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Para Radsport: Erfolgreiche Ausbeute in Rio

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Denise Schindler © Oliver Kremer / DBS

Bei den Para Radsport-Weltmeisterschaften im Velodrom von Rio de Janeiro hat das fünfköpfige deutsche Team um Bundestrainer Patrick Kromer neben drei Medaillen zahlreiche Qualifikationspunkte für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio gesammelt. Denise Schindler überzeugte in der brasilianischen Metropole auf ganzer Linie und sicherte sich neben dem Weltmeistertitel über 3000 Meter zudem Silber über 500 Meter und im Scratch Race.

„Das ist ein absoluter Traum, der in Erfüllung geht. Den Titel widme ich meinem gesamten Team, ohne das ich nie so weit gekommen wäre“, kommentierte Denise Schindler ihren insgesamt zweiten WM-Titel auf der Bahn euphorisch. Dabei hatte Schindler bei den Paralympics in Rio vor gut anderthalb Jahren keine guten Erfahrungen in dieser Wettkampfstätte gesammelt und war ohne Medaille geblieben. Doch von der damaligen Enttäuschung ließ sie sich bei der Rückkehr rein gar nichts anmerken. Im Gegenteil: Die 32-Jährige vom BPRSV Cottbus fuhr nach 3000 Metern als Erste und mit persönlicher Bestzeit vor der Britin Megan Giglia und Jamie Withmore aus den USA über die Ziellinie. Doch mit dem WM-Titel in der Tasche war der Erfolgsdurst der zweifachen Paralympics-Teilnehmerin noch nicht gestillt. Über 500 Meter fuhr sie erneut persönliche Bestzeit und verpasste nur drei Zehntel hinter der Britin Megan Giglia einen weiteren Titel. „Denise hat sich hier in Rio in einer super Form gezeigt. Auch im Scratch Race ist sie ein sehr offensives Rennen gefahren und hat absolut verdient Silber gewonnen“, lobte Bundestrainer Kromer die unterschenkelamputierte Athletin.

Auch die weiteren deutschen Starter überzeugten in Rio mit ihrem aktuellen Leistungsstand. Matthias Schindler fuhr über 3000 Meter ebenfalls persönliche Bestzeit und sammelte mit Platz zehn Punkte für die Paralymics-Qualifikation. Im Scratch Race verpasste er den Einzug in das Finalrennen nur um einen Platz, sicherte sich aber auch in dieser Disziplin wichtige Punkte. Erich Winkler fuhr über 1000 Meter in einem starken Teilnehmerfeld auf einen guten siebten Platz und über 3000 Meter sogar auf Rang fünf.

Der Start von Kai-Kristian Kruse und Stefan Nimke über 1000 Meter hatte im deutschen Team zunächst für einen Schreckmoment gesorgt. Kurz nach dem Start verlor der hintere Reifen Luft, das Tandem kam ins Straucheln – und musste daraufhin den Lauf abbrechen. Doch die Verantwortlichen entschieden, dass das deutsche Duo erneut starten durften. Und die beiden nutzten die zweite Chance. In einem großen Starterfeld von 24 Teams zeigten sie eine solide Leistung und belegten Rang sechs.

„Ich bin mit dem Gesamtergebnis dieser WM absolut zufrieden. Mit drei Medaillen und neun Platzierungen unter den besten Zehn, wohlgemerkt aus nur zwölf Starts, können wir sehr gut weiterarbeiten. Die Athleten haben sich hier in Rio einen guten Grundstock an Qualifikationspunkten angelegt. Trotzdem wissen wir nach solchen internationalen Wettkämpfen auch immer, woran wir noch feilen müssen und wo wir noch Optimierungsbedarf haben“, resümierte Bundestrainer Patrick Kromer.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt für die meisten deutschen Starterinnen und Starter jedoch nicht. Für Denise Schindler, Erich Winkler und Mathias Schindler beginnt nun die Vorbereitung auf die Straßen-WM, die Anfang August im italienischen Maniago stattfindet.

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