Prävention sexualisierter Gewalt

Nach UN-Angaben sind Mädchen und Frauen mit Behinderung etwa doppelt so häufig von sexueller Gewalt betroffen wie nicht behinderte Mädchen und Frauen [1]. Und auch Jungen und Männer mit Behinderung erleben sexuellen Missbrauch [2]. Diese Gefahr kann insbesondere in Pflegeeinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung aber auch im Familien- und Freundeskreis bestehen; immer dort wo ein hohes Abhängigkeitspotential gegeben ist. Und da auch Sportvereine mit einem hohen Abhängigkeitspotential behaftet sind, besteht die Gefahr, dass sich Täterinnen/Täter genau mit dieser Intention in Sportvereine begeben. Der organisierte Sport muss also einen wirkungsvollen Beitrag leisten, der sowohl Maßnahmen zur Vermeidung/Verhinderung von Delikten innerhalb und außerhalb des Sports, als auch Stärkung von Kindern, Jugendlichen und insbesondere Frauen mit Behinderung sowie älteren Menschen mit Behinderung in ihren Selbstbehauptungskompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung durch Sport umfasst.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und die Deutsche Behindertensportjugend (DBSJ) haben gemeinsam ein Positionspapier zur Bekämpfung von sexualisierter Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen im Sport erarbeitet. Dies wurde vom Hauptvorstand am 01. September 2012 in London beschlossen.

Es beinhaltet Präventions- und Schutzmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung, die gemeinsam mit den Landes- und Fachverbänden umgesetzt werden sollen.
Im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit oder mit drohender Behinderung sowie chronischer Erkrankung toleriert der DBS keine Gewalt und Diskriminierung in jeder Form. Eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns Verantwortlicher muss daher dazu beitragen, Betroffene zum Reden zu ermutigen, potentielle Täter abzuschrecken und ein Klima zu schaffen, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene – mit und ohne Behinderung – im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt.

Weitere Informationen zum Thema "Prävention sexualisierter Gewalt" finden Sie auf auf den Seiten der Sportentwicklung.

 

[1] The World Disability Report – Disability ‘99. Genf, 1998

[2] Zemp, A., Pircher, E. & Schoibl, H. ( 1997). Sexualisierte Gewalt im behinderten Alltag - Jungen und Männer mit Behinderung als Opfer und Täter, Projektbericht. Wien