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Para Kanu: Mit Doppel-Start in die Saison

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Felicia Laberer und Johannes Pietzsch © Schlisio

Die deutsche Para Kanu-Nationalmannschaft startet im polnischen Poznan mit einem Doppelwettkampf in die internationale Saison. Am 21. und 22. Mai werden zunächst die Europameistertitel vergeben, bevor vom 23. bis 25. Mai auf der gleichen Strecke ein Weltcup stattfindet. Neben etablierten Größen reisen zwei junge deutsche Starter mit nach Polen, die sich erstmals der internationalen Konkurrenz stellen.

Im olympischen und paralympischen Bundesstützpunkt Kienbaum bereitete sich die Nationalmannschaft um den neuen Bundestrainer André Brendel intensiv auf die doppelte Herausforderung in Polen vor. Brendel nutzte die Woche, um alle Athleten kennen zu lernen, sie im Training zu erleben und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem langjährigen Trainer Jürgen Hausmann und das Engagement, vor allem der jungen Athleten.

Denn die deutsche Para Kanu-Nationalmannschaft hat sich verjüngt – vom Aktiv e.V. Stahnsdorf qualifizierten sich Felicia Laberer (KL 3) und Johannes Pietzsch (VL 3) bei den nationalen Entscheidungsrennen für die deutsche Auswahl. Beide sind erst seit einem Jahr im Para Kanu-Sport aktiv. Johannes Pietzsch sammelte bereits vor seinem Unfall Erfahrungen im Canadier, die sich nun in großen Fortschritten im Va’a bemerkbar machen. Der Abiturient wird sich in der Klasse VL 3 mit den Favoriten aus Großbritannien und Polen messen. „Die EM werde ich nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und die Leistung meiner Kontrahenten zukünftig einschätzen zu können“, erklärt Pietzsch.

Felicia Laberer wird im Kajak in der Klasse KL3 an den Start gehen. „Mein Ziel ist bei der EM ins Finale zu kommen und persönliche Bestzeit zu fahren. Meine Chancen kann ich leider nicht beurteilen, da dies meine erste EM ist und ich meine Konkurrenten nicht kenne und somit nicht einschätzen kann“, berichtet die 18-jährige Auszubildende.

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Das deutsche Team in Kienbaum © Brendel

Neben den zwei Youngster werden die erfahrenen Athleten Anja Adler, Ivo Kilian und Katharina Bauernschmidt an den Start gehen. Adler stand im vergangenen Jahr bereits bei den Europameisterschaften im Va´a der Startklasse VL 3 auf dem Podest und verpasste in der paralympischen Startklasse KL 2 die Medaillenränge nur knapp. „Wir sind nun aus dem Trainingslager zurück und ich fühle mich fit für die bevorstehenden Aufgaben. Es wird spannend sein, ob neue Athleten in den Klassen dazu kommen und wie die internationale Konkurrenz über den Winter gekommen ist“, sagt Adler. 

Auch Katharina Bauernschmidt vom WSV Niederrhein blickt optimistisch auf die Saison. Die 29-Jährige hofft in diesem Jahr in die Klasse VL2 eingestuft zu werden, da dies die einzige paralympische Klasse in der Va’a Damenkonkurrenz ist. Im Kajak wird sie in der KL 2 ersten internationale Erfahrungen sammeln.

Ivo Kilian, der aus beruflichen Gründen nicht am gemeinsamen Gründen teilnehmen konnte, wird sich in dieser Saison voll auf den paralympischen Kajak in der KL 2 konzentrieren. Der 42-jährige IT-Techniker hat die Spiele in Tokio 2020 fest im Blick und setzt sich für die EM den fünften Platz im Finale als Ziel. Auch Esther Bode vom Hamburger KC wird bei der EM in der Klasse VL 1 ihr erstes internationales Rennen bestreiten.

Die Paralympics-Teilnehmer Edina Müller und Tom Kierey werden hingegen erst bei der WM im August wieder in das internationale Geschehen eingreifen. Edina Müller ist nach Babypause wieder ins Training eingestiegen und nahm gemeinsam mit ihrem Sohn am Trainingslager in Kienbaum teil. Auch Tom Kierey hatte sich eine Pause vom Leistungssport genommen, um seine Ausbildung zu beenden, und stieß in Kienbaum wieder zur Mannschaft. Mit Felix Höfner trainierte ein weiterer junger Athlet mit der Mannschaft in Kienbaum. Der 15-jährige ist jedoch auf Grund seines Alters noch nicht international startberechtigt.

Quelle: Christel Schlisio

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