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Kinder und Jugendliche mit Behinderung: Teilhabe und Angebote ausbauen

„Es gilt adäquate Sport- und Bewegungsangebote zu schaffen, die zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, insbesondere mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen, passen.“ Der DBSJ-Ehrenvorsitzende Lars Pickardt hat im Sportausschuss des Deutschen Bundestages Stellung zum 4. Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht genommen.

Der 4. deutsche Kinder- und Jugendsportbericht „Gesundheit, Leistung und Gesellschaft“ stand im Fokus des Sportausschusses des Deutschen Bundestages. Dabei geht es unter anderem um den Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen sowie die daraus resultierenden motorischen Defizite und einen Anstieg von Fettleibigkeit. Zusätzlich verstärkt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geht die tägliche Bewegungszeit immer weiter zurück. Dies hat Auswirkungen auf die physische, psychische und soziale Gesundheit aller Kinder und Jugendlichen. Darüber hinaus wurden weitere Folgen der Corona-Pandemie und die immense Bedeutung von Sport und Bewegung für Kinder und Jugendliche betont.

Dem Aufruf nach einer vorzeitigen Öffnung und Privilegierung des Kinder- und Jugendsports seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sportjugend (dsj) schloss sich Lars Pickardt bei der Anhörung im Sportausschuss an. „Die Maßnahmen und Empfehlungen mit Blick auf den Sport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind jedoch differenzierter zu betrachten. So ist Outdoorsport für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Behinderungen nicht immer machbar, beispielsweise Waldlauf für Rollstuhlfahrer*innen oder auch für Kinder und Jugendliche mit Prothesen“, erklärte Pickardt. Des Weiteren sei es falsch, Menschen mit Behinderung immer pauschal als Risikogruppe einzustufen und somit auch Kinder und Jugendliche mit Behinderung vom Sport auszuschließen.  „Denn insbesondere auch für sie sind Bewegung und Sport wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und die Gesundheit“, hob Pickardt hervor.

Außerdem thematisierte der DBSJ-Ehrenvorsitzende, dass es behinderungsbedingte Mehrbedarfe bei der Sportausübung gibt, die zum Teil hohen bürokratischen Aufwand erfordern und eine zusätzliche Barriere für Kinder und Jugendliche sowie deren Familien sind. „Hier wäre es für den Behindertensport hilfreich, wenn die Politik und Sportverbänden gemeinsam die Kostenträger entsprechend sensibilisieren, gerade im Kinder- und Jugendbereich das notwendige Feingefühl walten zu lassen und im Sinne der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen frühzeitig positiv zu entscheiden“, sagte Pickardt.

Im Sinne der selbstbestimmten Teilhabe ist es die Entscheidung eines Menschen mit Behinderung, mit seinen Freunden, der Familie, Nachbarn oder im Verein für Menschen mit oder ohne Behinderung gemeinsam Sport zu treiben. „Anspruch und Herausforderung sowohl für uns als Verband als auch für die Gesellschaft ist es, dass wir den Menschen mit Behinderungen vor Ort wohnortnah Angebote gemäß ihrer Entscheidung zur Verfügung stellen können, damit sie den von Ihnen gewünschten, selbstbestimmten und selbst ausgesuchten Sport betreiben können. Nur so ist Inklusion möglich“, sagte Lars Pickardt und fügte hinzu: „Daher ist es so wichtig, adäquate Sport- und Bewegungsangebote zu schaffen, die zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, insbesondere mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen, passen.“

Stellungnahme der DBSJ zum 4. Kinder- und Jugendsportbericht.

Die gesamte Sitzung des Sportausschusses zum 4. Kinder- und Jugendsportbericht finden Sie hier.