Fechten

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Rollstuhlfechten © Ralf Kuckuck / DBS-Akademie

Sportfechten ist eine Zweikampfsportart, welche im Einzel- oder Mannschaftswettkampf ausgetragen werden kann. Beim Fechten gibt es drei verschiedene Waffen – Florett, Degen und Säbel ­– die sich zum einen hinsichtlich des Aussehens und Gewichts, zum anderen hinsichtlich des Reglements und der gültigen Trefferfläche unterscheiden.

Beschreibung

Beim Fechten kämpfen zwei Sportler/innen darum, gültige Trefferflächen beim Gegner mit der Waffenspitze zu treffen. Dabei unterscheiden sich die Flächen je nach Waffenart: beim Degenfechten ist dies der gesamte Körper, beim Florettfechten der Rumpf, beim Säbelfechten ist es der gesamte Körper oberhalb der Hüften. Gefochten wird auf einer 14 Meter langen und 1,50 Meter breiten Fechtbahn. Je zwei Meter von der Mittellinie entfernt befinden sich die Startlinien, an der sich die Fechter/innen zu Beginn des Gefechts und nach jedem gültigen Treffer aufstellen. Ein Verlassen der Fechtbahn führt zu einer Unterbrechung des Gefechts und geht entweder mit einem Raumverlust oder, wenn die Endlinie überschritten wird, mit einem Punktgewinn des Gegners einher. Die Dauer des Gefechts beträgt je nach Wettkampfformat entweder 3 Minuten, wobei die/der Fechter/in gewinnt, die/der als erstes 5 gültige Treffer erreicht hat (Vor-Runden) bzw. 9 Minuten, wobei 15 gültige Treffer erzielt werden müssen (K.O.-System).

Material

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Maurice Schmidt © Ralf Kuckuck/DBS-Akademie

Beim Fechten benötigt man eine Schutzkleidung, zu der Fechtmaske, Jacke, Unterziehweste, Hose, Handschuh für den Waffenarm, Kniestrümpfe und Schuhe gehören. Für Mädchen und Frauen ist zudem ein Brustschutz vorgeschrieben, für Jungen und Männer ist ein Tiefschutz empfehlenswert. Neben der Schutzkleidung wird eine entsprechende Waffe benötigt (Degen, Säbel, Florett), sowie ein Körperkabel für das Fechten mit elektrischer Trefferanzeige. Die Ausrüstung wird im Rahmen von Schnuppergruppen in der Regel von den Vereinen gestellt.

In der Sportart Rollstuhlfechten benötigt man die gleiche Ausrüstung, darüber hinaus ist es sinnvoll einen spezieller Fechtrollstuhl zu benutzen. Damit sich der Fechter voll auf den Kampf konzentrieren kann, werden die Rollstühle auf einem Gestell (zwei Plattformen, mit der einer einstellbaren Abstandstange und Greifarmen zum sichern des Rollstuhls) gesichert. Für Degenwettkämpfe wird eine Brokatschürze benötigt.  

Anpassungsmöglichkeiten

Rollstuhlfechten ist eine offizielle paralympische Sportart. Hierbei sitzen sich zwei Sportler/innen im Rollstuhl gegenüber. Im Wettkampfsport werden dabei die Rollstühle in ein Gestell eingespannt, um ein Umkippen zu vermeiden und um den Abstand zum Gegner je nach Armlänge und Waffe individuell einzustellen. Alle weiteren Reglements des Fechtsports gelten gleichermaßen im Rollstuhlfechten.

Das Training findet überwiegend in­tegrativ in den Vereinen des Deutschen Fechterbunds statt, zusammen mit Sportlern ohne Behinderung. Diese setzen sich zum Fechten einfach in den Rollstuhl – ein Gefecht auf Augenhöhe eben!

Entsprechend der Behinderung werden die Fechter in Wettkampfklassen eingeteilt, um möglichst faire Wettkämpfe zu gewährleisten. Zudem ist es möglich mit genehmigten Hilfsmitteln (zusätzliche Haltegurte, höhere Rücklehne, Anpassung des Waffengriffs, …) jedem/jeder die Teilnahme am Sportbetrieb zu ermöglichen.

Rollstuhlfechten eignet sich auch für Fechter/innen, die eine Fuß- oder Beinverletzung haben oder Seniorensport.