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Rollstuhlbasketball: Endstation Viertelfinale

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Nico Dreimüller © Matthew Murnaghan/Wheelchair Basketball Canada

Der Traum vom erklärten Ziel Halbfinale ist für die deutschen Junioren bei der U23-WM in Toronto jäh geplatzt. Nach einem intensiven Viertelfinalspiel mussten sich die jungen Wilden um Peter Richarz gegen Australien am Ende knapp mit 66:69 (17:12/37:26/49:50) geschlagen geben. Im Platzierungsspiel rauften sich die deutschen Junioren noch einmal zusammen, besiegten den Gastgeber Kanada mit 76:68 und sicherten sich somit den fünften Platz. 

Dabei kamen die jungen Korbjäger zunächst besser in die Partie und markierten bereits nach drei gespielten Minuten eine 6:0 Führung gegen das Team aus Australien. Zwar kamen die Gliders ihrerseits nun etwas besser ins Rollen, doch in der Folge agierten die Schützlinge von Peter Richarz aufmerksam und holten sich einen Ball nach dem nächsten in der eigenen Defense. Bis zur ersten Viertelpause verbuchte das Team Germany mit fünf Turnovers und einer 17:12 Führung eine starke Bilanz.

Mit Beginn des zweiten Viertels setzte Australien zunächst zum Gegenangriff an, doch die deutschen Junioren legten nun eine Schippe drauf und setzten sich durch eine gute Reboundarbeit und schöne Kombinationen im Angriff nun nach und nach über das 31:22 (Minute 18) bis zur Halbzeitpause zweistellig zum 37:26 ab.

Mit der komfortablen elf Punkte Führung im Rücken ging es in die zweite Halbzeit. Doch nun schien das Spiel der deutschen U23 etwas aus dem Takt geraten und Australien wusste in Person von Tom O´Neill Thorne die Chance eiskalt zu nutzen. Über das 43:40 (Minute 25) schmolz der Vorsprung des Team Germany nun nach und nach zusammen und kurz vor Ende des dritten Viertels sah man sich nicht nur dem Ausgleich zum 47:47 (Minute 29) gegenüber, sondern musste auch den ersten Rückstand seit Beginn des Spiels zum 49:50 verbuchen.

Ein spannendes letzte Viertel war eingeläutet, in dem eine aggressive Verteidigung der Australier dem offensiven Rhythmus des Team Germany anfangs ein wenig den Wind aus den Segeln nahm. Bis kurz vor Ende des Spielabschnitts wollte es den Schützlingen von Peter Richarz nicht gelingen, nochmals entscheidend auf Schlagdistanz zu kommen. Doch ein drei-Punkte Wurf von Marcel Gerber 20 Sekunden vor der Schlusssirene zum 66:67 ließ die die anwesenden Gäste in der Halle nochmals den Atem anhalten.   

Mit der nötigen Abgeklärtheit von der Freiwurflinie und dem Pech im Abschluss für das Team Germany fuhr das Team aus Australien am Ende dennoch den 66:69 Sieg ein.

Im Spiel um Platz fünf überzeugten die deutschen Junioren mit einem 76:68 gegen den Gastgeber Kanada und sicherte sich somit den finalen fünften Platz. 

Erneut erwischten die deutsche Auswahl den besseren Start in die Partie und konnten nach ausgeglichenen ersten vier Minuten sich sukzessive von den Kanadiern absetzen, bis hin zu einer 24:11-Führung, welche in der Schlussminute von den Gastgebern noch verkürzt werden konnte. Im zweiten Viertel setzte die Truppe nahtlos an diese Leistung an, nutzte konsequent ihre Größenvorteile und führte bis drei Minuten vor der Halbzeit mit 39:26. Bis zur Halbzeit punkteten dann allerdings nur noch die Kanadier. Mit einem 7:0-Lauf konnte die Mannschaft von Trainer Darrell Nordell das Spiel enger gestalten, als es den Deutschen lieb war.

Im dritten Viertel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Besonders Matthias Günther sorgte in dieser Phase des Spiels dafür, dass die deutsche Mannschaft immer die Führung behalten konnte. Kanada hielt mit seinen beiden Topscorern Ben Moronchuk und Liam Hickey allerdings stark dagegen, sodass das Viertel ausgeglichen endete. Im Schlussabschnitt zeigte sich die deutsche Mannschaft abgeklärt und ließ Kanada nie mehr als fünf Punkte herankommen. Schönebergs zwei-Punkte-Wurf eine Minute vor Schluss sorgte für eine Vorentscheidung. Von der Freiwurflinie behielt dann besonders Oliver Jantz die Nerven. Nico Dreimüller überzeugte mit einem Double-Double aus 15 Punkten und elf Assists.

Headcoach Peter Richarz meinte zum Spiel: „Das Ergebnis des Spiels war ein versöhnlicher Abschluss. Insgesamt überwiegt aber die Enttäuschung über die Niederlage im Viertelfinale gegen Australien. Auch gegen Kanada zeigte das Team zwei unterschiedliche Gesichter. Jedoch waren die Jungs sehr motiviert heute noch einmal alles ‚rauszuhauen‘“.

Richarz gab weiterhin einen Ausblick in die Zukunft: „Altersbedingt verlassen fünf Spieler die Junioren-Nationalmannschaft, sodass ab dem nächsten Jahr eine neue Mannschaft formiert werden muss. Diesen Spielern wünschen wir für die sportliche Zukunft viel Erfolg bei ihren neuen Herausforderungen. Mein besonderer Dank gilt allen Spielern, dem Staff und den mitgereisten Eltern für ihr außergewöhnliches Engagement.“  

Die Weltmeisterschaft endet heute mit dem Spiel um Platz drei zwischen Japan und Australien sowie mit dem Finale, in dem sich Großbritannien und die Türkei gegenüberstehen.

Quelle: Tanja Feddersen

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