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Rollstuhlfechten: Erster Wegweiser in Richtung Tokio

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Balwinder Cheema im Gefecht © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Fünf Athletinnen und Athleten der deutschen Rollstuhlfechten-Nationalmannschaft werden vom 18. bis 23. September im italienischen Terni bei den europäischen Titelkämpfen um die Medaillen fechten. Mit Ulrike Lotz-Lange geht die amtierende Vize-Weltmeisterin im Florett und Degen der Kategorie C an den Start. Der 18-jährige Julius Haupt feiert in Italien sein Debüt bei einer internationalen Meisterschaft bei den „Großen“.

Für den Youngster der deutschen Mannschaft wird die diesjährige EM die erste Bewährungsprobe bei den Aktiven. Doch Haupt ist mit seinen 18 Jahren ein durchaus erfahrener Athlet. Bevor er zum Rollstuhlfechten kam, sammelte er bereits Erfahrungen an den unterschiedlichen Waffen bei den Fechtern ohne Behinderung. In Terni geht der Athlet vom PSV Weimar mit dem Säbel und Florett in der Kategorie A auf die Planche. Dass er in seiner Altersklasse zu den Besten gehört, stellte er in diesem Jahr bei den U17- und U23-Weltmeisterschaften unter Beweis. In der U17-Konkurrenz sicherte er sich souverän WM-Gold mit dem Florett. „Aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen dominiert Julius seine Altersklasse. Für die EM wünschen wir uns, dass er einen guten Einstand bei den Aktiven feiert, Wettkampferfahrungen sammelt und die Runde der letzten 16 erreicht“, berichtet die erste Vorsitzende aus dem Fachbereich Fechten, Ira Ziegler.

Auch Maurice Schmidt kann mit seinen 19 Jahren bereits auf einige internationale Erfolge im Junioren-Bereich zurückblicken. Der U23-Vize-Weltmeister mit dem Säbel geht an Weltranglistenplatz zwölf in die EM. Dass er sich nach und nach auch bei den Aktiven etabliert, zeigte er mit einem hervorragenden dritten Platz beim Weltcup in Pisa in diesem Frühjahr. „Bei Maurice können wir sehr gut die Entwicklungen der vergangenen Jahre beobachten. Mit dem Degen ficht er schon länger und hat daher schon mehr Wettkampferfahrung. Aber auch in der Säbelkonkurrenz der Kategorie A verbessert er sich stetig“, sagt Ziegler.

Mit den größten deutschen Medaillenchancen startet Ulrike Lotz-Lange in die EM. In der nicht-paralmypischen Kategorie C wird sie auf Weltranglistenplatz vier in der Degenkonkurrenz und sogar an auf Rang zwei in der Florettkonkurrenz starten.  So zeigte sie bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz mit beiden Waffen, dass sie zur internationalen Spitze zählt.

Auch Sylvi Tauber möchte in Terni nach Edelmetall greifen. Die 38-Jährige wird mit allen drei Waffen in der Kategorie B auf der Planche kämpfen und rechnet sich mit dem Säbel die größten Medaillenchancen aus. Beim Weltcup in Pisa zeigte sie mit Rang drei, dass ihr eine Medaille durchaus zuzutrauen ist. Auch mit dem Degen focht sie sich beim Weltcup bis auf das Podest und gewann ebenfalls Bronze.

Für den fünften deutschen Starter, Balwinder Cheema, verlief die Vorbereitung weniger erfreulich. Verletzungsbedingt musste der Athlet vom TuS Makkabi Rostock eine Trainingspause einlegen und kann entsprechend noch nicht sein Leistungsmaximum abrufen.

Auch wenn die diesjährige EM noch nicht in die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio einfließt, können die Ergebnisse als erster Fingerzeig gesehen werden. Der Qualifikationszeitraum beginnt wenig später beim Weltcup im November 2018. Bei den Paralympics 2020 werden bei den Herren der Kategorien A und B alle drei Waffen sowie drei Teamwettbewerbe im paralympischen Programm sein. Bei den Damen wird es Wettkämpfe in den Kategorien A und B mit Florett und Degen geben.

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