MIA sucht Sie! Ausschreibung zur Teilnahme als Modellregion

Hintergrund

Wie inklusiv ist meine Sportregion?
Wie kann ich dazu beitragen, sie inklusiver zu gestalten?
Was muss ich tun und wer unterstützt mich dabei?

Haben Sie sich diese Fragen schon einmal gestellt? Wir wollen auf diese und weitere Fragen Antworten finden und Sie dabei unterstützen, unter dem Motto „Mehr Inklusion für Alle“ ein inklusives Sportnetzwerk in Ihrer Region auf- bzw. auszubauen.

Sport bewegt, überwindet Grenzen und verbindet Menschen in ihrer Begeisterung für die großen und kleinen Erfolge. Dafür die individuell besten Voraussetzungen zu schaffen, ist das gemeinsame Anliegen des Deutschen Behindertensportverbandes und seiner Jugendorganisation, der Deutschen Behindertensportjugend. Gemeinsam sorgen wir für die notwendigen Strukturen, Mittel und Wege, die eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Unser Engagement gilt als Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund dem Breiten- und Rehabilitations- und Leistungssport für Menschen mit (drohender) Behinderung und chronischer Erkrankung. Mit unseren 17 Landes- und zwei Fachverbänden sowie ca. 6.300 Vereinen und rund 577.000 Mitgliedern gehören wir zu den weltweit größten Sportverbänden für Menschen mit Behinderung.

Mit dieser Ausschreibung suchen wir deutschlandweit zehn unterschiedliche Modellregionen, die in Bezug auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Sport vor Ort analysiert, beraten und zu einem inklusiven Sportnetzwerk auf- und ausgebaut werden. Eine Modellregion besteht aus einem Sozialraum, den wir als einen individuellen Lebensraum (z. B. Stadt/-teile, Kreise, Gemeinden, Quartiere) verstehen. In diesem leben Menschen miteinander, begegnen sich und wirken dort. Ein inklusives Sportnetzwerk vereint verschiedene Strukturen und Akteure in diesem Sozialraum: Sportvereine des Behinderten- und Nichtbehindertensports, die z. B. gemeinsam mit Einrichtungen/Diensten aus den Bereichen Soziales (insbesondere der Behindertenhilfe, freien Wohlfahrtspflege, Jugendhilfe), Politik (z. B. Stadtvertretung) und Wirtschaft (z. B. ansässige Unternehmen) Lösungsmöglichkeiten für bestehende Herausforderungen im Themenfeld Inklusion und Sport finden. Der Begriff Akteure bezieht alle an den Themen Sport und/oder Inklusion interessierten Personen mit ein. Dazu zählen – aus den oben genannten Bereichen – Führungskräfte, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, Sport-Praktiker/innen sowie Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderung und viele andere.

Merkmale von inklusiven Sportnetzwerken sind:

  • Alle Menschen nehmen gleichberechtigt an Bewegungs-, Spiel und Sportangeboten aktiv teil.
  • Alle Menschen haben die Möglichkeit, sich auch in den Strukturen des Sports haupt- und ehrenamtlich zu engagieren.

Die Zielgruppen, die wir in den Fokus nehmen, sind sämtliche Menschen mit Behinderung, unabhängig von ihrem individuellen Förderbedarf. Neben diesem Fokus ist es auch ein Ziel, möglichst viele Menschen zu erreichen, die ihren Weg zum Sport aus verschiedenen Gründen bisher nicht finden konnten. Eine inklusive Sportlandschaft gestaltet sich durch ein gemeinschaftliches Miteinander, in der jede/jeder sich entfalten und einen eigenen Beitrag leisten kann – unabhängig von dem individuellen Lebenshintergrund oder den persönlichen Eigenschaften.

Nutzen Sie die Chance und seien Sie bei MIA dabei. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Vorhaben

Wir suchen Regionen, mit denen wir den „Index für Inklusion im und durch Sport“ in der Praxis gemeinsam umsetzen und anwenden können. Der Index ist ein Wegweiser für das Thema Inklusion im und durch Sport. Er richtet sich an die verschiedenen Akteure aus Sportverbänden und -vereinen. Der Index lebt durch einen umfangreichen Fragenkatalog, der viel Hilfestellung bietet, um die eigene Situation zu überprüfen und Entwicklungen einzuleiten. Der Fragenkatalog ist Teil des „Index-Prozesses“, der die Umsetzung anhand eines 5-stufigen Phasenmodells einleitet. Mit allen Modellregionen soll der Index-Prozess im Jahr 2018 angewandt und durchlaufen werden:

Phase I – Den Index-Prozess beginnen: ca. Januar/Februar 2018
Phase II – Die Situation beleuchten: ca. März/April 2018
Phase III – Die Ziele und Prioritäten festlegen: ca. Mai/Juni 2018
Phase IV – Die Prioritäten umsetzen: ca. Juli - Oktober 2018
Phase V – Den Index-Prozess reflektieren: ca. November/Dezember 2018

Neben dem Index-Prozess als Grundlagenkonzept sind die Erfahrungen aus dem bereits erfolgreich abgeschlossenen Vorzeigeprojekt „Lingen integriert natürlich alle Sportler/innen“ (LinaS) bei den Beratungen ein elementarer Baustein. Mit LinaS konnten im ländlichen Altkreis Lingen die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung verbessert und die Anzahl der frei wählbaren Sport-und Freizeitangebote erheblich erhöht und nachhaltig gestaltet werden. Es wurde ein Netzwerk geschaffen, an dem sowohl Sportler/innen mit Behinderung, ihre Eltern und Angehörigen genauso beteiligt sind, wie Einrichtungen der Behindertenhilfe, Politik und Wirtschaft, Vereine und Verbände.

Wie der Index-Prozess im Projekt MIA ablaufen kann, zeigen wir beispielhaft am ersten Projektjahr von LinaS auf.

Das Bewerbungsverfahren

Zeiträume

Die Bewerbungsphase startete am 2. August 2017 und endet am 30. September 2017. (Hinweis: Der Zeitraum der Beratung mit dem Index-Prozess ist 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018.)

Wer kann sich bewerben?

  1. Strukturen des Deutschen Behindertensportverbandes:
  • Landes- bzw. Fachverbände
  • Vereine
  • Vereinsabteilungen
  1. Weitere Strukturen in Kooperation mit mindestens einem der oben genannten Strukturen des Deutschen Behindertensportverbandes:
  • Sportvereine, -bünde und -verbände sowie deren Abteilungen
  • Kommunale Strukturen (z. B. Städte, Kreise, Gemeinden, Stadtteile, Quartiere).
  • Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderung, Einrichtungen der Behindertenhilfe oder von Wohlfahrts- und Sozialvereinen.
  • Initiativen von Bürger/innen.

Welche Informationen werden benötigt?

Mit den nachfolgenden Fragen möchten wir Sie bitten, Ihr Engagement und Ihre Herausforderungen im Themenfeld Inklusion und Sport vorzustellen. Ihre Angaben sollen uns einen Eindruck von Ihrer Region vermitteln bzw. uns erste Hinweise und Anknüpfungspunkte für den Index-Prozess mit dem „Index für Inklusion im Sport“ ermöglichen.

So vielfältig wie die Steuerungsgruppe des Projekts MIA ist, so vielfältig möchten wir auch das inklusive Sportnetzwerk aufbauen. Lassen Sie uns bitte jetzt schon wissen, welche Sportstrukturen bereits aktiv sind oder es werden können. Beziehen Sie darüber hinaus in Ihre Überlegungen auch Bereiche außerhalb der Sportstrukturen (z. B. Unternehmen, Politik, Behindertenhilfe, Bildungseinrichtungen) mit ein.

Unabhängig vom einzelnen Entwicklungsstand sollen alle Bewerbungen die gleiche Chance erhalten, eine von zehn Modellregionen zu werden. Wir freuen uns auf Bewerbungen von bestehenden Netzwerken ebenso, wie auf diejenigen, die ihrer Meinung nach keine oder nur geringe Erfahrung haben. Wichtig ist, dass Sie uns überzeugen, gemeinsam mit uns den ersten oder nächsten Schritt hin zu einer inklusiven Sportlandschaft in Ihrer Modellregion gehen zu wollen.

Für Ihre Bewerbung und das Auswahlverfahren benötigen wir Antworten auf die nachfolgenden Fragen. Diese sind zur besseren Verständlichkeit im Formular mit zusätzlichen Erklärungen hinterlegt:

  1. Wer bewirbt sich und stellt damit die Hauptansprechperson für das DBS-Projektteam MIA im Rahmen der Beratung?
  2. Bitte beschreiben Sie uns Ihren Sozialraum, der als Modellregion beraten werden soll.
  3. Wie ist das Thema „Inklusion im und durch Sport“ in Ihrem Sozialraum bereits verankert?
  4. Welchen konkreten Herausforderungen möchten Sie begegnen, welche Maßnahmen umsetzen?
  5. Welche Kooperationen bestehen mit den DBS-Strukturen (und anderen) oder könnten bei einer künftigen Entwicklung im Sozialraum unterstützen? Welche konkreten Erfahrungen wurden in der Zusammenarbeit bereits gemacht?
  6. Welche Ideen haben Sie, den angestoßenen Prozess nachhaltig weiterzuführen?
  7. Ohne die vorherigen Antworten zu wiederholen, was macht Ihren Sozialraum besonders und warum sollten wir Sie berücksichtigen?
  8. Gibt es Internetseiten, die weitere Auskünfte über Sie als Bewerber/in und weitere Akteure in Ihrem Sozialraum geben?
Weitere Hinweise
  • Bitte teilen Sie uns bei Frage 8 mit, wenn Menschen mit Behinderung an der Bewerbung mitgewirkt haben.
  • Hinweis für Bewerber/innen, die keine/geringe Erfahrungen haben und nach ihrer Meinung einen Großteil der nachfolgenden Fragen nicht beantworten können: Wir bitten um die Beantwortung der Fragen, soweit wie es Ihnen möglich ist (Frage 1 und 2 sind Pflicht) und benötigen ein formloses Motivationsschreiben (projekt.mia@dbs-npc.de), mit dem Sie uns von Ihrem Engagement überzeugen.
  • Hinweis für Kooperationsbewerbungen mit den DBS-Strukturen: Wir bitten um die Übersendung einer formlosen Willensbekundung zur Kooperation (Letter of Intent) des entsprechenden DBS-Landes- bzw. Fachverbandes, des Vereins oder der Abteilung an projekt.mia@dbs-npc.de.

Wie erfolgt die Auswahl der Modellregionen?

Nach Erhalt Ihrer Bewerbung wird das DBS-Projektteam die Einsendungen sichten und eine Vorabeinschätzung seiner Landes- bzw. Fachverbände einholen. Aus allen Bewerbungen wird eine TOP 25 Liste erstellt. Diese 25 Bewerber/innen werden am 10. Oktober 2017 darüber informiert, dass sie in der engeren Auswahl sind.

Aus den 25 wählt die Steuerungsgruppe ihre TOP 15 aus. Die TOP 15 Bewerber/innen werden im Zeitraum 25. Oktober bis 05. November 2017 durch Mitglieder des Projektteams besucht (ca. 2 Stunden), um sich mit Ihnen zu Ihren Überlegungen auszutauschen. Die Termine zu den Besuchen werden kurzfristig am 23. Oktober 2017 vom Projektkoordinator mit den Modellregionen abgestimmt. Bitte stellen Sie sich darauf ein.

Die finale Auswahl erfolgt am 22. November 2017. Bis zum 24. November 2017 werden die Modellregionen über die Auswahl informiert.

Die Entscheidung über die Modellregionen wird anhand der nachfolgenden Kriterien getroffen:

  • Handlungs- und Unterstützungsbedarf
  • Motivation
  • Qualität der Bewerbung
  • Chance auf Nachhaltigkeit
  • Weiterhin wird auch die strukturelle Situation der Modellregion berücksichtigt (z. B. Regionalität, Vorerfahrung) mit dem Ziel möglichst unterschiedliche Regionen auszuwählen, die sich über ganz Deutschland verteilen.

Wo ist das Bewerbungsformular zu finden?

Es gibt für beide Strukturen ein Bewerbungsformular:

  1. Bewerbungsformular für DBS-Strukturen.
  2. Bewerbungsformular für weitere Strukturen, die sich in Kooperation mit einer DBS-Struktur bewerben. 

Sie können für die Beantwortung der Frage 2 bis 8 maximal 3.500 Zeichen (mit Leerzeichen) verwenden. Ihre Angaben werden für die Projektarbeit dem Projektteam, den Landes- bzw. Fachverbänden des DBS und der Steuerungsgruppe zur Auswahl übermittelt. Nach Bekanntwerden der Modellregionen erhält zudem die wissenschaftliche Begleitung die Bewerbung. Eine Weiterleitung über diesen Kreis hinaus erfolgt nicht.