Demenz

Eine demenzielle Entwicklung tritt bei immer mehr Menschen vor allem im höheren Lebensalter auf und beschreibt eine Verschlechterung bis hin zum Verlust der geistigen Fähigkeiten. Die häufigste Form ist die Demenz vom Alzheimer-Typ (ca. 60 Prozent). Eine fehlende körperliche Aktivität stellt vor allem in den Industrienationen einen wichtigen potenziellen, aber auch beeinflussbaren Risikofaktor von Demenzerkrankungen dar. Die Erkrankung entsteht durch sogenannte Amyloid-Ablagerungen im Gehirn, die die Funktion der Gehirnzellen beeinträchtigen. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen handelt es sich um eine Demenz, die durch eine Minderdurchblutung des Gehirns entsteht. Hierbei kommt es zum Absterben von Nervenzellen. Bei letzterer Form der Demenz spielen besonders Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen ursächlich eine wichtige Rolle. Davon abzugrenzen sind die sogenannten sekundären Demenzformen, die z. B. durch chronische Vergiftungen, Alkohol, Drogenkonsum oder Medikamente entstehen.

Für die meisten Demenzerkrankungen gibt es derzeit noch keine Behandlung, die eine Heilung bewirkt. Ziel ist es, durch die Therapie, Bewegungsaktivitäten und kognitives Training die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und dadurch Angehörige zu entlasten.

Körperliche Aktivität und Sport bei Demenz

© Ralf Kuckuck / DBS

Körperliche Aktivität und Sport scheinen bei leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz kognitive und nicht kognitive Symptome zu lindern und bei manifester Demenz zu einer Verbesserung der Alltagskompetenz zu führen. Aufgrund der mit der Erkrankung einhergehenden Reduktion der motorischen und koordinativen Fähigkeiten, steigt das Sturz- und Verletzungsrisiko insbesondere bei Ablenkung, so dass neben Ausdauer- und Krafttraining auch Koordinationstraining Inhalt eines Trainingsplans sind. Dies geschieht unter anderem durch eine Verbesserung der Durchblutung des Gehirns.

Empfehlungen für das Training

Die Art und das Ausmaß der zu empfehlenden körperlichen Aktivität ist abhängig vom Stadium der demenziellen Erkrankung, so dass im Frühstadium ein Training einzeln sowie in der Gruppe möglich ist. Empfohlen wird eine Kombination aus zwei Mal pro Woche Krafttraining über 30 Minuten und drei Mal pro Woche Ausdauertraining mit einer Dauer von mindestens einer Stunde. Die Aktivitäten können auch spielerisch vermittelt werden.

Bei einer fortgeschrittenen demenziellen Erkrankung ist ein erhöhter Betreuungsaufwand während der körperlichen Aktivität erforderlich, so dass dann die Empfehlungen auf den Einzelfall angepasst werden müssen.

 

Text: PD Dr. Thorsten Schmidt (Verein für Gesundheit und Rehabilitationssport am UKSH e.V.) / DBS

 

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