Aktuelles von den Paralympics in PyeongChang 2018

Zufriedenes Rollstuhlcurling-Team wird Achter

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Das deutsche Rollstuhlcurling-Team (c) Ralf Kuckuck

Mit Platz acht beendet die deutsche Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft die Paralympischen Spiele im südkoreanischen PyeongChang. Trainer Bernd Weißer ist damit zufrieden – auch wenn das Team kurzzeitig in Richtung Halbfinale steuerte.

Mit einem 8:4 gegen Finnland ist der deutschen Rollstuhlcurling-Mannschaft mit Skip Nane Putzich, Heike Melchior, Martin Schlitt, Wolf Meißner und Harry Pavel ein positiver Abschluss gelungen. Mit vier Siegen aus den ersten fünf Partien hatte die Mannschaft in Südkorea begeistert und gleichzeitig verwundert, anschließend gingen aber fünf Spiele in Folge verloren, bis es gegen Finnland wieder mit einem Sieg klappte.

„Wir haben unser Ziel erreicht“, sagt Cheftrainer Bernd Weißer, der von Katja Schweizer assistiert wurde: „Die Nationen vor uns haben alle mehr Möglichkeiten als wir, da haben wir uns gut geschlagen.“

Hinter den für das Halbfinale qualifizierten Teams aus Südkorea, Kanada, China und Norwegen liegt das deutsche Team zusammen mit den Neutralen Paralympischen Athleten aus Russland, der Schweiz und Großbritannien mit fünf Siegen und sechs Niederlagen auf den Plätzen fünf bis acht, aufgrund der Draw Shot Challenge wurde die deutsche Mannschaft am Ende wie in Vancouver 2010 Achter.

Für Teammanagerin Petra Schlitt, die vor den Spielen immer bei den südkoreanischen Fans Deutschland-Fähnchen und Schwarz-Rot-Gold-Gesichtsbemalung verteilte und das Team lautstark unterstützte, überwiegt ebenfalls das Positive: „Wir haben hier Werbung für den Curlingsport gemacht. Anfangs dachten alle, ach Curling, das ist so weit außerhalb in Gangneung. Aber bei jedem Spiel haben uns Mitglieder aus der deutschen Paralympics-Mannschaft unterstützt, das war toll und ein starkes Signal nach außen.“

Mit ihrem sympathischen Auftritt haben die Rollstuhlcurler in jedem Fall auch dafür gesorgt, dass das Thema Nachwuchs leichter angegangen werden kann, indem Aufmerksamkeit geschaffen worden ist, schließlich hat das aktuelle Team einen Altersschnitt von 52 Jahren.

Ungeachtet dessen waren die Paralympics ein Kraftakt. Jeden Morgen mindestens 30 Minuten Fahrzeit, meist zwei Spiele pro Tag über knapp zweieinhalb Stunden – das schlaucht. „Es war grenzwertig, aber ein tolles Erlebnis“, sagt Meißner, der mit dem Spitznamen „Headbanger“ auch die deutschen Medien auf sich aufmerksam machte: „Und wenn wir eine Medaille gewonnen hätten, wäre es sowieso eine Sensation gewesen.“

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