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Saison-Höhepunkt der Para Kanuten in Portugal

Ivo Kilian im Boot Bild vergrößern
Ivo Kilian © Martina Amrein

Mit vier Athletinnen und Athleten reist die deutsche Para Kanu-Nationalmannschaft zu den Weltmeisterschaften ins portugiesische Montemor. 135 Para-Kanuten aus 34 Nationen werden beim Saison-Höhepunkt vom 22. bis 26. August um die begehrten WM-Titel fahren.

Nach intensiven Trainingseinheiten, die die deutsche Mannschaft unter anderem am Bundesstützpunkt Kienbaum durchgeführt hat, treffen die deutschen Starter gut vorbereitet auf die internationale Konkurrenz. „Das Training lief bisher sehr gut“, sagt Anja Adler vom Halleschen KC 54. Die 29-jährige Rollstuhlfahrerin wird bei den Weltmeisterschaften sowohl im Va’a, dem Kanadier der Para-Kanuten, als auch im Kajak an den Start gehen. Die größeren Chancen rechnet sich die WM-Dritte des letzten Jahres dabei im Va’a aus. Doch die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen – die stärksten Starterinnen kommen beiden Klassen (KL3, VL3) aus Großbritannien und der Ukraine.

Als Doppelstarter fährt auch ihr Vereinskollege Ivo Kilian nach Portugal. Der 41-Jährige trifft dort durch die neue Startklassen-Einteilung unter anderem auf den zweifachen Weltmeister Patrick Viriamu aus Tahiti. „Sportlich gesehen freue ich mich über jede Nation und jeden Sportler, der dazu kommt. Meine Zeiten werden auch immer besser, deshalb erhoffe ich mir einen Platz unter den besten Sechs – nicht nur im Va´a, sondern auch im Kajak in der Klasse Kl 2“, sagt der IT-Fachmann.

Mit Medaillenambitionen fährt Peter Happ vom Wuppertaler VfK zur WM. In seinem ersten Jahr bei internationalen Meisterschaften wird der 44-jährige im Va’a auf starke Konkurrenz aus Südamerika und Ozeanien treffen, weiß auch Cheftrainer Arne Brandholz.

Katharina Bauernschmidt von Bertasee Duisburg wird in Montemor ihr WM-Debüt feiern. Die 28-jährige geht im Va´a der Startklasse Vl 2 ins Rennen und trifft dort auf die mehrfachen Weltmeisterinnen Emma Wiggs und Jeanette Chippington aus Großbritannien. Im Vorfeld ihrer ersten WM-Teilnahme sagt Bauernschmidt: „Ich hab mich gut vorbereitet und bin guter Dinge. Allerdings ist immer mehr Trainingsaufwand nötig, um die Lücke zur Spitze schrumpfen zu lassen. Aber ich arbeite stetig daran und werde alles daran setzen in Portugal meine beste Leistung abzurufen.“

Diese Zuversicht ist auch den Worten des Cheftrainers Arne Bandholz zu entnehmen: „Ich bin mir sicher, dass alle Sportler sich im Vergleich zu den Europameisterschaften noch einmal steigern und persönliche Bestleistungen erzielen können. Natürlich wird bei der WM die Konkurrenz noch härter als bei der EM. Ich hoffe, dass wir zwei bis drei Platzierung unter den Besten sechs erreichen werden. Zudem hoffe ich auf faire Bedingungen und nicht zu viel Wind auf der Strecke.“

Insgesamt werden zwölf Medaillen im Para Kanu-Rennsport in Portugal vergeben. Zehn davon in den paralympischen Disziplinen. Da bei den Spielen in Tokio 2020 auch der Va´a mit im paralympischen Programm sein wird, werden vor allem in dieser Disziplin viele neue Sportler zu sehen sein, wodurch die Leistungsdichte und Konkurrenz immer größer wird. Um den Sportlerinnen und Sportlern möglichst gerechte Windbedingungen zu bieten, wurde in Montemor, wo häufig ein tückischer Seitenwind herrscht, ein Windnetz installiert.

Die Eröffnungsfeier mit einem großen Programm findet bereits am 21. August auf der Burganlage von Montemor statt. Die Rennen der Para-Kanuten beginnen am Mittwoch den 22. August.

Alle Infos zur WM: https://www.canoeicf.com/canoe-sprint-world-championships/montemor-o-velho-2018

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