Sportschießen: Vier Medaillen und ein Quotenplatz

Natascha Hiltrop
Natascha Hiltrop © Rudi Krenn

Die deutschen Para Sportschützen haben beim ersten Weltcup der Saison in der Oasenstadt Al Ain (Vereinigte Arabische Emirate) mit vier Silbermedaillen und einen weiteren Quotenplatz für die Paralympics in Tokio 2020 überzeugt. „Wir können mit den gezeigten Leistungen zum Saisonauftakt zufrieden sein, auch wenn es bis zur Weltmeisterschaft im Oktober in Sydney noch einiges zu tun gibt“, resümierte Cheftrainer Rudi Krenn. 

Zum Auftakt des Weltcups lieferten sich Vize-Europameisterin Natascha Hiltrop (Wiesbaden) und der slowakische Weltmeister Radoslav Malenovsky ein packendes Duell um die Goldmedaille im Liegendschießen mit dem Luftgewehr. Nach 20 Finalschüssen lag Hiltrop mit 211,3 zu 211,1 Ringen noch hauchdünn vorne. Dann steigerte sich aber Malenovsky in den letzten vier Schüssen und sicherte sich schließlich die Goldmedaille mit 254,1 Ringen vor Hiltrop mit 252,8 Zählern. „Ich habe mein Bestes gegeben, und bin glücklich, dass ich bei dieser starken Konkurrenz die Silbermedaille gewonnen habe“, sagte Natascha Hiltrop.

Mit einer starken Leistung wurde Bernhard Fendt (Memmenhausen) mit 631,7 Ringen hervorragender Neunter und hat damit dem Deutschen Behindertensportverband einen weiteren Quotenplatz für die Paralympics 2020 in Tokio gesichert. "Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es nach dem holprigen Start noch zum Quotenplatz reicht", freute ich Bernhard Fendt. Der DBS hat damit bereits drei Quotenplätze im Para Sportschießen für Tokio sicher. Elke Seeliger (Weyhe) belegte mit 627,2 Ringen Rang 28. In der Teamwertung holte die DBS-Mannschaft mit 1891,1 Ringen hinter China mit 1893,1 Ringen und vor Frankreich mit 1888,6 Zählern eine weitere Silbermedaille.

Elke Seeliger hat in ihrer Spezialdisziplin Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr über 3x40 Schuss erneut ihr Können gezeigt und in einem spannenden Finale mit 453,8 Zählern (Vorkampf 1143) die Silbermedaille gewonnen. Nur der chinesischen Goldmedaillengewinnerin von Rio 2016, Cuiping Zhang, die 455,2 Ringe (Vorkampf 1158) erzielte, musste sie sich geschlagen geben. Am Ende fehlten ihr lediglich 1,4 Ringe zum Sieg. „Ich bin sehr zufrieden und überglücklich, dass ich heute in meiner Lieblingsdisziplin eine konstant hohe Leistung in allen Stellungen abrufen konnte und mich mit einem Podestplatz belohnt habe“, sagte Elke Seeliger. Die zweite deutsche Starterin Natascha Hiltrop erreichte im Finale mit 394,5 Ringen (Vorkampf 1148) den achten Platz.

Bernhard Fendt
Bernhard Fendt © Rudi Krenn

In guter Form präsentierte sich auch Norbert Gau (Erdweg) im Stehendschießen mit dem Luftgewehr als Neunter mit 617,6 Ringen. Er hatte dabei kein Glück, denn nur ein Zehntel fehlten ihm am Ende zum Finaleinzug. „Ich habe gekämpft, unterm Strich war die Leistung in Ordnung. Darauf kann ich in den nächsten Wettkämpfen sicher aufbauen“, resümierte Norbert Gau.

Bei den Frauen reichte es im Stehendschießen mit dem Luftgewehr für Elke Seeliger und Natascha Hiltrop diesmal nicht für den Finaleinzug. Mit 613,0 und 611,5 Ringen belegten sie die Ränge neun und zwölf.

Beim erstmals bei einem Weltcup ausgetragenen Team Mixed-Wettbewerb mit dem Luftgewehr haben Natascha Hiltrop und Norbert Gau im Finale mit 383,6 Zählern den undankbaren vierten Platz belegt. In der Qualifikation erreichte das deutsche Duo mit 827,0 Zählern noch den ersten Platz. Norbert Gau erzielte dabei mit 414,9 Ringen das beste Einzelresultat überhaupt. Auch Natascha Hiltrop konnte als Sechste mit 412,1 Zählern überzeugen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird diese Disziplin bei den Paralympics 2024 in Paris im Programm sein.

Tim Focken (Oldenburg) verpasste im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr in der Klasse SH2 mit 613,9 Ringen und Platz 14 das angestrebte Finale der besten acht nur um 2,2 Zähler. Bei der Elimination am Vortag wurde er mit 619,7 Ringen noch guter Sechster.

Zum Abschluss des Weltcups hat Elke Seeliger im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr mit 182,1 Ringen (Vorkampf 618,9) einen ausgezeichneten fünften Platz belegt. Bernhard Fendt erreichte mit 615,1 Zählern Platz 18. Das deutsche Team gewann im Teamwettkampf in der Besetzung Natascha Hiltrop (620,1), Bernhard Fendt (616,1) und Elke Seeliger (609,8) mit 1846,0 Ringen Silber hinter der Ukraine mit 1848,6 Zählern. Dritte wurden die Schützen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 1845,9 Ringen.

Die kompletten Ergebnisse des Quotenplatz-Weltcups in Al Ain finden Sie über diesen Link.

 

Das deutsche Weltcup-Team

  • Natascha Hiltrop
  • Elke Seeliger
  • Bernhard Fendt
  • Tim Focken
  • Norbert Gau
  • Rudi Krenn, Bundestrainer
  • Jörg Dietrich, Co-Trainer