerb bei den Herren über 15 Kilometer belegte Martin FLEIG (RIG Freiburg) in einem taktisch klug geführten Rennen und einem starken Feld von 21 Startern den achten Rang. Der 24-jährige Schlittenfahrer aus Gundelfingen verfehlte nur eine Scheibe und war mit seiner Leistung, „der eine Schießfehler hätte nicht sein müssen, aber ich war ein bisschen aufgeregt“, zufrieden.

 

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