Neue Rekorde und große Vielfalt bei Hallen-DM

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Start der Sprinterinnen bei der Hallen-DM © Marion Peters

Beim letzten Bahnwettbewerb der Deutschen Hallen-Leichtathletikmeisterschaften des DBS hat sich die große Bandbreite des Behindertensports gezeigt: In der 4x200 Meter Mixed-Staffel kämpften Sportler mit intellektuellem Handicap, Cerebralparese, Sehbehinderung und Amputationen um die Meisterschaftsmedaillen. Insgesamt kamen über 100 Athleten aus fast allen Bundesländern zur Veranstaltung nach Erfurt. Sportlich herausragend waren besonders die Resultate der Paralympics-Stars von Rio.

Die Leverkusenerin Irmgard Bensusan stellte mit 27,15 Sekunden in der offenen Klasse der Frauen einen deutschen Rekord über 200 Meter auf. Über 60 Meter belegte sie den zweiten Platz (8,46 Sekunden). Die Goldmedaille ging über diese Distanz an die sehbehinderte Wattenscheiderin Katrin Müller-Rottgardt (8,31 Sekunden), die über 400 Meter im Alleingang und ohne ihren Begleitläufer eine sehr gute Zeit von 63,29 Sekunden erreichte. Paralympics-Sieger Niko Kappel (Sindelfingen) stieß die Kugel auf beachtliche 12,78 Meter, Zweiter wurde Daniel Storch aus Zeulenroda, der sich mit 11,26 Metern Silber in der offenen Männerklasse sicherte. "Solide" schätzte Daniel Scheil, ebenfalls Goldmedaillengewinner von Rio, sein Ergebnis von 10,47 Metern im Kugelstoßen in der offenen Klasse der Rollstuhlfahrer ein. Nils Paschold (7,86 Meter) und Jürgen Meier (6,88 Meter) belegten in der Startklasse die Plätze zwei und drei. Im gleichen Wettbewerb stellte Michael Sandmann (Schwarza) in der Klasse F54 einen deutschen Hallenrekord mit 4,96 Metern auf.

Der Erfurter Benjamin Weiss holte sich über 200 Meter in der offenen Männerklasse  in 25,85 Sekunden den Meistertitel und gewann über 60 Meter (7,97 Sekunden) in der gleichen Startklasse Bronze. Lokalmatadorin Isabelle Foerder vom HSC Erfurt  ging nach überstandener Viruserkrankung noch geschwächt an den Start und sicherte sich Bronze über 200 Meter (34,90 Sekunden) und Staffelsilber. Die für Püttlingen startende Claudia Nicoleitzik, ebenfalls in ihrer Klasse Weltspitze, belegte den dritten Platz über 60 Meter (9,52 Sekunden) und Platz zwei über 200 Meter (32,71 Sekunden). Auch die Rollstuhlfahrer bewiesen, dass Wettbewerbe unterm Hallendach für die schnellen Rennrollstühle durchaus machbar sind - trotz Geschwindigkeiten von über 30 km/h auf der kleinen 200 Meter-Runde.

Beim Nachwuchs waren insbesondere die Landesverbände Niedersachsen, Brandenburg, Saarland, Thüringen, Württemberg, NRW, Sachsen-Anhalt und Sachsen mit einigen Athletinnen und Athleten vertreten, die mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machten. Phil Grolla (Niedersachsen) dominierte mit guten Leistungen seine Altersklasse ebenso wie Franz Koalick und Felix Krüsemann (Brandenburg), Julia Würthen, Vanessa Braun (Saarland), Lindy Ave (Mecklenburg-Vorpommern) und Mohammad Rezaei (Thüringen). Dieser hatte in seinem allerersten Wettkampf überhaupt den zweitschnellsten Vorlauf der U18 absolviert, musste allerdings das Finale nach einem Fehlstart von außen verfolgen. Mit einer Staffel-Medaille ging Rezaei, der als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland kam, aber nicht leer aus und krönte seine Wettkampf-Premiere direkt mit einem Platz auf dem Siegerpodest. Auf dieses kamen in den Seniorenklassen viele Teilnehmer - schließlich wurde, anders als in den Juniorenklassen, die nach Punkten ausgewertet wurden, in jeder Seniorenklasse nach Startklasse einzeln gewertet. Besonders ragte hier der deutsche Rekord von Michael Sandmann in der Altersklasse M50 der Startklasse F54 im Kugelstoßen heraus.

Athleten und Organisatoren zeigten sich mit dem Ablauf und der bestens präparierten Sportstätte zufrieden. "Die entgegengebrachte Wertschätzung möchte ich direkt an das Organisationsteam, bestehend aus Vertretern des HSC Erfurt, des Fachwarts Leichtathletik des TBRSV, Carsten Weiss, an die Kampfrichter des Thüringer Leichtathletikverbandes und an das Wettkampfteam Ralf und Lars Hafermann sowie Katrin Kerkmann weitergeben", resümierte Veranstaltungsleiterin Marion Peters. Neben dem gastgebenden HSC Erfurt war auch der TBRSV aktiv an der Meisterschaftsausrichtung beteiligt und unterstützte bei der finanziellen Abwicklung, der Siegerehrung und beim Rahmenprogramm.

Quelle: Marion Peters

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