Para Leichtathletik: Rekordflut für das deutsche Team

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Stefan Strobel und Denis Schmitz © Marion Peters

Jährlich ist die Schweizer Rennserie mit drei Wettkämpfen auf schnellen Bahnen Anziehungspunkt der Rennrollstuhlfahrer aus aller Welt. Trotz zeitgleicher Austragung eines Grand Prix-Wettbewerbs in den USA fiel in Nottwil und Arbon ein Weltrekord nach dem anderen. Auch die deutschen Rennrollstuhlfahrer beflügelte diese einzigartige Atmosphäre zu Top-Leistungen und Rekorden.

Nach dem deutschen Rekord von Alhassane Baldé über 5000 Meter, der erstmals unter zehn Minuten blieb, überraschte Stefan Strobel mit einem Weltrekord von 35:25,30 Minuten über die nicht-paralympische 10.000 Meter-Distanz in der Klasse T51 nicht zuletzt sich selbst. Aus dem Jahr 2010 stammte seine bisherige Rekordmarke von 36:10,75 Minuten, die er deutlich unterbot. „Das hohe Anfangstempo mit 7:12 Minuten nach zwei Kilometern hat Rekordgedanken aufkommen lassen, so dass ich den inneren Tempomat auf 1:25-Runden eingestellt habe und letztlich bei Aufbietung aller Kräfte den Weltrekord geschafft habe“, sagt der Saarländer Gymnasiallehrer, der seine aktive Laufbahn mit Bevorzugung der Ausdauerstrecken durch die Umstellung des Wettkampfsystems auf den Sprint in der Klasse T51 bereits beendet hatte.

Der Europarekord geht auf das Konto von Denis Schmitz, der seine Bestleistung auf 4:36,43 Minuten auf der nicht-paralympischen 1500 Meter-Strecke in der Klasse T33 drückte. „Nachdem es in Nottwil nicht so gut gelaufen war, habe ich in Arbon den Fokus auf die Starts und das Kurventraining gelegt“, berichtet der junge Mann aus Unna. Zum Europarekord gesellten sich die deutschen Rekorde über 100 Meter (19,44 Sekunden) und 200 Meter (35,11 Sekunden). Jetzt fehlen Schmitz noch drei Hundertstel zur WM-Norm über 100 Meter, welche er im britischen Stoke Mandeville in Angriff nehmen wird.

Darüber hinaus sorgte eine der jüngsten Teilnehmerinnen der Rennserie, die 15-jährige Merle Menje aus Singen, für einen deutschen Rekord über 5000 Meter der Startklasse T54. „Über meinen ersten deutschen Rekord bei den Frauen freue ich mich sehr, ich hatte eine gute Gruppe mit gleichmäßigem Renntempo und konnte mir die Kräfte gut einteilen“, resümiert die sichtlich überraschte und glückliche Athletin vom Bodensee, die sich auf die World Para Athletics Junioren Weltmeisterschaften Anfang August in Nottwil vorbereitet. Dort wird sie wieder auf ihre gleichaltrige Konkurrenz der Rennserie treffen.

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Mathias Mester jubelt über die geworfene WM-Norm © Marion Peters

Auch die Werfer trugen zu einem erfolgreichen Wochenende bei. Neben dem Weltrekord im Kugelstoßen von Niko Kappel verbesserte die Greifswalderin Hanna Wichmann bei den Halleschen Werfertagen ihren deutschen Rekord in der Startklasse F32 auf 4,67 Meter. Mathias Mester erfüllte mit 37,77 Metern im Speerwerfen der Klasse F41 die WM-Norm für Dubai. „Ich habe noch Rückstand im Wurfbereich und bin sehr froh, dass jetzt die Norm erledigt ist und ich den WM-Aufbau langfristig angehen kann“, sagte er nach dem Wettkampf. Marie Brämer-Skowronek bestätigte mit 7,16 Metern im Kugelstoßen der Klasse F34 ihre gute Form, nachdem sie bereits zwei Wochen zuvor in Wittenberg die WM-Norm mit 7,26 Metern erfüllt hatte. 7,15 Meter gelangen bei gleichem Wettbewerb ihrer Konkurrentin Charleen Kosche aus Cottbus, die damit ebenfalls die WM-Norm für Dubai erfüllte. Gleiches gelang ihrer Vereinskollegin Frances Herrmann mit 16,95 Metern im Speerwurf der Klasse F34 in Wittenberg, sowie mit 16,47 Metern in Halle. „Ein großer Dank gilt den Veranstaltern der Wettkämpfe in Wittenberg und Halle und dem Behindertensportverband Sachsen-Anhalt für ihre engagierte Wettkampforganisation“, sagt Bundestrainerin Marion Peters.

Nächste Wettkampfhighlights der Para Leichtathleten sind das integrative Sportfest am 21. Juni in Leverkusen und die Deutschen Meisterschaften am 13. und 14. Juli in Singen am Bodensee. Die Weltmeisterschaften finden im November in Dubai statt.

Quelle: Marion Peters

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