Klassifizierung und Registrierung im Fußball

Registrierung von Athleten mit intellektuellen Beeinträchtigungen

Informationen zur INAS-FID-Registrierung

Der Weltverband INAS-FID schreibt für die Ausstellung eines Spielerpasses/ Sportpasses ein umfangreiches Registrierungsverfahren vor. Ziel dieses Verfahrens ist es, das ausgeschlossen wird, das Menschen ohne Behinderung an Sportveranstaltungen für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen teilnehmen.

Die Mitgliedsnationen von INAS-FID sind verpflichtet, ein sogenanntes "National Eligibility Committee (NEC)" einzurichten, das vom "National Eligibility Officer (NEO)" geleitet wird. Das NEC des Deutschen Behindertensportverbandes besteht aus Psychologen und Sportwissenschaftlern. Als Experten in der Begutachtung und im Registrierungsprozess berät das NEC des DBS die zu registrierenden Athleten und deren Umfeld.

Das INAS-FID-Registrierungsverfahren wurde in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet und weiter verbessert. Das gesamte Verfahren setzt sich aus mehreren Teilen und Aufgabenschwerpunkten zusammen.

Kurzfassung (Verfahren gültig seit April 2005)

  • IQ-Test
  • Psychologisches Gutachten
  • Nachweis über den Eintritt der Behinderung vor dem 18. Lebensjahr
  • Sportliches Gutachten des Bundestrainers (seit Juli 2008)
  • Ausführliche Beschreibung
IQ-Test
Der Weltverband INAS-FID schreibt vor, dass der "Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (WIE)" zur Ermiitlung des Intelligenzquotienten Anwendung finden muss. Testverfahren wie z.B. der SON-R oder andere Kurzformen dürfen nicht angewendet werden. Ebenso werden ältere Testverfahren wie z.B. der HAWIE-R oder ähnliche Verfahren nicht mehr akzeptiert.
Der ermittelte IQ darf den Wert von 75 nicht überschreiten.
Psychologisches Gutachten
Den Arbeitsschwerpunkt des INAS-FID-Registrierungsverfahrens stellt das psychologische Gutachten dar. Dieses Gutachten muss von einem Psychologen bzw. Psychiater erstellt werden. Es ist nicht gestattetet, dass die Gutachten durch Schulleitungen, Lehrer, Pädagogen oder andere erstellt werden.
Im englischsprachigen Raum wird der Einsatz der "Vienland Adaptive Behaviour Scales" zur Ermittlung der Defizite im Bereich der Alltagsbewältigung empfohlen. Im deutschsprachigen europäischen Raum ist derezit ein deutschsprachiges Instrumentarium nicht in normierter Form vorhanden. In Zusammenarbeit mit dem Weltverband INAS-FID wurde für den deutschsprachigen Raum die nachfolgende Vorgehensweíse festgelegt.
Bei der Erstellung der psychologischen Gutachten können die Gutachter von folgenden Personen Daten erheben:
  • Athleteten
  • Eltern
  • Lehrer, Pädagogen o.a.
  • Eltern, Erziehungsberechtigte, Betreuer o.a.
  • Leitungspersonal
  • vorhandene Gutachten
In dem zu erstellenden Gutachten müssen die Experten die Defizite der zu registrierenden Athleten herausgearbeitet werden. Auf die nachfolgend genannten Aspekte muss im Rahmen der Erstellung unbedingt Bezug genommen werden:
  • Kommunikation
  • Selbstversorgung/-besorgung
  • Selbstbestimmung
  • Soziale Kompetenz
  • Anpassungsfähigkeit
Eintritt der Behinderung vor dem 18. Lebensjahr
Es muss durch den Gutachter bescheinigt werden, dass die Behinderung des zu registrierenden Athleten vor dem 18. Lebensjahr vorlag.

Weitere Informationen zu dem Registrierungsverfahren finden Sie auf der Homepage des Weltverbandes INAS-FID www.inas-fid.org/athletereg.html.