Aktuelles vom Ski alpin im Deutschen Behindertensportverband

Das A-Team jubelt über 13 Medaillen

Para Ski alpin-WM: Deutsches Team gewinnt fünf Medaillen am Abschlusstag – Schaffelhuber und Rothfuss holen in der Super-Kombination Silber, Forster Bronze

Anna Schaffelhuber Bild vergrößern
Anna Schaffelhuber © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Fünf Medaillen hat das deutsche Team am Abschlusstag der Para Ski alpin-WM in Sella Nevea (Italien) bejubelt. In der Super-Kombination gewannen Anna Schaffelhuber und Andrea Rothfuss Silber sowie Anna-Lena Forster Bronze, nachdem Schaffelhuber und Rothfuss am Vormittag bereits Gold und Silber im Super-G geholt hatten. Insgesamt freut sich das A-Team über 13 Medaillen bei diesen Weltmeisterschaften, darunter dreimal Gold, siebenmal Silber und dreimal Bronze.

Zum Abschluss hatten alle deutschen Mädels Grund für ein breites Grinsen – allen voran Anna Schaffelhuber, die in allen fünf Rennen auf die ersten beiden Plätze fuhr und sich zweimal Gold sowie dreimal Silber schnappte. Doch auch Anna-Lena Forster und Andrea Rothfuss können sich über jeweils vier Medaillen freuen, Forster gelang sogar der ersehnte erste WM-Titel ihrer Karriere. Das Trio bewies auch knapp ein Jahr nach den Paralympischen Spielen wieder mit beeindruckender Konstanz, dass es im Para Ski alpin zur absoluten Weltspitze gehört – was für eine Bilanz der drei fleißigen Medaillensammlerinnen.

So konnte Anna Schaffelhuber auch damit leben, dass sie ihre Spitzenposition nach dem ersten Lauf, gleichbedeutend mit Gold im Super-G, nicht behaupten konnte. Im Slalom zog etwas überraschend die Japanerin Momoka Muraoka in 2:04,60 Minuten vorbei, die schon den Titel im Riesenslalom geholt hatte. Sie blieb am Ende 1,12 Sekunden vor der 26-jährigen Deutschen. „Den Slalom habe ich selber vergeben, da wäre mehr drin gewesen“, resümiert die Monoskifahrerin des TSV Bayerbach, fügt aber direkt hinzu: „Ich freue mich sehr über die fünf Medaillen. Das ist eine gute Ausbeute, damit kann ich absolut zufrieden nach Hause fahren.“ Für Schaffelhuber war es gleichzeitig das Ende dieser Saison, da sie sich nun auf ihr Leben neben der Skipiste fokussiert: Examen, Hochzeit, Hausbau und Referendariat. Umso mehr genoss sie die fünf Medaillengewinne im Ziel im Kreise ihrer Familie.

Anna Schaffelhuber, Anna-Lena Forster und Andrea Rothfuss Bild vergrößern
Anna Schaffelhuber, Anna-Lena Forster und Andrea Rothfuss © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Anna-Lena Forster (23 / BRSV Radolfzell / Singen) verbesserte sich nach verpatztem Super-G und Platz vier am Vormittag noch auf den Bronzerang. „Damit war ich gar nicht zufrieden. Ich hätte mir mehr zutrauen müssen, das ärgert mich im Nachhinein schon. Dennoch war es mit dem Slalom ein versöhnlicher Abschluss des Tages. Und mit vier Medaillen, davon eine in Gold, war es eine super WM für mich“, bilanziert Forster, der am Ende sogar nur noch zwei Zehntel auf Teamkollegin Schaffelhuber fehlten.

Silber gewann erneut Andrea Rothfuss (29 / VSG Mitteltal / Freudenstadt), die ihren knappen Vorsprung von nur 17 Hundertsteln nach dem Super-G ausbaute und in der Klasse Damen stehend wieder nur der fünffachen Weltmeisterin Marie Bochet aus Frankreich den Vortritt lassen musste. „Es war klar, dass Marie bei dieser WM kaum zu knacken sein wird. Mit vier Medaillen bin ich für mich selbst im Soll. Es ist auch keine Selbstverständlichkeit, bei einer WM Silber zu holen, das zeigen die sehr knappen Entscheidungen in der Abfahrt und im Super-G“, sagt Rothfuss, die immer dann, wenn sie ins Ziel kam, auch aufs Podium fuhr.

Bei 13 Medaillen aufgeteilt auf drei Athletinnen kann auch das Fazit des Bundestrainers nur positiv ausfallen. „Die Mädels haben wieder stark abgeliefert, manchmal wäre individuell sogar noch etwas mehr drin gewesen. Doch mit dem Gesamtergebnis können wir sehr zufrieden sein“, sagt Justus Wolf, der allerdings Kritik an der Veranstaltung übt, auch aufgrund der Absage des eigentlichen Austragungsortes Obersaxen (Schweiz), so dass Kranjska Gora (Slowenien) und Sella Nevea (Italien) recht kurzfristig einspringen mussten: „Das war eher kein würdiger Rahmen für eine Weltmeisterschaft, auch der Wettkampfplan des IPC sollte künftig überdacht werden.“

Bei den Para Ski alpin-Weltmeisterschaften haben sich zunächst in Kranjska Gora (Slowenien) und anschließend in Sella Nevea (Italien) rund 100 Athletinnen und Athleten aus 30 Nationen (21. Januar bis 1. Februar) gemessen. Das deutsche Team von Bundestrainer Justus Wolf hat zum Abschluss einer erfolgreichen WM dreimal Gold, siebenmal Silber und dreimal Bronze auf dem Medaillenkonto.

Zurück