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Fünf weitere Medaillen für die deutschen Schwimmer

Para Schwimmen-EM: Achtmal Gold, viermal Silber und zehnmal Bronze – mit dieser Ausbeute beendet die deutsche Para Schwimmen-Nationalmannschaft die europäischen Titelkämpfe in Dublin
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Das deutsche Schwimm-Team © DBS

Am Abschlusswochenende der Para Schwimmen-Europameisterschaften hat die deutsche Mannschaft sich mit fünf weiteren Medaillen im National Aquatic Centre von Dublin belohnt. Denise Grahl jubelte über ihren dritten EM-Titel nach dem 100 Meter Freistil-Rennen in der Klasse S7 und sicherte sich zudem Silber über 400 Meter Freistil. Die dreifache Europameisterin Elena Krawzow sicherte sich mit Bronze über 100 Meter Freistil und über 100 Meter Schmetterling Medaillen Nummer vier und fünf. Auch die 4x50 Meter Mixed-Staffel jubelte über Bronze.

Nach Gold über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling in der Klasse S7, schlug Denise Grahl über 100 Meter Freistil am Samstag schon zum dritten Mal als Erste an. Von Beginn an schwamm die 25-Jährige ein ambitioniertes Rennen und setzte sich bereits auf den ersten 50 Metern von ihren Konkurrentinnen ab. Mit einem komfortablen Vorsprung schlug sie mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:11,62 Minute an und verpasste damit den Europarekord von Kirsten Bruhn um nur eine einzige hundertstel Sekunde. „Ich bin super zufrieden mit der Zeit. Die eine Hundertstel zum Europarekord wäre vielleicht noch drin gewesen, aber ich bin trotzdem super glücklich“, berichtet die dreifache Europameisterin.

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Denise Grahl © Ralf Kuckuck/ DBS

Doch mit dem dritten Titel sollte noch nicht Schluss gewesen sein – über 400 Meter Freistil in der S7 gewann Grahl am letzten Wettkampftag Silber hinter der Schweizerin Nora Meister. Mit 5:41,33 Sekunden verbesserte sie ihre Vorlaufzeit um knapp 15 Sekunden und stellte auch über diese Distanz eine neue persönliche Bestzeit auf. „Ich bin mehr als zufrieden mit den Zeiten, die ich hier in Dublin abgeliefert habe. Das habe ich im Vorfeld so selbst nicht erwartet“, sagt Denise Grahl erschöpft nach ihrem letzten Rennen.

Auch Elena Krawzow ging im National Acqutic Centre erneut auf Medaillenjagd. Mit drei EM-Titeln in der Tasche schwamm die 24-Jährige befreit auf und stellte über 100 Meter erneut ihre gute Form im Freistilschwimmen unter Beweis. Hatte die gebürtige Kasachin über 50 Meter überraschend den Titel gewonnen, sicherte sie sich über 100 Meter Freistil in der Klasse S12 Rang drei. Am letzten Wettkampftag gewann sie zudem nur knapp hinter der Spanierin Delgado Nadal Bronze über 100 Meter Schmetterling in der Klasse S12 und damit ihre insgesamt fünfte EM-Medaille. Im selben Rennen zeigte Neele Labudda erneut, dass mit ihr in den kommenden Jahren zu rechnen ist. Die erst 15-Jährige schlug als Vierte an.
Grund zum Jubeln hatten auch Tobias Pollap, Gina Böttcher, Josia Topf und Verena Schott. Nach der Disqualifikation der spanischen Staffel freuten die vier sich über Bronze in der 4x50 Meter Mixed-Staffel hinter den Teams aus Italien und der Ukraine.

Zudem belegte Gina Böttcher Platz vier über 50 Meter Rücken in der Klasse S4, Peggy Sonntag (19, Oschatz, BV Leipzig) Platz fünf über 50 Meter Schmetterling in der Klasse S5, Verena Schott (29, Greifswald, BPRSV Cottbus) mit persönlicher Jahresbestzeit Rang sechs über 100 Meter Freistil in der Klasse S6, Daniel Simon (29, Darmstadt, VSG Darmstadt) ebenfalls Rang sechs über 100 Meter Schmetterling in der Klasse S12, Marlene Endrolath (17, Göppingen, Berliner Schwimmteam) Platz sieben über 50 Meter Freistil in der Klasse S13 und Katherina Rösler (16, Rostock, Hanse SV Rostock) wurde Achte über 400 Meter Freistil in der S7. Im letzten Finale der diesjährigen EM belegte die 4x100 Meter Lagen-Staffel der Herren Rang sieben.

Auch Maike Naomi Schnittger wäre nach ihrem Auftaktgold über 400 Meter Freistil gerne auf weitere Medaillenjagd gegangen, doch die amtierende Weltmeisterin über 100 und 50 Meter Freistil musste die Europameisterschaften krankheitsbedingt bereits nach dem ersten Wettkampftag beenden.

Insgesamt blickt die deutsche Para Schwimmen-Nationalmannschaft auf eine erfolgreiche Woche in Dublin zurück. Neben acht Gold-, vier Silber- und zehn Bronzemedaillen stehen elf vierte Plätze, zwei neue Europarekorde, 17 neue deutsche Rekorde sowie 69 Finalteilnahmen und 38 aufgestellte persönliche Bestzeiten auf dem Konto der 19 deutschen Athletinnen und Athleten. Auch die Bundestrainerin Ute Schinkitz blick zufrieden auf eine intensive Woche zurück: „Wir können mit der Ausbeute eine sehr positive Bilanz ziehen. Ich bin sehr stolz auf mein Team, wie die jungen und erfahrenen Athleten reibungslos zusammengearbeitet haben und dadurch tolle Ergebnisse zeigen konnten.“ Trotzdem weiß Schinkitz nach einer internationalen Meisterschaft auch, dass noch an einigen Schrauben gedreht werden muss, um in der Welt-Elite mithalten zu können. „Wir haben gerade im Trainingsstandard noch eine sehr große Spanne und wissen, dass in Deutschland einiges an Arbeit vor uns liegt. Jetzt sind wir aber erstmal alle ganz schön geschafft von der Woche und reisen zufrieden zurück nach Deutschland“, sagt die Bundestrainerin nach den letzten Rennen.

Die Medaillen im Überblick:

Gold: Denise Grahl (25, Schwerin, Hanse SV Rostock): 50 Meter Schmetterling, 50 Meter Freistil, 100 Meter Freistil; Elena Krawzow (24, Nowowoskresenowka/Kasachstan, PSC Berlin): 100 Meter Brust, 50 Meter Freistil, 200 Meter Lagen; Maike Naomi Schnittger (24, Yokohama/Japan, SC Potsdam): 400 Meter Freistil ; Verena Schott (29, Greifswald, BPRSV Cottbus): 100 Meter Rücken

Silber: Gina Böttcher (17, Brandenburg an der Havel, SC Potsdam): 50 Meter Freistil; Torben Schmidtke (29, Schwerin, SC Potsdam): 100 Meter Brust; Fabian Brune (17, Attendorn, VfG Finnentrop): 100 Meter Rücken; Denise Grahl (25, Schwerin, Hanse SV Rostock): 400 Meter Freistil

Bronze: Verena Schott (29, Greifswald, BPRSV Cottbus): 200 Meter Lagen, 100 Meter Brust; Tobias Pollap (32, Hattingen, SG Bayer): 50 Meter Schmetterling; Johannes Weinberg (16, Oberstdorf, TV 1860 Immenstadt): 100 Meter Brust; Taliso Engel (16, Lauf an der Pegnitz, SG Bayer): 100 Meter Brust; Gina Böttcher (17,
Brandenburg an der Havel, SC Potsdam): 150 Meter Lagen; Neele Labudda (15, Lübeck, Hanse SV Rostock): 200 Meter Lagen; Elene Krawzow (24, Nowowoskresenowka/Kasachstan, PSC Berlin): 100 Meter Freistil, 100 Meter Schmetterling; 4x50 Meter Mixed-Staffel mit Tobias Pollap, Gina Böttcher, Josia Topf und Verena Schott

Alle Ergebnisse und weitere Informationen zu den Para Schwimmen-Europameisterschaften finden Sie hier.

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