Bluthochdruck

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet unter Bluthochdruck. 20 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, dabei könnten viele Todesfälle bei optimaler Blutdruckeinstellung verhindert werden. Der Bluthochdruck wird nach dem Schweregrad in Grad I Leicht (Systolisch 140-150 mmHg und oder Diastolisch 90-99 mmHg), Grad II Mittel (Systolisch 160-179 mmHg und oder Diastolisch 100-109 mmHg) und Grad III Schwer (Systolisch ≥ 180 mmHg und oder Diastolisch ≥110 mmHg) eingeteilt. Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für viele andere Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- oder Augenerkrankungen und trägt somit zur Entwicklung von Multimorbidität (Mehrfacherkrankungen) bei.

In 80 bis-90 Prozent der Fälle lässt sich die Ursache nicht feststellen (Primäre Hypertonie), bei den restlichen Betroffenen beruht der Bluthochdruck auf einer Erkrankung z. B. der Nieren oder des endokrinen Systems. Stress ist ebenso ein wichtiger Faktor für die Entwicklung hoher Blutdruckwerte. Im Alter lässt die Elastizität der arteriellen Blutgefäße nach, dies führt vor allem zu einem Anstieg des systolischen (oberen) Blutdruckwertes.

Körperliche Aktivität und Sport bei Bluthochdruck

© picture alliance / DBS

Neben Medikamenten kann dosierte körperliche Aktivität im Sinne von Ausdauertraining, Reduktion von Übergewicht, Verringerung des Kochsalzkonsums, Nikotinkarenz und Stressabbau zu einer Verbesserung der Blutdruckwerte beitragen.

Allein die körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauertraining, kann positive Effekte auf den Blutdruck hervorrufen. Nicht zu vergessen sind jedoch auch die indirekten Ziele, die durch ein zielgruppenorientiertes Bewegungstraining unterstützt werden. Hierzu zählen die Gewichtsabnahme, Vermehrung der Kochsalzausscheidung, Ökonomisierung des Herzkreislaufsystems, Verbesserung des Fettstoffwechsels und der positive Einfluss auf das hormonelle System (z.B. Insulin).

Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass regelmäßige körperliche Aktivität den Blutdruckt senkt. Die sogenannten antihypertensiven Effekte sind nach ca. 6 bis12 Wochen regelmäßigen Trainings darstellbar. Im Vergleich der verschiedenen Trainingsinterventionen kann der Blutdruck bei einem Ausgangswert von 150/100 mmHg durch ein Ausdauertraining im aeroben Bereich im Mittel von 4/3 mmHg, durch ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining sowie reines Krafttraining um etwa 5/3 mmHg gesenkt werden. Asiatische Sportarten, wie z.B. Qigong, Tai-Chi und Yoga führen zu einer Reduktion von 7/6 mmHg. Diese Effekte sind abhängig vom Ausgangsblutdruck und umso größer, je höher der Ausgangswert ist.

Empfehlungen für das Training

Allgemein kann festgehalten werden, dass Ausdauertraining oder ausdauerorientierte Spielformen für Teilnehmer*innen mit Bluthochdruck zu empfehlen sind. Ungünstig sind Belastungsformen mit hohem Druckanstieg, ausgeprägten Kraftbelastungen oder hohem Stressanteil (wettkampforientiert). Die individuelle Belastung hängt stark von dem jeweiligen klinischen Stadium der Begleiterkrankungen und den sportlichen Vorerfahrungen der Teilnehmenden ab und sollte vor Beginn des Rehabilitationssportes erfragt werden.

Im Allgemeinen sollte ein Ausdauertraining mit zwei bis drei Einheiten pro Woche regelmäßig mit zu Beginn minimal 10 bis15 Minuten bzw. 30 Minuten und später 45 Minuten bei einer Belastungsintensität von 50 bis 70 Prozent der maximalen fahrradergometrisch ermittelten Leistung durchgeführt werden.

 

Text: PD Dr. Thorsten Schmidt (Verein für Gesundheit und Rehabilitationssport am UKSH e.V.) / DBS

 

>> Zurück zur Übersicht Herz-Kreislauferkrankungen

>> Zurück zur Kampagnen-Übersicht