Aktuelles von der DBSJugend
Gemeinsame Spiele, gemeinsame Sprache: DBSJ fordert sichtbare Gleichstellung der Paralympics
Die Deutsche Behindertensportjugend (DBSJ) setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland von Anfang an als untrennbare Einheit gedacht und kommuniziert werden. In seiner aktuellen Stellungnahme kritisiert die DBSJ, dass in der öffentlichen Kampagne zur möglichen Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele bislang überwiegend von „Olympischen Spielen“ die Rede ist – während die Paralympischen Spiele zu häufig nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden.
Für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind die Paralympischen Spiele weit mehr als ein Sportereignis. Sie machen sichtbar, dass Spitzenleistungen unabhängig von körperlichen Voraussetzungen möglich sind, stärken Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit und zeigen, wie Vielfalt den Sport und unsere Gesellschaft positiv bewegt. Gerade deshalb ist es aus Sicht der DBSJ nicht hinnehmbar, dass die paralympische Dimension in der aktuellen öffentlichen Kommunikation zur Bewerbung bislang zu wenig Beachtung findet.
Die Stellungnahme erinnert daran, dass Olympische und Paralympische Spiele gemeinsam die größte Sportveranstaltung der Welt bilden – und damit auch kommunikativ als gleichwertiger Teil eines gemeinsamen Konzeptes behandelt werden müssen. Eine rein olympiazentrierte Sprache widerspricht dem Anspruch auf Inklusion ebenso wie den Leitlinien des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) und des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).
Zugleich betont die DBSJ, dass ein glaubwürdiges „Wir-Gefühl“ nur dann entstehen kann, wenn wirklich alle gemeint sind: Athlet*innen mit und ohne Behinderung, im Spitzen- wie im Nachwuchssport. Wenn in Kampagnen und offiziellen Verlautbarungen nur von „den Olympischen Spielen“ gesprochen wird, entsteht der Eindruck, dass Menschen mit Behinderung lediglich „optional“ Teil dieses „Wir“ sind. Für die Jugend im Behindertensport ist jedoch klar: Inklusive Sprache, inklusive Bilder und inklusive Beteiligung sind keine Zusatzoption, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Sportlandschaft.
Die DBSJ weist zudem darauf hin, dass die paralympische Bewegung Deutschlands Sportlandschaft maßgeblich prägt – insbesondere für junge Menschen mit Behinderung. Tausende Kinder und Jugendliche erleben im Sport Zugehörigkeit, Empowerment und reale Entwicklungschancen. Ihre Perspektiven, Bedarfe und Rechte müssen im Rahmen einer möglichen Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele von Beginn an mitgedacht werden. Dazu gehören auch sichtbare paralympische Vorbilder, eine Kommunikation auf Augenhöhe sowie die aktive Beteiligung junger Athlet*innen mit Behinderung an der Kampagnenplanung.
Die DBSJ formuliert deshalb klare Erwartungen an alle an der Bewerbung beteiligten öffentlichen Akteur*innen: konsequente Verwendung von „Olympischen und Paralympischen Spielen“, ein inklusives Wording und Bildmaterial, mehr Sichtbarkeit für Paralympische Athlet*innen – insbesondere im Nachwuchsbereich – sowie eine ernsthafte Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Konzeption und Umsetzung der Kampagne. Gleichzeitig signalisiert die DBSJ ihre Bereitschaft, diesen Prozess konstruktiv zu unterstützen und ihre Expertise einzubringen.
Die vollständige Stellungnahme der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ) zur aktuellen öffentlichen Kommunikation im Zusammenhang mit der Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele steht hier als PDF zum Download zur Verfügung:
