Aktuelles von der DBSJugend
E-Sport inklusiv gestalten: DBSJ bringt Akteur*innen aus Sport, Jugendarbeit und Community zusammen
Die Deutsche Behindertensportjugend (DBSJ) hat zur Online-Infoveranstaltung „Inklusion & E-Sport“ eingeladen. Insgesamt 43 Teilnehmende aus dem deutschen Sport kamen digital zusammen, um darüber zu sprechen, wie E-Sport als inklusiver, barrierearmer und verantwortungsvoller Bestandteil der Jugendarbeit im Behindertensport gestaltet werden kann.
Zum Auftakt gab die DBSJ eine kurze Einordnung der eigenen Umfrage zum Thema E-Sport und stellte die daraus abgeleiteten Perspektiven vor. Deutlich wurde dabei der Ansatz, E-Sport als eigenständige jugendrelevante Aktivität zu verstehen, die den Bewegungssport ergänzt, nicht ersetzt. Parallel zur Veranstaltung wurde zudem das DBSJ-Positionspapier „E-Sport als zukunftsweisender Bestandteil inklusiver Jugendarbeit im Behindertensport“ veröffentlicht, das E-Sport als Chance für Teilhabe, Empowerment und zeitgemäße Vereins- und Jugendarbeit einordnet – verbunden mit klaren Leitplanken zu Gesundheit, Medienethik, Anti-Toxicity/Cybermobbing und Safe-Sport-Prinzipien.
Im Hauptteil folgten fünf Impulsvorträge, die das Themenfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten. Christopher Flato, Präsident des E-Sport-Bund Deutschland (ESBD), ordnete ein, welche Rolle Inklusion im organisierten E-Sport spielt und warum Standards, Verantwortungsbewusstsein und Teilhabe dabei zusammengedacht werden müssen. Julius Althoff, Geschäftsführer der esports player foundation, zeigte auf, wie Chancengleichheit und Talentförderung im E-Sport gelingen können und welche Bedeutung inklusive Förderstrukturen für langfristige Entwicklungspfade haben.
Mit Sven Radtke, Fachreferent für Gamespädagogik, rückte anschließend die praktische Teilhabe in den Mittelpunkt: Welche Bedingungen braucht es, damit Gaming- und E-Sport-Angebote für junge Menschen mit Behinderung wirklich zugänglich werden, und welche Rolle spielen dabei medienpädagogische Begleitung, barrierearme Technik und inklusive Settings? Patrick Baur, Geschäftsführer von esport-manager, brachte die Perspektive aus dem Event- und Vereinskontext ein und berichtete, wie inklusive Live- und Team-Events – insbesondere im virtuellen Fußball – gestaltet werden können und welche Brücken sich dabei zwischen klassischem Sport und E-Sport schlagen lassen. Den Abschluss der Impulsrunde bildete Niklas Luginsland, E-Sportler und Content Creator beim VfB Stuttgart, der aus seinem Alltag als Spieler und Creator mit Behinderung berichtete und verdeutlichte, wie wichtig Sichtbarkeit, Vorbilder und passende Rahmenbedingungen für inklusive Angebote sind.
Im abschließenden moderierten Q&A wurde deutlich, wie groß das Interesse an konkreten Umsetzungsfragen ist – von der Gestaltung barrierearmer Rahmenbedingungen über pädagogische Begleitung bis hin zu Verantwortung, Schutz und einem respektvollen Miteinander in digitalen Räumen. Der Abend hat gezeigt, dass E-Sport für viele Akteur*innen im Behindertensport ein relevanter Zugang zur Lebenswelt junger Menschen ist und gleichzeitig ein Feld, das Struktur, Kooperation und klare Qualitätsstandards braucht.
Das DBSJ-Positionspapier steht weiterhin auf unserer Homepage als PDF zum Download bereit. Wir nehmen die Impulse und Rückmeldungen aus der Veranstaltung mit, um nächste Schritte wie Pilotansätze und Netzwerkaufbau gemeinsam mit Partnern aus Sport, Jugendarbeit, Bildung und E-Sport weiter voranzubringen. Zudem ist bereits geplant, das Thema im kommenden Jahr erneut in einer weiteren Veranstaltung aufzugreifen und den Austausch weiter zu vertiefen.
Text: Moritz Jonas / DBSJ
