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„Ich bin sehr stolz auf mein Team“

Bundestrainerin Ute Schinkitz zieht eine positive Bilanz nach der Para Schwimmen-WM in Mexiko Stadt: Fünf deutsche Athletinnen und Athleten holen zwölf WM-Medaillen

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Janina Breuer © Oliver Kremer / DBS

Was für eine Ausbeute: Mit der Goldmedaille von Janina Breuer über 100 Meter Schmetterling am letzten Tag hat das fünfköpfige deutsche Team bei den Para Schwimmen-Weltmeisterschaften insgesamt zwölf Medaillen gewonnen. Viermal Gold, sechsmal Silber und zweimal Bronze stehen nach sechs intensiven Wettkampftagen auf der Haben-Seite der deutschen Mannschaft. Bundestrainerin Ute Schinkitz blickt mit Stolz auf eine WM zurück, die schon unter schwierigen Bedingungen gestartet war.

Die WM mussten im Vorfeld aufgrund der schweren Erdbeben Mitte September in Mexiko Stadt  verschoben werden. Die Verlegung verlängerte nicht nur die intensive Vorbereitungsphase der einzelnen Athletinnen und Athleten um einige Wochen, sondern führte auch dazu, dass einige Nationen nicht an der WM teilnahmen oder mit einem verkleinerten Team anreisten – so auch die deutsche Nationalmannschaft. Anstatt mit geplant elf Athletinnen und Athleten reiste Schinkitz mit einer fünfköpfigen Auswahl nach Mexiko. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir auch mit einem kleinen Team in Mexiko an den  Start gehen durften“, berichtet die Bundestrainerin.

Doch das Team mit Maike Naomi Schnittger, Denise Grahl, Tobias Pollap, Janina Breuer und Elena Krawzow überzeugte in Mexiko Stadt auf voller Linie und tritt mit insgesamt zwölf WM-Medaillen im Gepäck die Rückreise nach Deutschland an. Für WM-Debütantin Janina Breuer hätte es in Mexiko nicht besser laufen können. Die erst 19-Jährige Aachenerin vom PSC Berlin belohnte sich mit zwei WM-Titeln über 100 Meter Rücken und 100 Meter Schmetterling und stellte jeweils eine neue persönliche Bestzeit auf. Hinzu kamen zwei Silbermedaillen über 200 Meter Freistil und 200 Meter Lagen. Maike Naomi Schnittger sorgte für zwei weitere deutsche WM-Titel. Die sehbehinderte Athletin schlug in der Startklasse S12 über 100 und 50 Meter Freistil jeweils als Erste an. Denise Grahl sicherte sich gleich dreimal den zweiten Rang. Über 100 Meter Freistil, 50 Meter Freistil und 100 Meter Rücken beendete sie die Rennen jeweils als Zweite und feiert damit ihre besten WM-Platzierungen. Auch Tobias Pollap schwamm in der Startklasse S7 gleich dreimal auf das Podest. Über 100 Meter Freistil sicherte sich der Hattinger vom TSV Bayer 04 Leverkusen Silber. Bronze gewann der 31-Jährige über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling. Auch über 200 Meter Lagen schlug er als Dritter an, wurde jedoch wegen einer nicht richtig ausgeführten Wende nach dem Rennen disqualifiziert.

„Ich bin wirklich sehr stolz auf mein Team. Wir haben die Anforderungen erfüllt und alles geschafft, was wir uns im Vorfeld erträumt hatten. Einige Chancen auf Medaillen sind uns durch die krankheitsbedingten Ausfälle von Elena Krawzow und Denise Grahl noch  verwehrt geblieben“, kommentierte die Bundestrainerin die Ausbeute ihrer Schützlinge.

Elena Krawzow musste den Start über ihre Hauptstrecke 100 Meter Brust erkrankt absagen. Die 23-jährige vom PSC Berliner kämpfte in Mexiko mit einer hartnäckigen Bronchitis, die einen Start unmöglich zuließ. Auch Denise Grahl musste ihr Rennen über 400 Meter Freistil aufgrund von Kreislaufproblemen ausfallen lassen.

„Für mich standen die geschwommenen Zeiten der Athletinnen und Athleten hier nicht im Vordergrund. Durch die Höhe von 2250 Metern haben wir ganz andere Bedingungen. Trotzdem sind wir natürlich sehr glücklich, dass unsere jüngste Athletin auch noch zwei Bestzeiten aufstellen konnte. Das liegt auch mit daran, dass Janina und Elena mit ihrem Heimtrainer Phillip Semechin häufig in gewissen Höhen trainieren“, berichtete Schinkitz. „Ich ziehe ein  absolut positives Resümee. Der Aufwand hat sich gelohnt und wir haben Deutschland gut repräsentiert. Wir Trainer wissen auch sehr wohl, wie die Zeiten im internationalen Vergleich einzuschätzen sind. Obwohl die geschwommen Zeiten unter Höhenbedingungen ganz anders betrachtet werden müssen, als Zeiten im Flachland“, schätzte Schinkitz die Leitungen ihrer Mannschaft ein und fügt hinzu: „Und grundsätzlich können wir auch nur gegen die Gegner gewinnen, die am Start sind.“

Die deutschen Medaillen

4x Gold: Janina Breuer (100 m Rücken, 100 m Schmetterling; 19 / Aachen / PSC Berlin), Maike Naomi Schnittger (100 m Freistil, 50 m Freistil; 23 / Yokohama (Japan) /SC Potsdam)

6x Silber: Janina Breuer (200 m Lagen, 200 m Freistil; 19 / Aachen / PSC Berlin), Denise Grahl (50 m Freistil, 100 m Freistil, 100 m Rücken; 24 / Schwerin / Hanse SV Rostock), Tobias Pollap (100 m Freistil; 31 / Hattingen / TSV Bayer 04 Leverkusen)

2x Bronze: Tobias Pollap (50 m Freistil, 50 m Schmetterling; 31 / Hattingen / TSV Bayer 04 Leverkusen)

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